Ausgabe 
20.5.1917
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Genuinscbaftsblatt für Hessen. I

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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Ezempläre bestelle man bei der Post viertelsöbrlich. Oerlag der Buchhandlung der Pilgermission Kletzen.

Nr. 20.

Sonntag, den 20. Mai 1917.

Redakteur: Sladtmissionar Herrmann-Gieben. Mitarbeiter: Pfarrer Sverber-Casiel. Plärrer Strauß-Leipzig u. b. Predigerb. Pilgermission. Truck v. I. G. Oncke» Rachf.. G. m. b. Cassel.

10. Iahrg.

Kimmetfahrt.

Wer Jesum am Kreuze, mit Schmach bedeckt, erblickte, dachte wohl kaum, das sei der HErr der Herrlichkeit.

Doch bald kam eine große Wendung. Nachdem Er gestorben und begraben war, ging Er siegreich aus dem Grabe hervor. Der Tod konnte den Fürsten des Lebens nicht halten.

Nach Seiner Auferstehung ließ Er Sich unter Seinen Jüngern vierzig Tage sehen und redete mit ihnen vom Reiche Gottes, und dann kehrte Er als Überwinder in die himmlischen Orter zurück.

Wie uns dünkt, standen die Legionen himm- lischer Heerscharen zum Empfang des Königs bereit, der heimkehrte aus Kampf und Sieg.

Ehe Er die Herrlichkeit verlassen und diese Erde betreten hatte, um hier das große Erlösungs­werk zu vollbringen, halte der Vater Ihm die Herr- lichkeit gegeben, und Er war umgeben von der Schar heiliger Engel, die Ihm dienten und Ihn priesen Tag und Nacht.

Doch die Engel konnten Ihn nicht als das Lamm Gottes so aubeten, als eine aus Sündern er­kaufte Menschenschar es tut. Der HErr kehrte zurück in die Herrlichkeit als das Haupt einer teuer er­kauften Gemeinde; Er hatte den Weg gebahnt durch Sein Blut, und die begnadigten Gotteskinder rühmen und preisen Ihn.

Wundervoll muß der Tag Seiner Rückkehr in den Himmel gewesen sein, und wie werden Henoch, Moses, Elias u. a. den sehnlichst Erwarteten nach vollbrachtem Siege anbetend begrüßt haben I

Und Apg. 1, 11 lesen wir:Dieser Jesus,

welcher von euch ist ausgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren."

Dies ist die glorreiche Hoffnung der Kinder Gottes, denn sie sollen Seine Freude teilen. Heute

sind sie in ihrer Verborgenheit und Erniedrigung, wie Er es hienieden war; aber wenn Er kommt, so werden sie mit Ihm in Herrlichkeit offenbar werden.

Die Tage ihres Trauerns sollen ein Ende haben, und sie sollen mit Ihm als Könige und Priester er­scheinen.

Die um Seines Namens willen Verachteten sollen leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Neicb.

O, wie wird's sein, wenn die Stunde Seiner Wiederkunft geschlagen haben wirdi Wie wird Er da Seine Herrlichkeit an Seinem erlösten Volke offen­baren! Dann werden sie Ihn sehen, und dann wer- den sich alle dunkeln Führungen, alle Leiden dieser Zeit in Freude wandeln.

Ein bekannter Prediger sagte:Mir erscheint

es immer als der Höhepunkt unserer Erwartungen, ewig bei dem HErrn sein zu können. Ich glaube au die Gemeinschaft der Heiligen droben, an unser gegenseitiges Wiedererkennen und an die innige Liebe zueinander. Ich glaube an alle jene himmlischen Beschäftigungen, die unser ewiges Leben in Anspruch nehmen werden; ich glaube an tausend Freudenqucllen in jenem seligen Lande, denn zu Gottes Rechten gibt es wirkliche Vergnügungen; aber wie die Spitze des Montblanc sich über die umgebenden Berge weit er­hebt und mit ihrem schneebedeckten Haupte in dev Himmel zu dringen scheint, so ist der Höhepunkt aller meiner Erwartungen, da sein zu können, wo Christus ist, Ihn schauen und Seine triumphierende Freude und Ruhe teilen zu können, denn Seine Ruhe wird herrlich sein und Seine und unsere Ruhe wird auch Ehre sein." Wo wirst du, teurer Leser, die Ewigkeit zubringcn? Bei Jesu im Himmel, oder an dem Orte der Qual? Habe Erbarmen mit dir selbst und bedenke, was zu deinem Frieden dient.

O. D.