armer Gatte, ich betete und hoffte und harrte, daß er doch auch möchte in dieser Zeit der allgemeinen Erweckung und Bekehrung zum HErrn gebracht werden. Nun ritt er diesen Morgen fort und sagte, er würde nicht eher wieder zurückkommen, als bis diese religiöse Bewegung vorüber sei. Ach, wie soll, wie kann ich dies ertragen?" Ich sagte ihr: „Es ist jetzt beinahe Zeit zur Frühbetstunde. Wir wollen hingehen und ihn dem HErrn anempfehlen. Wir wollen besondere Fürbitte einlegen, daß der HErr ihn zurückführe in unsere Mitte. Der HErr kann ihn zurückbringen, und ich glaube, Tr wird es auch tun. Wir müssen nur gläubig beten." Sie trocknete ihre Tränen sofort und schien sich festzuhalten an meinen Worten.
Wir gingen zum Versammlungsort und fanden das Zimmer schon ziemlich angefüllt. Kurz nach der Eröffnung machte ich diesen Fall bekannt und forderte alle Anwesenden ernstlich auf, diesen Mann, der es unternommen hatte, Gott zu entfliehen, in gläubigem Gebet vor den HErrn zu bringen, damit Er ihn zurückführe, ihm seine Sünden vorstelle und er bekehrt werden möge. Die Versammlung befand sich in tiefem Ernste, und ich hatte die Gewißheit, dies Gebet würde erhört werden.
Am Abend war dann wieder Versammlung, und die Tür ging auf und — unser Ungläubiger trat ein. Nachdem er etliche Minuten gewartet hatte, um eine passende Gelegenheit zu erhalten, sagte er folgendes: -Ich ging diesen Morgen fort und sagte meiner Frau, ich würde nicht eher wiederkommen, bis diese Bewegung vorüber sei. Ich ritt über die Berge, über den Strom ins Land hinein, da mit einem Male, gerade auf der Höhe eines Berges, wurde ich plötzlich angehalten, konnte nicht weiter, sondern war wie festgebannt. Das Gefühl meiner Sünden kam über mich, und schreckliche Augenblicke hatte ich zu erleben. Ich fühlte mich als einen der ärmsten Sünder, und meine ewige Verdammnis stand mir vor Augen. Ich hatte mit
einem Male meinen Unglauben verloren, und ich weiß jetzt, daß ich von neuem geboren werden muß, wenn ich ins Reich Gottes eingehen will. O betet ernstlich für mich, daß der HErr Sich über mich er- barme, alles andere hilft mir jetzt nicht mehr." Hiermit setzte er sich. Die ganze Versammlung war zu Tränen gerührt ob dem Sünder, der Buße tat, und des schon teilweise erhörten Gebetes. Brünstige Gebete stiegen nun für seine Rettung zum Throne der Gnade empor.
Und dieser starke, verständige Mann, einst einer der entschiedensten Ungläubigen, die ich kannte, ist jetzt einer der fröhlichsten, seligsten, aber auch fleißigsten Männer Gottes, die man finden kann.
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Die Schächergnade.
Christus ist bereit, den Sünder noch im letzten Augenblick zu erretten. Er war schon im Scheiden; sein Fuß stand bereits auf der Schwelle des Vaterhauses. Da kommt noch zu guter Letzt, zur elften Stunde, ein armer Sünder, und der Heiland lächelt ihm freundlich zu und erklärt, Er werde nicht ohne den verspäteten Wanderer hineingehen. Schon an der Pforte stehend, erklärt Er, die suchende Seele solle mit Ihm zugleich eingelassen werden. Der Sünder hätte längst kommen können, und unsereiner hätte wahrscheinlich gesagt: „Du hast bis zum letzten Augenblick gewartet, jetzt habe ich keine Zeit mehr, mich mit dir abzugeben." Unser HErr und Heiland ringt im Todeskampfe; dennoch gibt Er sich mit dem sterbenden Verbrecher ab und erlaubt ihm, in seiner Gesellschaft durch die Himmelspforte einzugehen. Es ist dem HErrn eine Freude, die Sünder von dem Untergang zu erretten. So glücklich du auch über die dir zuteil gewordene Errettung sein magst, kannst du es nicht halb so sehr sein, wie es der HErr Jesus ist, wenn Ihm deine Rettung ! gelingt. Sieh, wie freundlich Er istl
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Versammlungs-Anzeige.
Bezirk Sellnrod.
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□ £ü»w 1 . Äuli Nersammlung im Freien in UltriMtein
Anzeige» für die Ammern 29-32 spätestens dis juitt 8.3»(i d. 3s. erbeten.


