Ausgabe 
29.4.1917
Seite
2
 
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Lust nie endende Qualen und bittere Verzweiflung treten! Nur ein Schritt liegt zwischen uns und dem Tode.

Wie steht es um dich?

Bist du errettet? O. D.

N

Mötifche Muße.

Biblische Buße ist die durch den Geist «nd die Kraft des Wortes Gottes uns ge­schenkte Fähigkeit, uns zu sehen, wie wir find.

Sie ist die Folge einer gottgemäßen Betrübnis zu unserer Errettung. Biblische. Buße ist daher weder nur eine reumütige Anwandlung noch ein bloßes Fassen guter Vorsätze oder ein Abbüßen auserlegter Strafen, nein, die biblische Buße ist etwas Grund­stürzendes: sie ist ichstürzeud! Sie schließt immer in sich ein: Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung. Der verlorene Sohn kam zur Selbsterkenntnis, damit erlangte er auch Sünden­erkenntnis und kam zur Selbstbeschämung, die ihn hinabführte in die Selbstverwerfung. Diesen Verlauf nimmt jede wahre biblische Buße. Sie ist das Ende des eigenwilligen, selb­ständigen Jchlebens. Dieses alte eigenwillige, selbständige Jchleben hat immer drei Stützpunkte: die Selbstklugheit im Kopfe, die Selbstgerechtigkeit im Herzen und das Selbstkönnen im Arm; das ist die Dreieinigkeit aller unbußfertigen, un­gläubigen Leute, die gestürzt wird durch die Gottesmacht der biblischen Buße. Was ist aber ein Mensch, der sich nicht mehr aus seinen Kopf, sein Herz und seinen Arm verlassen kann? Er ist ein Wrack, ein Scherben, ein Habenichts, Heimat- und hilfsbedürftig treibt er dem Vaterhause zu; das ist das einzige, was er noch hat und kann. Diesen Büßgang scheuen die stolzen Menschen mehr als den Tod, und doch ist allein dieser Büß­gang der Weg zur Errettung.

Höre, so tief wie deine Butze geht, so hoch geht dein Glaube ! Soweit du noch mit dir rechnest, soweit bist du noch fern davon, mit Gott zu rechnen.

Wo die rechtschaffene Frucht der biblischen Buße offenbar wird, da ist diese bereits eingehüllt in das Geheimnis des Glaubens. Wer in solcher echten Buße aufhört an sich zu glauben, kann dies nur, weil er bereits insgeheim den neuen und unvergleich­lich größeren Glaubeusbalt an Gott in Christo ge­wonnenhat. Biblische Selbstvernetnung schließt allemal in sich ein die biblische Gottes- und Christusbejahung. Wer wirklich an sich selber verzweifelt, muß entweder durch eigene Hand sein Leben als Selbstmörder wegwerfen oder es an Gott in Christo verlieren, um im Glauben das neue große Gottesleben zu gewinnen; ein entleertes Leben kann nicht mehr in sich selber stehen. In diesem Sinne ist die Bekehrung nichts anderes als Sie mit der Buße verbundene notgeörungene

Abkehr von uns selbst und ebenso not- gedrungene Hinkehr zu Gott in dem Mittler Jesu Christo. F. B.

&

Ich Yaöe gesündigt."

So hat schon mancher auf Erden gesprochen, der doch nicht Gnade fand bei Gott.Aber," so kann man einwenden,antwortet denn Gott nicht in Gnaden auf ein solches Bekenntnis?" Ganz gewiß, wenn's aus einem Herzen kommt, das sich im Be­wußtsein seiner Schuld vor Gott wirklich gebeugt und wahres Verlangen hat nach Vergebung und Frieden. Aber ach, so stehen nicht alle, die das Bekenntnis ablegen! Bei dem einen ist das Be­kenntnis mit tiefer göttlicher Trauer über seine Sünden verbunden, beim anderen aber liegt's nur auf der Oberfläche; es ist nur der Ausdruck eines plötzlichen Gefühls, und der Mensch treibt's nachher noch schlimmer als je zuvor.

So wollen wir denn einige Männer aus dem Worte Gottes betrachten, welche obiges Bekenntnis oder ein ähnliches getan haben.

Da ist zunächst der

Pharao.

Die Hand Gottes ruhte schwer auf ihm, weil er Gott widerstrebt und in seinem Hochmut ge- sprachen hatte:Wer ist der Jehovah, auf dessen Stimme ich hören soll?" Freilich, als er in so großer Not war, daß Donner und Hagel Tod und Verderben verbreiteten, da schrie er:Ich habe gesündigt!" Jehovah ist der Gerechte, ich aber und mein Volk sind die Schuldigen." (2 Mose 9, 27.) Aber sobald die Plage vorüber war, fuhr er fort, in seinem Trotze Gott zu widerstehen. Sein Ende mar ein Ende mit Schrecken. In den Fluten des Roten Meeres wurde er begraben zum ewigen Zeichen des gerechte» Gerichtes Gottes.

O, wie viele Menschen gibt's, die in schweren Zeiten der Not und Drangsal ein ähnliches Be­kenntnis abgelegt und Gott gelobt haben, Ihm zu folgen; aber es war ihnen nicht ernst! In Zeiten der Not bekannte man wohl:Ich habe gesündigt," aber es war nur das Angstgefühl tätig und nicht ein vor Gott erwachtes und bloßgelegtes Gewissen, das seinen verlorenen Zustand erkannte.

Möchtest du, lieber Leser, dieser Klasse von Menschen nicht gleichen? Laß dich warnen und wende dich von Herzen zu Gott, so wird Er Sich deiner erbarmen und du wirst bei Ihm Gnade und Vergebung erlangen!

Weiter laßt uns betrachten den falschen Propheten

Bileam.

Obwohl er Kenntnis vom lebendigen Gott hatte, ging er doch hin, um Israel, das auserwählte Voll Gottes, zu verfluchen. Und warum?Er liebte den Lohn der Ungerechtigkeit." Das Geld