Ausgabe 
8.7.1917
Seite
3
 
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Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht Sein. Wer nicht von neuem geboren ist, kann das Reich Gottes nicht sehen! Die Augen des HErrn durch­laufen die ganze Erde nach solchen, deren Herz un­geteilt auf Ihn gerichtet ist. Suche nicht länger im Strudel der verschiedenen Zerstreuungen und Vergnügen den Ernst der Zeit zu vergessen und dein mahnendes Gewissen zu betäuben, sondern trachte nach dem, was droben ist, denn das Zeitalter der Gnade ist bald vorüber, unü die Zeit des Gerichts nimmt ihren Anfang. Wer aber sein Leben dem Christus geweiht hat, weiß, daß die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit. W. R.

K

Morgki,."

Ein wohlhabender Gutsbesitzer besuchte eines Tages mit seiner Frau eine christliche Versammlung. Die Frau kannte den HErrn schon länger und be­merkte zu ihrer Freude, daß ihr Mann während der Verkündigung des Evangeliums vergeblich seine Be­wegung zu verbergen suchte. Der Prediger warnte seine Zuhörer ernstlich, nicht länger aufzuschieben, und forderte sie auf,heute" noch zu Jesu zu eilen. Am Schlüsse der Versammlung bat er diejenigen, welche noch näher mit dem Wege des Heils bekannt gemacht zu werden wünschten, noch zurückzubleiben. Verschiedene Personen folgten dieser Aufforderung; doch .der Gutsbesitzer nicht, obwohl seine Frau ihn dringend bat, zu bleiben, und sich anbot, draußen auf ihn zu warten.Nein," sagte er in bestimmtem Tone,jetzt kann ich nicht; aber morgen wollen wir wiedcrkommen und der angekündigten Gebetsstunde beiwohnen. Heute geht es nicht "

Seine Frau bat noch einmal, aber umsonst. Als sie sah, daß sein Entschluß feststand, verließ sie mit ihm den Versammlungssaal. Die Nacht war dunkel, und das Pferd des Gutsbesitzers sehr unruhig und widerspenstig. Als sie vielleicht eine halbe Stunde von dem Dorfe entfernt sein mochten, scheute das Pferd; der Wagen schlug um, und die beiden Insassen wurden zu Boden geschleudert. Die Frau stand im nächsten Augenblick unversehrt auf, der Mann aber lag wie tot am Boden. Er war mit dem Kopfe gegen einen Stein geschleudert worden und blutete aus einer tiefen Wunde. Indes kam er bald wieder zur Besinnung, aber nur um seinem tödlich erschrockenen Weibe noch einmal die Hand zu drücken und ihr die Worte zuzurufen:Lebe wohl

für immer, Marie! Meine Seele ist verloren, für ewig verloren! Das schrecklicheMorgen," das die Hölle mit unsterblichen Seelen füllt, hat auch mich ms Verderben gestürzt." Es waren seine letzten Worte; nach wenigen Minuten war er eine Leiche.

Ja, mein Leser, wie viele Tausende und Mil­lionen von Menschen hat dieses schrecklicheMorgen,"

schon unglücklich gemacht! Und wie viele gibt es heute noch, die auf die freundliche Einladung des Evangeliums antworten, wie einst der Landpfleger Felix:Für jetzt gehe hin; wenn ich aber ge- legene Zeit habe, werde ich dich rufen lassen." jApg. 24, 25.) Es gibt Augenblicke im Leben, ffelbst in dem Leben des verhärtetsten Sünders, wo er an die Ewigkeit erinnert wird, wo das Gewissen seine Stimme erhebt und das Herz zittert bei dem Ge­danken, vor einem heiligen Gott erscheinen zu müssen. Solche Augenblicke sind göttliche Mahnstimmen. Aber was tut der Mensch? Der eine sagt:Ich bin noch zu jung, um mich mit so ernsten Gedanken zu beschäftigen." Ein anderer meint:Was würden alle meine Bekannten von mir sagen, wenn ich mit einem Male fromm würde?" Ein dritter wirft ein: Man muß nichts übertreiben. Alle Menschen sind Sünder; wenn ich aber tue, was ich kann, so wird Gott, der ja die Liebe ist, nicht allzu unbarmherzig sein und das noch Mangelnde wohl ersetzen usw."

Aber ach, wie töricht sind alle, die so reden und denken! Du, der du dich noch zu jung wähnst. um zu Jesu zu gehen, kann es nicht morgen schon zu spät für dich sein? Kann nichtdas schreckliche »Morgen«, das die Hölle mit unsterblichen Seelen füllt," auch dich ins Verderben stürzen? Und du, der du den Spott deiner Freunde und Bekannten fürchtest, was willst du sagen, wenn du morgen vor Gott stehst? Und du, der du tust, was du kannst, wirst du-morgen genug getan haben, um vor dem dreimal heiligen Gott bestehen zu können? Heute mußt du zu Jesu gehen; heute ist der Tag des Heils.Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!" Jesus allein kann dich erretten. Du bist verloren, tot in Sünden und Vergehungen. Nichtsals dasBlutJesu kann deine Sünden auslöschen, nichts als dieses kostbare Blut kann dir Ruhe verschaffen. Suche des­halb nicht länger die Stimme deines Gewissens zum Schweigen zu bringen; sondern stehe still auf deinem Wege, komm zu dir selbst, wie der verlorene Sohn, und eile zu Jesu, zu Ihm, der Sich selbst den Weg, die Wahrheit und das Leben nennt, ehe es zu spät, für ewig zu spät ist! R. B

ZL

Wo soff ich Hinssieyen?

Ich sah eines Morgens aus meinem Fenster, als es eben anfiag hell zu werden, und ward eine Frau gewahr, die sich an meine Garte tür lehnte und bitterlich weinte. Sofort erkannte ich in ihr eine ernste und aufrichtige Christin, deren Mann einer der größten Ungläubigen war. Ich trat hinaus, die Stufen hinab, ging hin zu ihr und fragte sie freundlich, was sie so früh hierhergebracht habe und was ihr fehle. Sie erwiderle:Ach, mein