Ausgabe 
3.6.1917
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O. D.

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deiner Sünden empfingst und dann nach wunderbarer Genesung in einem neuen, gottgefälligen Leben wan­delst; wenn dein Gatte oder dein Kind von dir ge­nommen wurde und dieses Herzeleid dir zum Anstoß wurde, Gott zu suchen und zu finden und fortan den rechten Himmelsweg zu wandern: ist das nicht Strandsegen in gar herrlicher Weise? Vielleicht, daß gerade jetzt bei dir Sturmflut herrscht und du leidgebeugt und verzagt an den Trümmern deines vermeintlichen Glückes sitzest. O, da vergiß nicht, fleißig nach dem Strandsegen zu forschen und zu suchen! Schon mancher fand dabei die eine köstliche Perle, die es wert ist, alles andere hinzugeben, um sie in seinen Besitz zu bringen, nämlich die Gemeinschaft mit seinem Heiland und Erlöser, und damit das ewige Heil und himmlische Erbteil seiner unsterblichen Seele.

Eine gewaltige Sturmflut braust seit nun bald drei Jahren über die am Weltkrieg beteiligten Länder und Völker und rüttelt sie aus bis in ihre tiefsten Tiefen. Ungeheure Werte vernichtet diese Flut, und schwere Opfer an Gut und Leben fordert sie. Wenn aber der Kriegssturm vorübergebraust sein wird, möge dann auch überall reicher Strandjegen zurück- bleiben, nämlich der Segen, daß viele Menschen die Perlen und Edelsteine des Glaubens und Gottvertrauens gesucht und gefunden haben in dieser schweren Zeit und dieselben daun nicht sobald wieder eintauschen gegen vergäng­liche Schätze und sündige Freuden dieser Welt und zurückfallen in das bisherige Leben der Gleichgültig­keit und Glaubenslofigkeit und Gottentfremdung I

Bekehrungen in der Not sind ja meist nicht tiefgründig und andauernd. Darum sei ganz auf-» richtig und suche nicht dich selbst und deinen Gott zu betrügen durch eine nur oberflächliche Schein­bekehrung, die dir im Leben und im Tode nichts nützen kann! Hänge dir nicht nur ein frommes Mäntelchen um, um in jetziger Zeit, wo der «Sturm noch so gewaltig ernst heult, fromm mitzureden! Ach, wieviel wird in diesem Stücke nach dem Kriege als unwahr und oberflächlich offenbar werden, weil die Hinkehr zu Gott nicht auf­richtig, die Buße über das bisherige Leben nicht tief und echt war, weil im Vordergrund das Gebet um göttliche Bewahrung, um Hilfe in Not, um Sieg und Frieden stand, aber der Notschrei:Rette meine Seele!" von nur wenig Menschenlippen dazwischen­klang I Sei du der wenigen einer, die Gott in ihrem Herzen wahrhaft zu erleben begehren! Als armer, elender Sünder, der nach Gnade und Frieden ver- langt, nahe dich deinem Gott und Heiland und flehe zu Ihm:Gott, sei mir gnädig nach Deiner Güte und tilge meine Sünden nach Deiner großen Barm­herzigkeit! Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde! Wasche mich, daß ich schneeweiß werde!"

Wahrlich, auf solch aufrichtiges Flehen hin wird Jesus dir antworten mit Seinem Kommen in

dein Herz, um es für Zeit und Ewigkeit als Sein Eigentum in Besitz zu nehmen, und du wirst erleben, was Kol. 1, 3 214 geschrieben steht:. . . der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat vor der Obrig­keit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich Seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch Sein Blut, nämlich die Ver­gebung der Sünden." G. H.

Alte Schätze.

Als ich das letzte Jahr die Schule besuchte, sind wir Jungen oft vor die Tore der Stadt ge­gangen, um in den dort gelegenen Sand- und Kies­gruben nach Steinen verschiedenster Art, auch Halb­edelsteinen von geringem Werte, zu suchen. Wir haben damals nicht große Schätze gefunden, uns aber über jedes neuartige Steinchen, das wir fanden, herzlich gefreut. In späteren Jahren hatte ich ein­mal Gelegenheit, die Überreste einer altgermanischen Siedelung, die in der Nähe von Berlin gefunden worden waren, unter sachkundiger Leitung zu be­sichtigen. Allerlei Gebrauchsgegenstände, aber auch Schmuckstücke aus Bronze, die aus der Zeit vor Christi Geburt stammten, erregten die Bewunderung der Besichtigenden, und der Vortrag des führenden Professors gab wertvollen Aufschluß über das Leben unserer Altvorderen.

Von Zeit zu Zeit bringen die Zeitungen No­tizen, daß hier oder da alte Schätze, Goldmünzen usw. ausgegraben worden sind. Und mancher Leser mag denken: Ach, fände ich doch auch mal solchen Schatz!

In der Bibel kannst du Schätze finden, die es wird von vielen Menschen aller Zeiten bezeugt unvergänglich und auch in gegenwärtiger, moderner Zeit vollwertig sind; jedenfalls vollwertig für den, der bereit ist, sie zu heben und sich zu eigen zu machen.

Im Felde sind vielen Soldaten die Augen der Seele für Gottes Wort in besonderer Meise geöffnet worden, so daß diesen Kriegern selbst in schweren Tagen innere Ruhe und Frieden bewahrt geblieben sind.

Darf ich auf einige Perlen der Bibel aufmerksam machen ? Willst du selbst dir nicht noch mehr solche Schätze aufdecken und den Segen, den sie dir bieten, annehmen?

Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden," heißt es Psalm 90, 12. Mau macht sich im Felde mit dem Gedanken an den Tod vertraut. Wohl dem, der im Hinblick auf ein Ableben seine Zuflucht zu Gott nimmt! Nimm dir, lieber Leser, Psalm 90 und 91 einmal vorl Sie bieten dir für dein Innenleben Schätze an, die altem Golde zu vergleichen sind, Schätze, die für dich unvergänglichen, vollen Wert besitzen, du magst daheim oder im Felde weilen.

Du kennst gewiß die Wote des 23. Psalms- . . . und führt mich zum frischen Wasser."