Ausgabe 
29.4.1917
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hatte sein Herz eingenommen. Als der Engel des HErrn ihm in den Weg trat, da bekannte er zwar: Ich habe gesündigt" (4 Mose 22, 34), aber er war weit davon entfernt, seinen gottlosen Plan auf- zugeben. Er wollte Gott und dem Teufel dienen. Wie schrecklich! Die Doppelherzigen sind ein Greuel in Gottes Augen.

Gleiche auch nicht diesem Manne, den Gott zu einem mahnenden und warnenden Exempel hingestellt hat für alle Zeiten, und der sein Teil mit Gottlosen gefunden hatl Sunden bekennen und in der Sünde verharren, das kann nur zu einem schrecklichen Ende führen. Gottes Wort mahnt:Der Gottlose lasse von seinem Wege, und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum HErrn, so wird Er Sich sein erbarmen, und zu unserem Gott, denn bei Ihm ist viel Vergebung." (Jes. 55, 7.)

Gehen wir weiter zu

Achan,

der bet der Eroberung von Jericho gestohlen hatte. Er bekennt:Fürwahr, ich habe gegen den Gott Israels gesündigt!" (Jos. 7, 20.) So sprach er angesichts des Todes; denn er war offenbar gewor­den und sollte alsbald gesteinigt werden.

Wie viele ähnliche Bekenntnisse sind schon an- gesichts des Todes, besonders auf Krankenbetten ab­gelegt worden, aber wenn die Gefahr vorüber war, sah man nichts von einer Erneuerung des Herzens und Sinnes!

Denken wir jetzt an

Judas,

dessen Bekenntnis erschütternd, aber ohne gesegnete Folgen war. Welch ein armer Mensch I Drei Jahre hat er mit dem HErrn gewandelt, und dennoch war er ein Verräter. Er bekannte:Ich habe gesün­digt," indem ich schuldlos Blut verraten habe" (Matth. 27, 4), und dann ging er hin und er­hängte sich. Seine Worte verraten Buße und Traurigkeit, aber nur eine Traurigkeit über die schrecklichen Folgen seiner bösen Tat. Davon sagt die Schrift:Die Traurigkeit der Welt bewirkt den Tod." Judas konnte nicht mehr glauben, daß Gott ihm vergeben könne. Seine Buße war keine Reue, sondern nur Gewissensbisse.

Darum, lieber Leser, nimm es nicht leicht mit dem Bekenntnis:Ich habe gesündigt!" Gott sucht nicht leere Worte und rührige Tränen, sondern ein aufrichtiges und zerschlagenes Herz, das wirklich nach Vergebung und nach Frieden mit Gott verlangt.

. Das Bekenntnis allein rettet nicht, sondern Christus, der Heiland, rettet, der am Kreuze gestorben für unsere Sünden, der jeden anfnimmt, der in wahrer Aufrichtigkeit in Reue und Schmerz Vertrauens- voll zu Ihm kommt und sich Ihm von Herzen er- gibt. Das wahrhaft bußfertige Herz ergreift Ihn >m Glauben und ist gerettet.

Erinnern wir uns noch an den

verlorenen Sohn

mit seiner Buße und seinem Bekenntnis:Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vm dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen." Das war ein gottgemäßes Bekenntnis, und es fand auch eine gottgemäße Antwort.

Welch ein schönes Bild ist dieser Empfang des verlorenen Sohnes von Gottes Tun und reicher Gnade in Christo Jesu! So sucht Gott auch dich und will dir vergeben und dich reich beglücken, dir ewiges Leben, dir Kindschaft und ein ewiges Erbe in der Herrlichkeit schenken. So komm denn; alles liegt bereit, des Vaters Kuß, der goldene Ring und das beste Kleid warten auf dich! Komm, komm gleich jetzt! Siehe, jetzt ist die Zeit der An- nehmung; siehe, jetzt ist der Tag des Heils.

G. B. d. F."

K

Sie weinten.

Und das ganze Haus Israel weinte vor dem Herrn."

1 Sam. 7. 8.

O, das sind goldene Zeiten, in denen Menschen über ihre Kälte, Gottvergessenheit, ihren Weltsinn weinen lernen, wenn ihre Angesichter vor Scham gerötet sind und sie wie Kinder dem gekränkten Vater nachlaufen mit dem Schrei:An Dir allein habe ich gesündigt und übel vor Dir ge­tan!" Ist das nicht der Anfang eines neuen Lebens, beginnt damit nicht das Aufräumen mit den Götzen der Weltlust, Eigenliebe, der Sünde, des Mammons, des halben Wesens?

Ein solcher Tag schien angebrochen zu sein, als nach der Mobilmachung auf allerhöchsten Befehl ein Bußtag im Lande angeorduet wurde. Massen ström­ten in die Kirchen, daß diese sich als viel zu klein erwiesen. Männer, die nie gebetet hatten, sah man mit rotgeweinten Augen in heiliger Andacht. Mütter und Söhne saßen nebeneinander wie zerbrochen. Einer nach dem anderen sagte:Ich muß mit Gott ins reine kommen, ich muß mich mit meinen Eltern aussöhnen, ehe ich ins Feld hinausziehe." Das waren Augenblicke, in denen sich eine Nation vor Gott beugte und um Gnade schrie. War die Butze echt? Bei vielen ohne Zweifel. Welche Antwort aber geben die vielen, die an demselben Tage noch mit Lärmen die Kneipen füllten?

Wahre Buße ist nicht nur ein Gefühlsrausch, ein innerer Schmerz, sondern eine sittliche Tat. Wahre Butze weint wie Petrus, bekennt wie der Zöllner, kehrt aber auch um wie der verlorene Sohn. Tränen göttlicher Traurigkeit haben erst rechten Wert vor Gott, wenn aufrichtige Scham über die Sünde dazukommt, ja, sie sind erst dann vollkommen, wenn das Salz der wirklichen Umkehr zu Gott sie würzt.

Wir haben Siege erfochten und unseren Feinden