Ausgabe 
10.6.1917
Seite
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ich, denen ich in der Vollkraft des Wirkens begegnet bin, und an Sterbende, die ich auf ihrem letzten Lager fah: Leben, reiches, sonniges, der Ewigkeit gewisses Leben leuchtete aus ihnen ...

Jst's dir noch nie begegnet? Hat's dich nicht vielleicht einst gegrüßt aus den Augen deines Mütter­leins oder deines Seelsorgers und Lehrers? Oder sprach es zu dir aus der stillen, selbstlosen Art eines Kameraden? Berührte es dich mit lieber, pflegender Hand im Lazarett?

Frage einen von ihnen, aus denen es atmet wie Frieden und Freude, wie Licht und Leben, in schlichter, einfacher Liebe, frage ihn nach seinem Ge­heimnis. Er wird dir eine Antwort geben:Jesus, Er, mein Heiland, lebt!"

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Zufall oder Kottes Iinger.

In einer kalten Dezemberuacht," erzählte ein Kaufmann,kehrte ich aus der Stadt nach meinem Hause zurück, das einen Kilometer von derselben entfernt in einem anderen Orte lag. Der Himmel war so dunkel, daß ich endlich froh war, die erste Laterne in der Vorstadt meiner Heimat zu erreichen und bei dem Lichte derselben nach der Uhr sehen konnte.

Es war drei Minuten vor zwölf. Als ich von meiner Uhr aufblickte, fuhr ich beim Auschaueu eines Mannes zusammen, der mir gerade gegenüberstand. Wir sahen uns nur einen Augenblick an, aber der genügte, um seine Züge meinem Gedächtnis unver- geßlich einzuprägen. Ein großer Manu in faden- scheinigem, schwarzem Rock, mit blassem Gesicht, tief­liegenden Augen, langem, unordentlichen Bart stand vor mir. In sehr höflichem Tone fragte er mich nach der Zeit, dankte für meine Antwort, bot gute Nacht und verschwand in der Dunkelheit. Einige Wochen vergingen, ich hatte den Vorfall vergessen.

Eines Tages erhielt ich ein Schreiben von meinem Geschäftsführer in L., worin ich ersucht wurde.

mich um 1 Uhr daselbst einzufinden. Der Eisen­bahnwagen, in dem ich Platz nahm, war voll Rechts- gelehrter. Sie besprachen einen Fall, der heute zu Ende geführt werden sollte.

Ich fragte einen mir bekannten Anwalt, um was es sich handle. Er gab mir folgende Auskunft: Ein Kommis, der aus seiner Stellung entlassen, wird angeklagt, den Kassierer des Geschäftshauses ermordet zu haben. Wenn Sie Zeit haben, der Ver- Handlung beizuwohnen, will ich Sie mit hineinnehmen." Da ich einige Stunden zu meiner Verfügung hatte, nahm ich das Anerbieten an.

Im Sitzungssaal, der voller Damen war, konnte ich von dem Angeklagten, hinter einer Dame mit riesigem Kopfputz sitzend, lange nichts sehen. Als ich ihn erblickte, erschrak ich unwillkürlich. Wo hatte ich das Gesicht schon gesehen. Er heftete seine Augen auf mich. Als ihm das Wort vergönnt war, sprach er mit einer Stimme, in der sich das Gefühl des Ernstes seiner Lage ausdrückte:Es lebt nur ein

Mann, der meine Unschuld bezeugen kann, dort steht er."

Mit bleichem Gesicht und ausgestreckten Armen wies er auf mich. Plötzlich erkannte ich ihn. Es war der Mann, den ich unter der Laterne gesehen hatte. Die Verteidigung des Angeklagten stützte sich darauf, daß er sich zur Zeit des Verbrechens an einem anderen Orte ausgehalten habe. Ein Zeitraum von zwei Stunden fehlte jedoch in der Beweiskette, und die Anklage behauptete, das Verbrechen sei in diesen zwei Stunden begangen. Meine Aussage ergänzte durch Einbringung des fehlenden Gliedes die Kette, denn der Ort, an welchem ich den Mann gesehen, war so weit von dem Schauplatz des Mordes entfernt, daß er unmög­lich zu der Zeit, da der Mord verübt war, in der Nähe des Tatortes hätte sein können.

Das war Zufall, wird man sagen; ich aber sage:es war Gottes Finger."

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Vrr^ammlungs-Arrzeigen.

Bezirk Gießen.

Stadtmission Gieflen, Löverstratze 14.

27. Mai, erster Pstngsttag. abends Wißmar. 28. Mai zweiter Pstngsttag, nachmittags Nordcck: abends Wieseck. 8. Jnni, nachmittags: Altenbuseck und Beuern: abends. Klein-Linde», Frauenstunde. 30. Juni, nachmittags: Nordeck; abends: Wißmar und Wieseck. 17. Juni: Bruder­tag in Gießen.

Herr Inspektor Betel wird vom 12. bis 17. Juni solgende Versammlungen halten:

Dienstag, den 12. Juni: Nidda; Mittwoch, den 13 : Riederweisel; Donnerstag, den 14.: Friedberg; Freilag, den 16 . Marburg.

Bezirk Lich.

Sonntag, den 3. Juni, nachmittags 8>/> Uhr: Iahresfest in Holzheim.

Bezirk Sellnrod.

Am ersten Pstngsttag, nachmittags 2'/* Uhr: Versammlung iw Freien in Ober-Seibertenrod.

Am zweiten Pstngsttag. nachmittags 2*/, Uhr: Versammlung fw Freien in Klein-Eichen.

Versammlung in Sellnrod jeden Sonntag, abends 8>/» Uhr.

Am Sonntag, den 17. Juni, ist der

hessische Brüdertag in Gießen,

Löberstraße 14.

Von 13 Uhr Sitzung der vereinigten Brüderräte.

3 Uhr- Genieinschaftskonferenz, wozu alle, auch Frauen und Jungfrauen, Zutritt haben. Text der Besprechung: Ebr. 12.

Wir konnten unseren Brüdertag dieses Jahr nicht früher abhalten und bitten herzlich, unserer Einladung folgen zu wollen.

Anzeigen für die Nummern 2528 lprtteltens

F. Herrmann.

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Einzelne 6

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