zu erscheinen, „der sowohl Seele als Leib zu ver- ! Serben vermag in der Hölle". (Matth. 10, 28.) O mein Freund, stehe still! Scherze nicht, spotte nicht, sondern bedenke, was zu deinem Frieden dient! Bedenke, daß ein Augenblick kommt, an welchem „Gott jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über das Verborgene bringen wird". (Pred. 12, 14.) Wie willst du in diesem Gericht bestehen? Eine ewige Verdammnis muß dein Los sein. O sorge, daß es nicht auch von dir einst heiße: „Ohne Gott gelebt, ohne Gott gestorben! Eine verunglückte Seele?"
Aufgeschaut.
„AufgeschautI" rief der wetterhartc Seemann, welcher soeben sein scharfes Auge ohne Zucken bis zum höchsten Mast hinaufschweifen ließ. „Aufgeschaut!" rief er nochmals mit Donnerstimme, denn dort oben auf der Mastspitze sah er seinen eigenen Sohn taumeln, schwanken, im Begriff, abzustürzen, aber sein Sohn hatte im rechten Augenblick den Warnungsruf vernommen, gehorsam schaute er empor, und unter diesem Emporschanen kam er wieder ins Gleichgewicht, seine Haltung wurde fest und stramm; dann glitt er von seinem gefährlichen Posten herab, und seines Vaters Arme fingen ihn auf.
„Aufgeschaut I" das ist der Ruf, der an alle ergeht, die in Gefahr, Verzweiflung und großen Nöten schweben. Schaut mit vertrauendem Blick empor! Der himmlische Vater ruft es uns selbst ermunternd zu. Die Arme Seiner Barmherzigkeit sind ausgebreitet, um jeden aufzufangen, der sich warnen läßt. Der Glaubensblick empor gibt unseren schwankenden Füßen den rechten Halt und unserem Herzen und Willen Festigkeit und Stärke.
Das „Aufgeschaut" des wetterharten, alten, erprobten Seemanns erinnert uns an die treue Mahnung unseres gen Himmel gefahrenen Königs: „Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist!"
K
Siehe das Lamm Oottes, welches die Sünde der Wett wegnimmt!
Welch eine Sprache der Liebe Gottes! Er hat Seinen eingeborenen Sohn gesandt, damit Er Sich zum Opfer hingebe für eine böse Welt und die Sünde wegnehme. Niemand in der Welt war imstande, die Frage der Sünde mit Gott zu ordnen; kein Mensch konnte seine eigene Sünde vor dem Angesicht Gottes hinwegtun, geschweige die eines anderen. „Keineswegs vermag jemand seinen Bruder zu erlösen, nicht kann er Gott ein Lösegeld geben; denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele, und er muß davon abstehen auf ewig." (Ps. 49, 7. 8.1
Und doch mußte die Frage der Sünde geordnet werden, wenn der Mensch mit Gott in Gemeinschaft kommen sollte. Die Sünde ist der verderbte Wille und Weg des von Gott abgefallenen Geschöpfes; es tut, was recht ist in seinen Augen, ohne nach Gott zu fragen. Der Mensch ist Gott nicht mehr untertänig, sondern Ihm entgegen und Sein Feind. So trennt die Sünde den Menschen von Gott.
Denkst du dies sei nicht schlimm; es sei die Sünde eine angeborene Sache, wofür eher Gott als der Mensch verantwortlich zu machen sei? Dies wäre eine böse Sprache, welche die Vermessenheit und Blindheit deines Herzens zeigte. Doch du sagst vielleicht, daß dich die Sünde noch nie beunruhigt, dir nie eine schlaflose Nacht gebracht habe. O siehe zu, teurer Freund, daß sie dir keine ruhelose Ewigkeit voll Qual und Herzeleid verschaffe. Hat sie deinem Auge nie eine Träne entlockt, eine Träne der Neue und des Schmerzes? Siehe zu, daß sie dir in Ewigkeit kein Meer von Tränen bringe, die niemand abwischen wird. Die Sünde ist eine schreckliche Sache in den Augen Gottes, „der zu rein ist, um Böses zu sehen". Die Sünde ist furchtbar vor Ihm; sie hat dem Sohne Gottes den Tod gebracht. Wie ernst! Darum spiele nicht mit derselben und scherze nicht mit der Gnade, die Gott dir in Christo Jesu anbietet. Er ruft dir zu: „Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt I"
Welch eine kostbare Botschaft! Die Sünde war das große Hindernis zur Entfaltung der Liebe Gottes in dieser Welt. Nun aber hat Christus, als das Lamm Gottes, ein ewig vollgültiges Opfer für die Sünde gebracht. Seitdem kann sich der Strom der Liebe Gottes frei ergießen und jeder '-Seele, die an Jesum glaubt, volle Vergebung und ewiges j Heil verleihen.
Johannes kam im Auftrag Gottes und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Seine Predigt war gewaltig, und viele, viele kamen voll Unruhe über ihre Sünden zu Ihm an den Jordan. Sie bekannten ihre Sünden und wurden getauft.
Eines Tages sah Johannes Jesum zu sich kommen, Gott in Gnaden herniederkommen in der Person Seines Sohnes, und in dem Augenblick, da sein Auge auf den HErrn der Herrlichkeit gerichtet war, der in Niedrigkeit ihm nahte, da offenbarte ihm der Geist Gottes, wer der Kommende war, und er sagte: „Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt! (Joh. 1, 34.)
Jetzt war die gesegnete Person vor ihm, welche die Frage der Sünde ordnen konnte. Ja, da kein Mensch dazu imstande gewesen war, war Er, der Sohn Gottes, gekommen. Daher fügte Johannes hinzu: „Ich habe gesehen und bezeugt, daß dieser
der Sohn Gottes ist." (Joh. 1, 34.)
Lieber Leser, was dünkt dich um Christum? Wessen Sohn ist Er? Eine bedeutungsvolle Frage,


