Ausgabe 
26.8.1917
Seite
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zuviel, keine Arbeit zu schwer, und kein Opfer zu groß, und sie konnte es gar nicht verstehen, Saß ihre Schwester sich gar nicht an dieser Liebesarbeit für den HErrn beteiligte. Auch Martha gibt uns in dieser Hinsicht recht nützliche und lehrreiche Winke in der Arbeit für den HErrn.

Von Lazarus wird uns weniger berichtet. Nur in einem der vier Evangelien wird sein Name ge- nannt. Er gehörte zu den Stillen im Lande. Dennoch scheint er eine sehr liebenswürdige Person gewesen zu sein; denn Jesus liebte ihn mit einer Liebe, die den großen Meister zu Tränen rührte an der Gruft seines geliebten Freundes. Lazarus war ein treuer Freund und Anhänger Jesu und seiner Jünger, der durch seinen stillen und gottseligen Wandel dem HErrn und Seiner Sache Ehre zu bereiten suchte. Welch ein liebliches Bild entrollt sich vor unseren Blicken, wenn wir unser Augenmerk auf die drei gottgeweihten Seelen in Bethanien richten! Kein Wunder, wenn Jesus Sich dahingezogen fühlte. Und wie glücklich waren die Geschwister durch die Gegen­wart ihres hochgelobten Heilandes! Wieviel Gutes durften sie in der segensreichen und lebenspendenden Gemeinschaft ihres HErrn genießen, welche kostbaren und unvergleichlichen Schätze durften sie sammeln! Er trocknete die Tränen, Er verband ihre Schmerzen und war ihre Zuflucht und ihr Helfer in der Not.

Würde Jesus in einem Hause weilen können, wo nichts als Eitelkeit und Weltsinn die Gemüter und Gedanken beschäftigt? Sicherlich nicht. Nein, Jesus wird nur da wohnen und wirken und Sich offenbaren in Seiner Scgensfülle, wo man bestrebt ist, in Seinen Wegen zu wandeln. Jesus sagt:Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen." (Joh. 14,23.)

Lieber Leser, wohnt Jesus in deinem Herzen und in deinem Hause? Wo Jesus fehlt, da fehlt das Beste, das Notwendigste, was zum zeitlichen und ewigen Wohlergehen erforderlich ist. Ja, wo Jesus fehlt, da fehlt alles, was auch der Mensch sonst zu besitzen vorgeben mag. Christus will mit Seinem Heile und Lichte bei einem jeden von uns einkehren. Und wenn Er nicht kommt, liegt es niemals an dem Mangel Seiner Bereitwilligkeit, sondern einfach daran, daß wir Sein Kommen zu uns nicht wünschen oder unmöglich machen. Offne dein Herz und Haus, lieber Leser, für den großen Heil- und Segenspender, so wirst du mit Ihm hier und dermaleinst selig sein.

P. B.

L

Wie ein Anarchist durch einen Wandspruch öekestrt ward.

Zu Bern in der Schweiz lag ein Anarchist am Nervenfieber iin Krankenhaus. Als die Krisis vor­über war und er aus seinen Fieberphantasien er­

wachte, las er über seinem Bette den Wandspruch: Der Meister ist da und ruft dich." (Joh 11, 28.) Er fragt die Schwester, was es mit dem Spruche auf sich habe. Sie erzählt ihm, daß der HErr Jesus nach Bethanien gekommen wäre, Seinen Freund Laza­rus aufzuerwecken; daß seine Schwester Martha zu­erst von Seiner Ankunft gehört habe und zu Ihm hinausgeeilt sei und von Ihm gehört habe, daß ihr Bruder auferstehen solle. Da ging sie hin und rief ihre Schwester Maria und sagte ihr:Der Meister ist da und ruft dich." So ist der Heiland auch hier und ruft dir zu:Jüngling, Ich sage dir, stehe auf!" Da sagte der Anarchist:Das kann ich nichr glauben. Ich bin zu böse und gottlos gewesen." Sie aber sagte:Der Schächer am Kreuze hat'r

wohl noch schlimmer gemacht; aber weil er gläubig den Heiland bat:HErr, gedenke an mich, wenn

Du in Dein Reich kommst!" so begnadigte Er ihn und sagte:Wahrlich, Ich sage dir, heute wirst du mit Mir im Paradiese sein!" Da freute sich der Anarchist, und er hat diese Botschaft nicht selbst­süchtig für sich behalten, sondern viele andere Sünder zu retten gesucht. So kann der HErr auch durch die stumme Predigt eines Wandspruches Menscher bekehren. -

Zuerst Erkenntnis der Sünden.

Bevor ein Sünder zu der Erkenntnis kommt, daß Jesus sein Retter ist, bevor er die Gerechtigkeit durch das Opfer Christi erfassen kann, muß er er­kennen, daß er ungerecht ist.

Es ist zuerst das große Gnadenwerk Gotte-, den Sünder von seinen Sünden, von seinen Unge­rechtigkeiten und seinen Missetaten zu überzeugen. Wenn Er einem Menschen seinen wahren Herzens- zustand aufdeckt, dann hört aller eigene Ruhm auf, und es bleibt nichts anderes übrig, als Selbstanklage und Selbstverdammung.

So kommt die wahre, gottgewollte Buße ja> stände. Solche Menschen müßten dann verzagen und zugrundegehen, wenn ihnen nicht Gott nach Seiner großen Barmherzigkeit den Blick dahin öffnete, daß sie Jesum als ihren Retter erkennen können.

Gott führt solche dann zu der Gerechtigkeit in Christo durch die Erkenntnis dessen, was Er für Sünder getan hat. Diese Gerechtigkeit wird dem Sünder zugerechnet, wenn er im Glauben seine Zu­flucht zu dem Verdienst des Heilandes nimmt.

Das Wort Gottes sagt uns:Wir wissen aber, daß. was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind; auf daß aller Mund ver­stopft werde und alle Welt Gott schuldig sei: darum, daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor Ihm gerecht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott