KriegseLend.
So viele, die nie an der Front gestanden haben, sind dennoch durch den Krieg getötet worden. Die Unruhe und Last des Krieges hat ihnen das Herz gebrochen. Andere haben den Berlust ihrer Lieben nicht zu überleben vermocht. Wieder andere hat die Sorge um ihre Lieben umgebracht. Viele sind vor Erbitterung über ihr Kriegslos krank geworden und haben sich in Groll und Murren verzehrt Menschen hat das Unheil des Krieges wahnsinnig gemacht. Und nun erst das eigentliche Elend auf dem Schlachtfeld und in den Lazaretten!
Draußen das bluteßde Heer der Kämpfer, hinter der Front das Heer der Verwundeten und Sterbenden, das Heer der Krüppel, Verstümmelten, Erblindeten, Tauben! Dazu die vom Kriege betroffene Bevölkerung, das Heer der Obdach- und Heimatlosen, Hungernden und Verarmten I Und zu alledem das Heer der Witwen und Waisen und das riesengroße schwarze Heer der Leidtragenden!
Warum und wozu all dies Kriegselend? Warum und wozu dies blutige, mörderische Ringen? Warum und wozu dies Seufzen, Stöhnen, Jammern, Schreien? Wozu die wilde Unruhe des Kriegslärms? Ach, nur eine Antwort gibt es, die groß und wahr genug ist! Sie lautet: Damit das Menschenherz einmal deir wirr.en Welt lärm, der jetzt zum wüsten, wehen Kriegslärm geworden ist, in seiner ganzen Trostlosigkeit und fluchbeladenen friedlosen Unruhe erkennen und vom tiefsten Grunde aus friedebedürftig werden soll.
Wer von diesem innersten Friedensbedürfnis erfaßt worden ist, dem wird das Kommen des äußeren Friedens als Beendigung des Krieges nicht mehr genügen, der schaut aus nach einem höheren und bleibenderen Frieden, nach dem Frieden mit Gott, der alle Vernunft und allen so zweifelhaften „Völker- friedeiü himmelhoch übersteigt. Nichts anderes sol" der Krieg sein, als der eiserne Wecker de? Bedürfnisses nach Frieden mrt Gott. Uw nichts anderes liegt dem Menschen so fern wie das Bedürfnis nach diesem Frieden.
Mit der Erscheinung Jesu Christi auf Erden enthüllt und entrollt sich das ganze Friedenspro gramm Gottes für Menschen und Erde. Die ganze Friedenspolitik Gottes ist in Jesu Christr anschaulich und durchsichtig geworden. Wie klar drückt sich die Friedensabsicht Gottes schon be' der Geburt Jesu aus! Der Gott alles Friedens führt Seinen Sohn in den Erdkreis ein, damit „Friede auf Erden" werde. Vor Jesu sollten die Menschen zunächst einmal erkennen, woher ihr Unfriede stammt und was zu ihrem Frieden dient! Schon von dem Kindlein in der Krippe sollten sie lernen, wie Gott auf all ihren Hochmut mit Niedrigkeit antwortet. Ferner sollten die Menschen vor dem
von ihnen verworfenen, geschmähten und gekreuzigten Gottessohn den blutigen Fluch ihrer Fried- losigkeit einsehen lernen. Und schließlich sollte« sie in dem unter die Übeltäter gezählten einzig wahren Wohltäter der Menschheit, in dem am Fluchholz für die Sünder bittenden und sterbenden Lebensund Frieöensfürsteu das Sühnopfer Gottes für allen bösen menschlichen Unfrieden erblicken. Gott hat Sein Friedensangebot gemacht und Sein Friedensopfer gebracht, indem Er Jesum, den einzigen Gerechten, für uns alle, die Ungerechten, dahingegeben hat, auf daß alle durch den Einen errettet werden sollten.
Nichts und niemand wird den Frieden erringe« für Herz, Menschheit und Erde, allein Er wird ih« schenken. Gott hat allen Menschen ein Friedens- angebot gemacht, indem Er um unseres Friedens willen Seines eigenen Sohnes nicht verschonte, sondern Ihn für unser aller Sünden dahingab, damit wir in Ihm Vergebung der Sünden, Versöhnung mit Gott, Freude und Friede im Heilige« Geiste und ewiges Leben hätten. Teures Herz, niemand als Gott selbst kann dir solch ein Gnaden- uud Friedensangebot machen. Wie armselig er- scheinen diesem göttlichen Friedensangebot gegenüber alle Friedensvorschläge der menschlichen Kriegsmächte!
Und was ist aller Kriegsgewinn der irdisch siegenden Reiche an Macht und Ansehen auf Erden vor den Menschen gegenüber dem himmlischen Gewinn durch den Sieg der Liebe Gottes in Christo über die Sünden- und Satansmächte! Bringt uns doch das Friedensangebot Gottes auf Grund des vollendeten Sieges am Kreuze Christi keinen geringeren Gewinn als unser Teilhabcn am Reiche Gottes, und kein geringeres Ansehen vor Gott, als das eines Kindes Gottes! Welch wunder- bar günstiges Angebot, welch unermeßlich reicher Gewinn! Solltest du da nicht aufs ernsteste deine Friedensbemühungen solchem Friedensangebot Gottes zuwenden? F. B.
K
Ist derKKrr Zesus schon bei dir eingekestrt?
In Jericho lebte ein kleiner Mann, der von seinen Mitbürgern scheel angesehen wurde, und auch nicht mit Unrecht. Er stand im Solde der Fremd- Herrscher, der Römer, und trieb in ihrem Auftrag die schweren Steuern und Abgaben unerbittlich ein, und oftmals auch mehr als Gesetz war, um sich selbst dadurch zu bereichern. Dieser kleine, verachtete Zöllner, Zachäus mit Namen, hörte von den großen Taten, Reden und Wundern des HErrn Jesu, und sein Herz bewunderte den gewaltigen Propheten und sehnte sich danach, Ihn einmal recht nahe und deutlich betrachten zu können. Als es nun eines Tages hieß: „Der Prophet aus Nazareth, Jesus, kommt nach Jericho," da kletterte der Mann, getrieben


