Ausgabe 
3.6.1917
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ceicherung für unseren setzt fleisch- und fettarmen Küchenzettel. In den Schulen wird die Pilzkunde jetzt mit anerkennenswertem Eifer betrieben, auf ge- meinsamen Ausflügen werden unter erfahrener Auf- sicht die Pilze gesammelt, so daß von früh tm die Kenntnis der wirklich brauchbaren Pilze in alle Volkskreise dringt und etwa noch hier und da be- stehende Vorurteile zerstört werden. Wir wisfcn jetzt, daß unsere Wälder, Berge und Wiesen einen Pilzreichtum bergen, von dem man vor einigen ^ahr- zehnten noch nichts ahnte, und daß sich unsere Er- fahrung immer mehr erweitert.

Am meisten berühmt ist der bekannte und über ganz Europa bekannte Champignon. Den lieblichen, nustartigen Geschmack, den schwach gewürzigen Ge- ruch dieses appetitlichen Pilzes wußte man schon >m grauen Altertum zu schätzen. Er kann kaum mit anderen Arten verwechselt werden, wenn man sich stets von den unter dem weißen Hute sitzenden rosen- roten Lamellen überzeugt, die allerdings bei dem noch ganz geschlossenen jungen Exemplar zuerst weiß sind. Er wächst auf Wiesen und Triften meist >n Kolonien. Er gilt als der feinste und wohlschmeckendste unter seinesgleichen und ist frisch zubereitet und ge- trocknet gleich gut zu verwenden. .

Zu den mancherlei Dingen, die sonst so neben­sächlich waren und in dieser Zeit wichtiger geworden sind, gehören auch die Pilze.

Wir hatten nicht gedacht, daß wir rn unseren geordneten Verhältnissen in solch schwierige Lage hineinkommen könnten, daß reich und arm alles Eßbare mit großer Sorgfalt sammeln müßten, um nur die notwendigsten Nahrungsmittel zu haben.

Nun sind in den Nöten dieser Zeit alle die Menschenkinder glücklich zu preisen, die einen ver­söhnten Gott im Himmel haben, dem sie sich täglich mit allen Kümmernissen anbefehlen dürfen.

Gewiß, Gott erhört auch zuweilen Gebete von solchen, die Jesum als die große Gabe Gottes zur Tilgung ihrer Sünden noch nicht erkannt haben, aber die göttliche Regel und Forderung an den Menschen ist die, daß der Mensch zuerst nach dem Reiche Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit trachten soll.

Aber auch damit wird er auf dem Wege der eigenen Anstrengungen nicht zum Ziele kommen, sondern nur zu dem Ausruf:Ich elender Mensch!"

Du magst, teurer Leser, ehrbar und religiös sein,'dies nimmt deine Schuld nicht fort, sondern du wirst das Gericht auf deine eigene Person fallen sehen. Dein Gewissen kann nicht so abgestumpft sein, daß du vor Gott zu behaupten wagtest, daß du in allem, das geschrieben steht in dem Buche des Gesetzes, geblieben wärst. Und wer nicht darin bleibt,der ist verflucht". (Gal. 3, 10.)

Blicke denn Jesum Christum, den Sohn Gottes, an, wie Er den Zorn Gottes gegen die Sünde an der Stelle des Sünders auf dem Kreuze getragen hat! Allen Forderungen

des Gesetzes ist da Genüge geschehen. Sieh das klare Unterpfand hiervon in Seiner verwundeten Seite, Seinen durchbohrten Händen und Seinen Füßen. Der Vater hat das Opfer Jesu Christi an Stelle des Sünders angenommen. Durch den Glaubens blick auf Ihn bist du in Ihm gestraft, hast in Ihm gelitten und bist in Ihm gestorben und kannst mit dem Apostel Paulus sagen:Ich bin mit Christo gekreuzigt; und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; Er hat mich geliebt und Sich selbst für mich hingegeben." (Gal. 2, 20P

O.

Sturmflut und Strand fegen.

Gewaltige Sturmfluten wüten von Zeit zu Zeit an den Meeresküsten und richten großen Schade« an Wenn solche Sturmfluten an der Küste dei Ostsee herrschten, so brachten sie aber oft schon reiche,, Gewinn; denn die bis auf den Grund aufgewühlte See spülte dann viele kleine und große Stücke des kostbaren Bernsteins an das Land, desten Sammeln sich dann überaus lohnend gestaltete. So wurde« nach der letzten großen Sturmflut in der Silvester nacht 1913/14 an der ostprenßischen Küste sehr reich Bernsteinfuude gemacht, darunter Stücke bis zu einem halben Pfund schwer. In früheren Jahren wäre» solche Bernsteinsunde meist noch viel ergiebiger So wurden beispielsweise nach der Sturmflut im 1862 in einer einzigen Nacht in der Nähe vo« Palmnicken zweitausend Kilogramm Bernstein Land gespült und von den dortigen Bewohnern ge- sammelt. SolcherStrandsegen", w,e diese Massenlieferung des Meeres dort gern von den Leute« genannt wird, ist dann für manche ein kleiner Ersatz fm das, was ihnen die Flut an Hab und Gut genoiiimei, hat; denn die gefundenen Stücke müssen an die König­lichen Bernsteinabnahmestellen gegen entsprechende gute Belohnung abgeliesert werden.

Ist solcherStrandsegen" aber nur an Meeres- küsten zu finden? Solltest du nicht auch schon manchmal etwas Ähnliches erlebt haben? Gab es nicht Sturm­fluten, die dir manches Wertvolle entrissen und dich vielleicht arm und einsam machten, auch schon >>> deinem Leben? Und wenn dann die Stürme aus­getobt und die Wasser sich verlaufen hatten, wem' der erste und größte Schmerz über das Verloren sich legte, wenn du dankbar das anschautest oder die Arme schlossest, was dir noch geblieben war hättest du da niemals auch solchenStrandsegen entdeckt? Fandest du da nicht manche kostbare, Körnchen und Perlen, wertvoller als Bernstein, dir die Flut des Leidens eintauschte für das, w° sie dir entriß? Wenn du in mancherlei Not un Sorae kamst und lerntest dadurch wieder die HlM zu Gott ausheben in gläubigem Gebet, wenn M schwere Krankheit dem Tode nahe brachte und du oe Herz in wahrhafter Buße zu Gott kehrtest, Berge

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