Ausgabe 
29.4.1917
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Erscheint wöchentlich einmal.

Eiv»elnk Ezemplare bestelle man bei der 5Wt vierkekiährlich.

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Nr. 17 .

Neöatleur: Sladlmilsioiiar bernnann-E leben. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber basscl, Pfarrer St.außLeipzig u. d. Prediger d. Pitgerminion. T ruc! v. I. G. Oncleu tliachs., G. m. b. v, Cassei

Sonntag, den 29. 2lp:tl 1917.

10. Iahrg.

Ale Totclistadt des Meeres.

Versrnkt! Täglich lesen wir in den Zeitungen, wieviel und welche 'neuen Cpfer der Weltkrieg aus dem Meere gefordert hat. Ader nicht die verlorenge- gangenen Werte an Waren allein sind es, sondern der unersetzliche Verlust an wert­vollen Men­schenleben ist es, der uns ergreift, das Schicksal all derer, die bei den Seegefechten ähr Grub im fench- tenElement fan­den. Bon einem sicheren Torpe­doschutz getrof­fen, hebt sich der eiserne Koloß eines mächtigen Schlachtschiffes mit dem Bug wie ein zu Tode getroffenes Wild noch einmal euipor, um dann zu versinken und all de» Lebewesen darauf, die nicht mehr gerettet werden kounlen, ein Grab auf dem Meeresgründe zu bereiten.

Doch nicht nur im Knege, auch im Frieden mutz die Menschheit im Ringen um die Guter des Weltmeeres diesem ihren Tribut zahlen, wenn auch die Zahl der Opfer, die die Naturgewalten fordern, in keinem Berhältnis steht zur Zahl der Kriegsopfer. Die Statistik der Schiffsunfälle zeigt, datz jährlich Hunderte von Seeleute» ihr Grab in den Wellen finden. Und alle Toten, ob sie ihr Grab finden im Meer, wo es am tiefsten ist, ob sie in Rutzland, Fraiikr«ich oder Rumänien als Kriegshelden beerdigt find, oder ob sie daheim sterben und zu Grabe

getragen werden, alle werden dereinst vor Gotte- Thron erscheinen.

Wie schrecklich traurig ist das für die zahllose Menge von Männern und Frauen, Jünglingen und Jungfrauen, welche dahinschwinden, ohne Bergebung

der Sünden zu haben! Sie gehen dahin oh­ne Gott und ohne Chris, tum, ohne ihre Sünden zu be­reuen und dem Evangelium za glauben; sie ei­len dem Rich­terstuhl des heiligen GotteS entgegen, hin zu demverzehren­den Feuer", zu demWenden und dem Zähne­knirschen". Oh­ne Unterbrech­ung wälzt sich der Strom dahin. Keine Minute verrinnt, in welcher nicht unsterbliche Seelen in die Ewigkeit hinübergehcn!

Ans dem Wege zur Ewigkeit weist so mancher jede Mahnung an die Gefahr zurück und will dem koiumenden Zorne Gottes nicht entfliehen. Bon dem auf Golgatha .vollbrachten Werke des Sohnes Gottes wollen viele Menschen nichts hören.

Aber es ist und bleibt wahr:Gott läßt Sich nicht spotten; w a s der Mensch sät, das wird er auch ernten." (Gal. 6, 7.) Gott ist überaus langmütig, aber Er vergißt keine der wider Ihn begangenen Sünden. Die Zeit verrinnt. Plötz. lich kann der Übermut des Sünders sich wandeln in das Webgeschrei ewigen Verderbens! Unerwartet schnell können an die Stelle von Vergnügen und

Gesamtbild der jährlichen Schiffsverluste im Frieden setwa tausend große und kleine Dampfer sowie Segelschiffel.