„Gefahr" bedeute. „Würdest du deinen Zug aufhalten, wenn du eine rote Fahne sehen würdest?" fragte das Mädchen. „Ei freilich," entgegnete der Vater, „sonst könnt's ja ein Unglück geben." Als der Vater fort war, kam die Kleine zur Mutter und fand sie in der Küche weinend. „Warum weinst du denn?" fragte sie, aber die Mutter gab keine Antwort. Als aber das Mädchen auf dem Tische eine Flasche stehen sah, die verdächtigen Geruch ausströmte, rief sie: „O, ich weiß, warum du weinst! Nicht wahr, weil der Vater wieder Branntwein getrunken hat, ehe er in den Dienst ging?" Die Mutter nickte bejahend. „Es wird immer ärger mit ihm, er glaubt's ja nicht, sondern er trinkt mehr und öfter wie früher. O, er wird deshalb noch seinen Posten verlieren! Er meint, die Leute wissen es nicht, aber sie müsfen's ja merken." Was konnte das Töchterchen für ihren lieben Vater tun? Es sann hin und her, und endlich fand cs etwas. Als am anderen Morgen der Lokomotivführer, ehe er in den Dienst ging, seinen Morgentrunk aus der Flasche tun wollte, fand er die rote Fahne an der Flasche angebunden, das Signal „Gefahr" neben dem verderblichen Trunk. Und des Kindes Warnung war des Vaters Rettung.
N
Der Krieg — ein Kericht?
„So spricht Jehovah der Heerscharen: Siehe, Unglück geht aus von Nation zu Nation, und ein gewaltiger Sturm macht sich auf von dem äußersten Ende der Erde!" (Jer. 25, 32.)
„Jehovah ist ein Gott des Gerichts; glückselig alle, die auf Ihn trauen!" (Jes. 30, 18.)
Tausende auf Erden fragen jetzt aus verzweifelten, verbitterten Herzen: „Warum?" Und Tausende, die sich Christen nennen, sprechen es ratlos nach: „Warum dies Elend, und wo ist da noch ein Gott der Liebe zu finden? Nein, wir können und wollen es nicht mehr glauben, das Märchen vom lieben Gott!" So begraben sie denn noch ihre letzte, leise Hoffnung, und siehe da, nun ist alles dunkel, der Himmel dunkel, die Erde, die Zu- kunft, alles ist dunkel geworden, und wie Blinde tappen die Menschen in dieser furchtbaren Finsternis.
Wer du auch bist, Freund, wenn du zu denen gehörst, die „Warum?" fragen, so stehe einmal still und überlege dir, wie töricht es ist, den Höchsten anzuklagen.
Denn nicht Er, der HErr, sondern die Menschen selbst sind es ja, die Krieg führen! Ernten sie nicht, was sie selbst gesät haben? Nicht Gott im Himmel, sondern die Sünde ist der Leute Ver- derben! Wenn sie Gott gekannt hätten und Seinem Worte gefolgt wären, dann würde die Liebe herrschen, die dem Nächsten nichts Böses tut, und Krieg wäre
unmöglich. Aber die Menschheit hängr dem Valcr der Lüge an, dem Teufel, und dessen Parole war stets: Haß und Tod, auch in Friedenszeiten! Er ist es auch, der den Leuten einslüstert: „Sollte es einen Gott geben?" Ja, so sieht es heute aus unter der sogenannten Christenheit, die Schleier sind aufgedeckt, und man sieht, daß das Wort Gottes abermals recht hat, wenn es sagt: „Sie gleiche!, übertünchten Gräbern, die von außen schön er- scheinen, innen aber voller Totengebeine und Moor sind. Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in ihren Werken verleugnen sie Ihn und sind greulich und ungehorsam." (Matth. 23 und Tit. 1.) Haß, Wut, Verrohung, Mord und Schande sind offenbar ge- worden, trotz der vielgerühmten Zivilisation, Kultur und Selbstveredelung der Meirichen.
Als das Volk Israel seinen Gott verlassen und verachtet hatte, um den falschen Propheten und ihren Götzen zu dienen, brach das längst an- gekündigte Gericht über sie herein, und heute noch sind sie als mahnendes Beispiel der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes auf der ganzen Erde zer- streut. Heimatlos wie irrende Schafe ohne Hirten
So bricht auch endlich das Gericht herein über die Völker, die das Evangelium von der rettenden Gnade in Christo mit Füßen getreten und verdreht haben, um ihren selbstgemachten Religionen und Idealen nachzugehen. Geld, Gut und Menschenehre sind die modernen Götzen, denen sie mit Leib und Seele dienen, und wer wollte die Zahl der falschen Propheten uti&- ihrer Lehren aufzählen?
„HErr, Deine Augen sehen nach dem Glauben. Du hast sie geschlagen, aber sie fü len es nicht, Du machst es schier aus mir ihnen, aber sie bessern sich nicht. Sie haben ein härteres Angesicht als ein Fels und wollen nicht umkehren." (Jet 5, 3.)
Gott, der einen großen, herrlichen Plan mit der Menschheit verfolgt, läßt das Unglück z», um ihnen zu zeigen, wohin sie geraten — ohne Ihn! Aber blind und taub strömt die Masse dahin aus dem breiten Wege ins Verderben. Auch du hast vielleicht schon mamches Buch, manche Zeitung gelesen, aber die vielverspottete, unmoderne Bibel nicht, sonst brauchtest du nicht im Dunkel zu tappen, denn sie ist ein Licht auf unserem Wege. Sonst könntest du die Zeichen der Zeit beurteilen und würdest staunend Gott anbeten über die Erfüllung Seines Wortes und den herrlichen Plan Seiner Weisheit und Liebe. Ja, Er ist dennoch ein lebendiger Gott der Liebe, und die Ihn kennen und Seinen Geist haben, die sich versöhnen ließen durch das stellvertretende Opfer Jesu Christo am Kreuze, wissen cs und bezeugen auch im Kriegswetter: „Glückselig sind, die auf Ihn trauen!" Der schmale Weg des Lebens, den nur wenige gehen, geht über Golgatha Willst du dich aufmachen und danach ringen, durm die enge Pforte einzugehen? Der Sohn Gotle-.- fuhrt allein zum Lichte zur Wahrheit und zum Leben


