Ausgabe 
17.6.1917
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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Verlag der Sucddanüluks der PilgrniUsiJfl ül.tzen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel und der Prediger der Pilgermission. Druck von I. G. Lücken Nachfolger, G. m. b. H-, Cassel.

Rr. 24.

Sonntag, den 17. Juni 1917.

10. 3ahrg.

Kagar.

(1 Mose 21.)

Auf unserem Bilde sehen wir im Hintergrund, wie Sara ihren Sohn Isaak herzt, und vorn sehen wir, wie Abraham einen Schlauch mit Wasser auf Hagars Hals legt, und dann muß Hagar mit ihrem Sohne Jsmael sein Haus verlassen. Wenn wir daran denken, welche Stellung Hagar im Hause Abrahams eingenommen hatte, dann kann uns diese Tat unbarmherzig und ungerecht erscheinen, und doch sehen wir, daß Abraham aus Gottes Geheiß so handelte. Da ging nun Hagar mit ihrem Sohne hinaus, und beiBeer-Seba ging sie irre in der Wüste, und dann setzte sie sich hin und weinte.

Als es so ganz und gar mit Hagar aus zu sein schien, rief ihr der Engel des HErrn zu:Was ist dir, Hagar? Wo kommst du her? Wo willst du hin? Fürchte dich nicht I"

Ja, Gott kümmert Sich um den Elenden in seinem Jammer. Er kümmerte Sich um Adam nach dem Sündenfall. Er hat nicht Wohlgefallen an dem Tode des Sünders, sondern daß er zu Ihm umkehre und lebe. Er streckt Seine Arme nach dem Sünder aus, wie der Vater nach dem verlorenen Sohne.

Er fragt die Verirrten, wo sie seien und was der Ausgang ihres Weges sein sollte. Er will nicht, daß sie ins ewige Verderben gehen. Hagar saß trostlos in der Wüste; was sollte aus ihr werden?

Gott sah ihr Elend und redete freundlich mit ihr. Er läßt die Frage an sie richten:Was ist dir, Hagar?"

Es ist sehr trostreich und sehr ernst für uns, daß Gott sich auch um dich und um mich kümmert. Wenn wir unser Leben im Lichte Gottes betrachten, dann werden wir zugcben müssen, so wie Hagar irre ging, so ist es mit mir.

Es steht geschrieben: W i r g i n g e n alle i n der Irre. Es ist hier kein Unterschied, sie sind allzumal Sünder. Aber mm sind wir allesamt wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtig­keit ist wie ein un­flätiges Kleid, unsere Sünden führen uns dahin, wie ein Wind.

Aber der heilige Gott nimmt es ernst mit der Sünde. Er läßt uns sagen:Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, hat schon mit ihr die Ehe gebrochen!" Wer seinen Bruder haßt, ist ein Totschläger!" Ferner frage dich, ob du nie gelogen, nie ge­heuchelt hast, n i e unwahr gewesen' bist; und höre, was Gottes Wort sagt, daß ein jeder, der die Lüge geliebt und getan, auf ewigdraußen", also nicht im Himmel ist. (Offb. 22, 15.)

Und nun, geliebter Leser, der du es mit dir ehrlich meinst, frage dich, ob nach Gottes Wort der Weg, den du bis heute zurückgelegt, ein anderer war und ist, als der eines verlorenen Sünders! Gott, der dich und alle deine Wege kennt, fragt dich darum heute:Wo gehst du hin?" Sage nicht:Das kann niemand wissen. Das wird sich