ebenso bestimmt wurde ihm die Erlösung bezeugt. Er mußte dem Boten Gottes recht geben und nun eine Entscheidung treffen. Die Worte waren ihm durchs Herz gedrungen, und nun, o wie schrecklich, biß er die Zähne zusammen und befahl dem Evangelisten, sofort sein Zimmer zu verlassen.
So sah ich ihn, erzählt der Bote Christ,, vor meinen Augen in den Wassern des Verderbens ver- sinken, if)ti, der beinahe den Hasen erreicht hatte, beinahe überredet war. Seine einzige Gelegenheit war für immer dahin. Ach, soweit die Hölle vom Himmel entfernt ist, soweit ist der Mensch von Gott entfernt, der nur „beinahe ein Christ" warl Errettet oder verloren — eines von beiden!
Beinahe ein Christ/ aber nicht ganz; beinahe errettet, aber ganz verloren! Das von gottesfürchtigen Eltern erzogene Kind, der unter den Einflüssen eines christlichen Hauses stehende Jüng- ling, der regelmäßige Besucher der Kirche oder Bibelstunde, sie alle gehören zu den beinahe Erretteten. Aber ach, wie viele werden sich dereinst unter den Verlorenen wiederfinden!
Oder hast du noch nie über diese ernste Frage nachgedacht? Meinst du, noch viel Zeit zu haben, um dich zu entscheiden? O täusche dich nicht! Rasch, völlig unerwartet tritt an so nianchen der Tod heran. Und dann ist das Los für immer entschieden. In der Ewigkeit gibt es keine Gnade mehr.
Deshalb laß mich noch einmal fragen: Bist du deines Heils gewiß? Hast du dich als armen, ver- lorenen Sünder erkannt? Hast du deines Retters Hand ergriffen? Ist Jesus Christus dein persönlicher Heiland? Gibt Gottes Geist deinem Geiste das Zeugnis, daß du Gottes Kind bist? Hast du das kindliche Vertrauen zu deinem himmlischen Vater, daß Er dich liebt und für dich im Kleinen wie im Großen sorgt? Dann, aber auch nur dann kannst du allen Stürmen und Gefahren, die dir auf der Meeresfahrt in deinem Lebcnsschifflein noch begegnen werden, getrost entgegenblicken. O. D.
K
Gin Mann über Mord.
Hast du jemals auf einem Schiffe den schrecklichen Schrei gehört: „Ein Mann über Bord!"? In der Stille und im Dunkel der Nacht ist es ein Schrei, der durch Mark und Bein dringt und dessen Echo uns vielleicht Wochen und Monate lang in den Ohren nachklingt.
Ich befand mich einst auf einem großen See- dampfer. Es war Nacht und alles an Bord in tiefster Ruhe. Da gellte plötzlich jener Schrei durch die stillen Räume des Schiffes. Alles fuhr aus dem Schlafe empor, und von rechts und links sah man Männer und Frauen, notdürftig bekleidet, herbeieilen. Es war ein aufregender Augenblick. Die tiefe Baßstimme des Kapitäns, das plötzliche Still
stehen der seufzenden und stoßenden Maschine, das Klirren der Ketten, in welchem das niederzulassende Boot hing, und schließlich das Geplätscher der Ruder im Wasser, alles das machte auf den Beobachter einen tiefen Eindruck. Endlich war alles still. Das Ohr lauschte mit der größten Spannung auf jedes Geräusch, das von dem Boote herübcrdrang.
Eine halbe Stunde verging, und man fing an sich traurig zuzuflüstern: „Zu spät!" Ja, es war zu spät. Als das Boot endlich zurückkehrte, konnte der Führer desselben dem Kapitän nur die traurige Meldung machen, daß man keine Spur von dem Verlorenen habe finden können. Es war ein Offizier von den an Bord befindlichen Truppen.
Unter der Wachmannschaft auf dem Verdeck be- fand sich ein junger, kräftiger Matrose. Gegen die Verschanzüng gelehnt, harrte er der Rückkehr des Bootes entgegen und meinte, die allgemeine Nieder- geschlagenheit über das Vorgefallene sei durchaus nicht am Platze. Als der Bootsführer seine traurige Meldung erstattet hatte, erging er sich in allerlei spöttischen, leichtfertigen Ausdrücken. „Was kann das Jammern nützen?" sagte er mit einem derben Fluch; „er wird unten im Seegras schon gute Gesellschaft finden."
In diesem Augenblick trat ein alter Mann an den Jüngling heran, legte ihm die Hand auf die "Schulter und sagte in ernstem Tone: „Mein Sohn I Ein ertrunkener Körper mag Ihnen von geringer Wichtigkeit erscheinen; aber eine verunglückte Seele, junger Mann, eine verunglückte Seele!"
Der Jüngling erbebte und wurde bleich. Die Worte schienen ihn in seinem Innersten getroffen zu haben. Er war ein leichtfertiger, aber offenbar noch nicht verhärteter Charakter. Das Wort des Greises war ein Wort zu seiner Zeit gewesen. . Während der ganzen Reise hörte man nie wieder einen Fluch aus dem Munde des jungen Matrosen, und sein Verhalten war derart, daß man hoffen darf, er sei zum Nachdenken gekommen und habe den einzigen Weg kennen gelernt, auf welchem ein Reisender nach der Ewigkeit seine unsterbliche Seele vor Schiffbruch bewahren kann.
Und welches ist dieser Weg? Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ! Wer an Ihn glaubt mit seinem ganzen Herzen, geht nicht verloren ewiglich. „Er wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Joh. 11, 25.)
Mein Leser! Du bist vielleicht m dieser Kricgs- zeit besorgt um viele Dinge, um dein leibliches Wohlergehen, um dein Hab und Gut, um deine Familie, um dein Geschäft usw.; aber denkst du auch an das eine, was not tut? Sorgst du für öewe unsterbliche Seele? „Was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber seine Seele einbüßte?" (Matth. 16, 26.) Übe» kurz oder lang mußt du fort aus dieser Welt, vielleicht heute, vielleicht morgen schon, um vor De«


