Ausgabe 
3.6.1917
Seite
4
 
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Welchen Wert ein Trunk frischen Wassers be- sint, haben besonders die Truppen in der wasser­armen Champagne in den Kämpfen erfahren. Klares Quellwasser, wie man es m Deutsch- land überall findet, war sehr selten. Die meisten Brunnen waren zerstört. Gierig wurde das von dem Kreidestein der Champagne milchich-weiße Wasser, wie es hier und da vorkam, getrunken. Wenn der im Graben kämpfende Infanterist ein bis zwei Becher Wasser für den Tag erhielt, so schätzte er sich glücklich. Ich habe Verwundete gefunden, die vier Tage ohne Was- ser und Lebensmittel, ohne ärztliche Hilfe im vom Gegner mit Artillerie bestrichenen Gelände gelegen hatten; diese Leute kennen den Wert eines Bechers frischen Wassers.

Hast du dich schon im Worte Gottes sattge­trunken? Oder durchlebst du vielleicht gerade eine Stunde, in der du mit dem Psalmisten sprechen kannst:Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir!"?

Jesus führt dich zum frischen Wasser. Er er­quickt deine Seele. Er spricht:Wer aber des Wassers trinken wird, das Ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, das wird ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt." (Joh. 4, 14.) Du brauchst dich Ihm (Jesu) nur anzuvertrauen.

Die Bibel bietet Schätze dem, der ,n ihr nach ihnen sucht, nicht aber dem, der sie mit kritikerfüllten Augen durchblättert. Von der Westfront. Bk.

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Ein Aeldpostörief von der Westfront.

In stiller Abendstunde der Lieben in der Heimat gedenkend, möchte ich Ihnen etwas über mein Er- gehen mitteilen. Wir liegen gegenwärtig in einer belgischen Festung. Das Grundwasser steht recht hoch, wir können uns darum nicht tief nngraben, wir würden sonst in unseren Unterständen bei ein­geschossenen Ausgängen ertrinken müssen, darum müssen

wir hier mit geringer Deckung uns begnügen. Das- Wasser ist weder zum Waschen noch zum Trinken zu gebrauchen. Das würde Ausschlag und andere Krankheiten geben. Das Wasser ist durch die vielen Leichen, die giftigen Gase und die giftigen Granaten wohl für lauge Zeit vergiftet. Das Gelände ist furchtbar verwüstet, selbst Dörfer sind ganz von der Bildfläche verschwunden, nur einige Ziegeltrüm»ie>. zeigen die Stätte, wo einst Menschen wohnten. Du Gegend unserer Stellung war Wald, aber es steht nicht ein Baum mehr, nur kahle Stümpfe sind noch vorhanden. Dabei sieht man einen Granattrichter neben dem anderen. Gras oder Grün gibt es nicht, alles ist wüst und leer wie in den Tagen der Schöpfung. Wir können nicht dankbar genug sein dafür, daß der HErr unser Vaterland vor solchen Verwüstungen bewahrt hat.

Ich wohne in einem Zementunterstand, nachts können wir heizen, das reicht auch, denn das Wetter ist milder geworden. Wir liegen unter schwere», Feuer der Engländer, heute war es besonders stark, so daß ich immer an einen Angriff denken mußte. Ich lege mich dann, solange ich keine Arbeit habe und heraus muß, ruhig hin, weiß ich doch,stark ist meines Jesu Hand". So kann ich den kom- menden Ereignissen ruhig ins Gesicht sehen. Dann bringe ich meine Kameraden, besonders meine Kom- pagnie, dem HErrn, und dann freue ich mich immer, wenn mir gemeldet wird: Die Kompagnie hat bei dem starken Feuer keine Verluste. Das gibt Dankes- schuld und Gebetsfreudigkeit und kettet fester an den HErrn. Ja, ich muß sagen, die Tage der größten Gefahr waren auch die Tage der größten Gottes- nähe und der größten Segnungen.

Mir geht cs durch Gottes Gnade gut. Gebe uns der HErr bald den Frieden! Mit herzlichen

Grüßen . . o r^' ^

(Wir bringen diesen Brief, um dem Neben Leser zu zeigen wie ruhig dieser an Jesum gläubige Mann alles m Gottes Hand legt und inmitten der größte» Gefahr»» sich bewußt iN. daß seines Jesu Hand stark ist.)

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen.

Stadtmission Gietzen. Lüucrstratze 14.

27. Mai. erster Pfingsttag abends: Wißmar. 28. Mai. zweiter Pfingsttag. nachmittags Nordeck; abends Wleieck. 3. Juni, nachmittags: Aitenbuleck und Beuern! abends. Klein-Linden, Frauenstunde. 10. Juni, nachmittags: Nordeck! abends: Wißmar und Wieseck. 17. Juni: Brüder­tag in Gießen.

Herr Inspektor Veiel wird vom 12. bis 17. Juni folgende Kersammlungen halten

Dienstag, den 12. Juni: Nidda: Mittwoch, den 13 : Niederweisel! Donnerstag, den 14.: Frieders! Freitag, den IS. Marburg.

Bezirk Lich.

Sonntag, den 8. Juni, nachmittags 8'/, Uhr;

Iahresfest in Lsolzheim.

Bezirk Sellnrod.

Am ersten Psingsttag. nachmittags 2/a Uhr: Versammlung im

Freien in Ober-Seibertenrod.

Am zweiten Pfingsttag. nachmittags 2>/- Uhr: Versammlung nn Freien in Aein-Eichen.

Versammlung in Sellnrod jeden Sonntag, abends 8>/> Uhr.

Am Sonntag, den 17. Juni, ist der

Hessische Brüöertag in Gießen,

Löberslraße 14.

Von 13 Uhr Sitzung der vereinigten Vrüdcrräte.

3 Uhr. Gemeinschastskonserenz, wozu alle, auch Frauen und Jungsraue», Zutritt haben. Text der Besprechung: Ebr. 12.

Wir konnten unseren Brüdertag dieses Jahr nicht früher abhalien und bitten herzlich, unserer Einladung solgen zu wollen.

F. Herrmann.

Anzeigen für die Nummern 2528 Ipsteltens bis zum 10. Juni d. Js. erbeten.