Ausgabe 
5.8.1917
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I kemeinsebaltsblatl für Bessen. r

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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Uerlag der Bucbhandlung der pilgesmisrisa Gießen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießeu. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Ducken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel.

Rr. 31.

Sonntag, dm 5. August 1917.

10. Iahrg.

Z>ie geheimnisvolle Schrift.

(Dan. 5.)

Der König zu Babel hatte den Fürsten und Gewaltigen seines Reiches ein großes Mahl be­reitet. An Wein und herrlichen Speisen war kein Mangel. Ausgelassene Freude herrschte in dem königlichen Palast, in welchem tausend der Großen des Reiches zusammen waren. Als die Lust aufss höchste gestiegen war, befahl der König, die gol- denen und die sil­bernen Gefäße herbci- zubringen, welche Ne- bnkadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte.

I« gottloser Ver­messenheit ließ er diese Gefäße mit Wein fällen, und er und seine Gewaltigen und seine Weiber tranken daraus und priesen zugleich ihre Götter von Gold und Silber, von Erz, Eisen, Holz und Stein.

Da mit einem Male verschwand cher Glanz der Freude von dem Angesicht des Königs; das Lachen und Lärmen verstummte. Angst und Schrecken erfüllten sein Herz, und seine Knie 'chlotterten. Was war geschehen? Finger einer

Menschenhand waren hervorgekommen und hatten dem Leuchter gegenüber, auf den Kalk der Wand geschrieben. Der König hatte die Hand deutlich gesehen. Woher kam sie? Was bedeuteten die geschriebenen Worte? Von Grauen erfaßt, gebot Belsazar, die chaldäischen Wahr- sager herbeizurufen, damit sie ihm die Deutung der Schrift anzeigten. Aber nie­mand war imstande, die Schrift zu lesen. Endlich wurde Da­niel, der treue Zeuge Gottes in Babylon, herbeigeholt. Dieser las die Schrift und gab auch die Deutung an. Es stand da ge­schrieben:Mene,

Mene, T e k e l, Upharsin." Und die Deutung lautete: Mene Gott hat dein Königtum ge- zählt und macht ihm ein Ende. Tekel du bist auf der Wage ge­wogen und zu leicht er­funden worden Uphar­sin dein Königtum wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben."

Und so wie es da­stand, so geschah es. Nochin derselben Nacht wurde Bel- sazar, der König der Chaldäer, getötet". (Dan. 5.)