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r Gemeinscftaftsblatt für kessen. r
Erscheint wöchentlich einmal.
Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.
Verlag der Buchhandlung der Pllgcrmtssioa Siehe.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter:
Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel.
Nr. 42.
Sonntag, den 21. OKtoörr 1917.
10. Iahrg
Kriegsvtinde.
Bon allen Kriegsbeschädigten empfinden wir mit den Erblindeten wohl das wärmste Mitleid. In der Vollkraft der Jahre das Augenlicht einzubüßen, den Sinn, der bisher der Mittelpunkt unseres Geistesund Seelenlebens war, eischeint uns härter noch als der Tod!
Freilich ist auch hier noch ein Weg, um ein wenig Ersatz zu schaffen und die der Außenwelt fast Ent- rückten durch seltsame Vertiefung des Innenlebens zu entschädigen.
So kommt es wohl, daß viele Erblindete eine Ruhe und Ab- geklörtheit an den Tag legen, die auf den erste« Blick überrascht, daß sie sich mit ihrem Schicksalungleichbesser abfinden, als man vermuten könnte.
Freilich, die Kriegs-
blinden bedürfen häufig noch längere Zeit der Für- jorge und Pflege. War doch in vielen Fällen die zur Erblindung führende Verwundung von einem Nervenchok begleitet, von dem-sie sich erst langsam "holen und der zunächst noch eine Verminderung der Leistungsfähigkeit und eine schwere seelische Gedrücktheit zurückläßt.
Der Verein der blinden Akademiker Deutsch- lands hat sich das Ziel gesetzt, diese Schwierigkeiten i* überwinden, seinen blinden Mitgliedern das
Studium nach Möglichkeit zu erleichtern und ihnen bei der Wahl, Erreichung und Ausübung ihrer Be- rufstätlgkeit zur Seite zu stehen. Mehr als hundert freiwillige Mitarbeiter, denen der Verein Papier und
Punktschriftmaschinen zur Verfügung stellt, arbeiten seit mehr als einem Jahre an der Übertragung wissen- schaftlicher Werke, die den Grundstock zu einer in Marburg errichteten akademischen Blindenbibliothek bil- den. Außerdem hat sich der Verein mit den in anderen Universitätsstädten eingerichteten B linden - bibliotheken in Verbindung gesetzt und durch Verabredung einheit- licher Arbeitsmetho- den, Austausch gewisser Bücher usw. ein erfolgreiches gemeinsames Vorgehen er- möglicht.
Wir freuen uns über jede Hilfe, die irgendeinem Kriegsbeschädigten oder den Hinterbliebenen von Gefallene« gebracht wird.
Aber woher kommt es, daß diese Welt z« einem solch großen, furchtbaren Kampfplatz geworden ist, auf dem so viele Menschen gelötet, blind gemacht und zu Krüppeln geschlagen werden? Woher kommt es?
Es kommt daher, daß das Menschenherz vo< sündhafter Lüste und Begierden ist.
Gottes Wort sagt uns, daß das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend


