gilt, geoffenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Berechtig- keit vor Gott, die da kommt öurch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hier kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus Seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist/' (Röm. 3,19—24.)
So dürfen wir nun eine völlige Gerechtigkeit besitzen, mit der wir vor Gott bestehen können, wenn wir unsere eigene Gerechtigkeit als ein unflätiges Kleid im Lichte Gottes erkannt haben und Zuflucht zu Jesu genommen haben.
Hast du, o Seele, dir Jesum als Heiland erkoren?
Bist du errettet durch Ihn und von neuem aeboren?
Gott ist ja Licht,
Vor Ihm bestehen wir nicht;
Kamst du zu Ihm als verloren? esus errettet, nur Jesus führt Sünder zum Leben, ein andrer Name war jemals den Menschen gegeben.
Hier nur ist Heil;
Komm, dir wird Gnade zuteil,
Ewig mußt sonst du erbeben.
D wie so glücklich sind alle, die Zuflucht schon nahmen,
Die an dem Tage des Heiles zu Jesu hinkamen!
Gib ihm dein Herz,
Bring Ihm die Schuld uns den Schmerz! Komme zu Jesu doch! Amen.
Wer zu Jesu gekommen ist, hat seine eigene Ungerechtigkeit erkannt, ist aber von Gott umsonst gerechtfertigt aus Seiner Gnade; er ist abgewaschen von seinen Sünden. Wenn aber Kinder Gottes wissen, daß sie vor Gott gerechtfertigt dastehen, so nimmt dieses Bewußtsein alle Furcht vor Gott hinweg, sie haben Frieden mit Ihm, sie haben einen stets offenen Zugang zu Ihm, sie legen sich als Kinder an Sein Vaterherz; sie sind gewiß, daß sie nichts von Gott scheiden mag, und mit dankbarem Herzen für diese unverdiente Gerechtigkeit gehen sie der Zukunft des HErrn entgegen O. D.
K
Aas Keheimnis des Klaubens. Glauben heißt: Gott recht geben, auf Grund Seines Wortes!
Glauben heißt: Gott in Seinem Worte erkennen und Sein Wort nehmen wie Ihn selber und Ihn selber wie Sein Wort. Also Gott beim Worte nehmen, das heißt glauben.
Aber wo steckt da das Geheimnis?
Höre, das ureigentliche Geheimnis des Glaubens steckt in der Jchver- neinung des Glaubenden.
Das laßt uns jetzt recht erkennen; denn davon hängt alles weitere ab, und nichts lernt der Mensch langsamer als dieses! Höre! Wer Gott auf Grund des Wortes Gottes recht geben will, muß nämlich sich selber Unrecht geben. Wer anfangen will,
Gott zu glauben, muß aufhören, sich selber zu glauben. Wer Gott Zusagen will, muß sich selber absagen. Wer Gott vertrauen will, muß sich selber mißtrauen. Wer Gottes Weisheit und Wesen gewinnen will, muß die eigene Weisheit und das eigene Wesen verlieren.
Aber warum dies alles? Weil Gottes Gedanken nicht unsere Gedanken und unsere Wege nicht Seine Wege find ! Sondern soviel der Himmel höher als die Erde ist, so sind Gottes Wege höher als unsere Wege und Seine Gedanken höher als unsere Gedanken. (Jes. 55, 8. 9.) Nun aber sind die himmelhoch das menschliche Denken überragenden Gedanken Gottes durch die Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift zu uns auf die Erde gekommen und uns durch auserwählte Werkzeuge Gottes kundgemacht worden. (Ebr. 1, 1. 2; 2 Petri 1, 21.) Und damit ist die Bibel das wunderseltsame Buch geworden, das uns in die himmelhohen Gedanken der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes (1 Kor. 2, 7) und in die Wege Gottes einführen will, um uns zu befähigen, biblisch-göttlich denken und handeln zu lernen. Dabei sollen wir unsere erdenniedrigen Menschengedanken gegen Gottes hohe Himmelsgedanken vertauschen und unsere irdischen, irrenden Menschenwege gegen Gottes ewige Wahr» heits- und Heilswege aufgeben lernen. Das führt aber zu ganz gewaltigen Zusammenstößen. Denn der Mensch ist bis in die Wurzeln seines adamitischen Wesens verankert im allgemeinen und eigenen menschlichen Denken und will und kann es nicht fassen, daß dies Denken ein gottfernes, weil gottentfremdetes und also vor Gott unzulängliches Denken sein soll. Um jeden Preis möchte er die Menschenweisheit als bereits göttliche Weisheit hinftellen und mit ihr den Himmel ersteigen, und um keinen Preis möchte er einsehen, daß die Ellenlänge seiner irdischen Denkgesetze weder zur Selbsterkenntnis noch zur Gottes- erkenntnis ausreicht. So ist dem Menschen nichts natürlicher als der Glaube an sich selbst und der Zweifel an der Heiligen Schrift^ die seinem Denken geradezu ins Gesicht schlägt. Wie sollte er ohne weiteres glauben können? Ja, zu einem Glauben an einen „unbekannten Gott", den das für Gott geschaffene Herz tastend ahnt, und der bei gutem Willen schließlich noch aus Seinen Werken in der Natur zu ersehen ist, reicht der menschliche Gedanke noch aus, aber der biblische Glaube scheint ihm unannehmbar, und sein Geheimnis erledigt man am liebsten als Torheit und Ärgernis. (1 Kor. 1, 18. 23 und Kap. 2.)
Wie soll ein Mensch sich selber den Mund stopfen und den Lauf seiner Natur stillstellen? Er kann es nicht Deshalb kann auch niemand aus fich selber ins Geheimnis des Glaubens eindringen und aus eigenem Vermögen glauben lernen. Wohl wimmelt es allenthalben von Versuchen, sich in den biblischen Glauben irgend-


