Ausgabe 
13.5.1917
Seite
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Jesus war hier,um das Verlorene zu suchen und zu retten,"um die Werke Satans zu zerstören". Aber dazu genügte es nicht, daß der Sohn Gottes hier lehrte und heilte, Er mußte die ganze volle Strafe für die Sünden, das gerechte Gericht Gottes erdulden; Er mußte sterben. 'Und dies, ist geschehen.Christus ist gestorben für unsere Sün-en." Gott hat Ihn dahingegeben. Aber Er hat Ihn auch, nach vollendetem Erlösungs­werk, aus den Toten auferweckt.

Nun wird in dem Namen Jesu Buße und Vergebung der Sünden verkündigt. Sein freies, volles, ewiges Heil ist da für alle; alle, alle dürfen kommen. Und soviel gekommen sind und von Herzen in ihrer Sündennot an Jesum Christum glauben, soviele haben jetzt Frieden mit Gott, stehen in der Gnade und erfreuen und rühmen sich der Hoffnung der ewigen Herr­lichkeit.

Dieses ist der einzige Weg zum Seligwerden. Ein Weg für den tiefgefallenen, verkommenen Trinker, und für den moralischen, ehrbaren Menschen.

Krieg und Kkkoyok.

Was liegt doch in diesen zwei Worten! Welch ein Meer von Jammer und Not, Leid und Tränen, Schmerz und Trauer, rote Augen und brechende Herzen sind darin enthalten. Krieg und Alkohol sind Brüder, und sie haben der Menschheit unzählige Wunden geschlagen.

Beide haben Unzähligen das Leben geraubt, andere siech und krank gemacht, ihre irdischen Güter genommen und sie an den Bettelstab gebracht, während einige Menschen wiederum durch den Krieg wie auch durch das Alkoholgewerbe Reichtümer anhäuften, ob­wohl Krieg wie auch Alkohol der Gesamtheit keinen wirtschaftlichen und finanziellen Nutzen bringen, sondern den Wohlstand der Menschheit ruinieren, die Welt ärmer machen und das Nationalvermögen der kultivierten Völker verringern.

Interessant ist, zu verfolgen, wie Freund und Feind den Alkohol bekämpfen, sowohl im Lande wie auch beim Militär; obwohl man dem letzteren aus allerlei Gründen einen mäßigen Alkoholgenuß gestattet, gegen Unmäßigkeit, will sagen Trunkenheit, aber meistens streng vorgeht.

Wer von diesen zwei Feinden des Volkswohlcs der größte ist, wird nicht so ganz leicht zu ent­scheiden sein.

Der gegenwärtige furchtbare Krieg ist ein Welt­krieg im wahrsten Sinne des Wortes. In Europa sind 82 von 100 Quadratkilometern am Kriege be­teiligt, fast 8000000. Von den l600 Millionen Menschen, die auf der Erde leben, sind etwa 960 Millionen am Kriege beteiligt, etwa 60 von 100. Deurschlaud, Österreich-Ungarn, die Türkei und Bul­

garien haben etwa 155 Millionen Menschen, diesen stehen ungefähr 805 Millionen gegenüber. Dies ge- nügt schon, uns zu zeigen, daß dieser Krieg alle seine Vorgänger an Größe und Ausdehnung über- trifft. Demgemäß auch riesige Opfer an Gut und Blut fordert. Trotzdem werden die großen Ver­heerungen des Alkoholismus in ein paar Jahrzehnten denen des Krieges nicht viel nachstehen. Er treibt sein Wesen auf allen fünf Erdteilen und fordert täglich seine Opfer. Wer zählt die Schandtaten und Verbrechen, die Kranken, Verarmten, Unglücklichen und Selbstmörder, die er auf dem Gewissen hat! Was sagen uns Kapitel wie:Alkohol und Ver­brechen",Alkohol und Geisteskrankheiten",Alkohol und Geschlechtskrankheiten" und andere mehr! Ja, sein Gebiet, in dem er herrscht, ist auch sehr groß und die Zahl seiner Opfer unzählbar. Welche Ver­heerungen hat er unter den Eingeborenen Afrikas, Asiens und Australiens angerichtet, wo gewinnsüchtige Europäer ihn einführten!

Unser geliebter Kaiser hat weise und goldene Worte gesprochen, als er am 21. November 1910 in Mürwik zu den Marinefähnrichen sagte:Durch Nerven wird der nächste Krieg entschieden. Diese werden durch den Alkohol untergraben und von Jugend auf durch Alkoholgenuß gefährdet. Wenn Sie diese Grundsätze vertreten, wird mein Volk . moralisch gehoben."

Möchten viele in der gegenwärtigen großen, schweren, ernsten Zeit, die unser Volk und Land erlebt, nicht uni Genusses oder Gewinnes wegen diesen großen Volksfeind begünstigen, sondern ihn hiuauswerfen helfen aus unserem Vaterland, wie die eindringenden Feinde hinausgeworfen wurden! Das wäre ein großer Segen für unser ganzes Volk.

Vogesen, im Februar. K. K.

Au spät.

Ich kannte in H. einen äußerst liebenswürdigen Studenten, der aber den Fehler hatte, daß er trank. Da die Warnungen, mit welchen man ihn hiervon abbringen wollte, nichts halfen, ließ man ihn über ein Jahr lang eine Seereise machen. Es war ver­gebens. Ein Jahr lang war er in einer Trinker­heilanstalt; aber auch dies erwies sich als erfolglos; man schickte ihn fort. Am selben Tage, als er zurück- kam, nahm er das Geld seiner Schwester, meiner Freundin, und vertrank es.

Ich erfuhr hiervon und geriet förmlich in Zorn; ich war über ihn empört.

Es ist doch entsetzlich," sagte ich,daß Sie sich so betragen. Wissen Sie denn nicht, wohin das führen kann?"

Ob ich das weiß," unterbrach er mich,ich kann Sie versichern, daß ich es weiß, und zwar tausendmal besser weiß als Sie."