Ausgabe 
15.4.1917
Seite
4
 
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O teurer Freund, du kannst dieser grauenhaften I Gefangenschaft entgehen, der ewigen Schmach und Schande entfliehen, wenn du deine Zuflucht nimmst zu dem teuren Blute Christi, das uns rein macht von aller Sünde, wenn du dem Worte Gottes ge- horsam wirst, vom Geiste Gottes dich leiten läßt.

Gott sei gelobt für diesen Born wider alle Sünde und Unreinigkeit! Was unsere schuldbeladene Vergangenheit gut macht, ist Jesu Blut und Jesu Geist. Du kannst der Sünde entgehen, der Schande den Rücken kehren, der ewigen Schmach entfliehen wenn du willst.

Denn wisse es, daß durch Jesu Tod und Auf­erstehung ein Weg in die Herrlichkeit gebahnt ist für dich.

Tue Butze über dein schmähliches Betragen dem blutenden Heiland gegenüber und bekenne Ihm deine Sünden.

Fasse die Vergebung der Sünden und über­gib dich Jesu im lebendigen Glauben.

Bleibe im Gehorsam verbunden mit Dem, der dm Auferstehung und das Leben ist, so wirst du auferstehen, nicht zur ewigen Schmach und Schande, sondern zum ewigen Leben. G. St.

L

Erlebnis eines UokizeiKomrnilfärs.

Ein Polizeibeamter in H. erzählt:Es war für mich eine der allerschwersten Aufgaben, die ich je in meinem Leben zu erfüllen hatte, als ich einen jungen Postbeamten zu einer Schenne hinführen mußte, in welcher er eine Anzahl Briefe versteckt hatte, die von ihm unterschlagen worden waren. Wir mußten da­bei an dem Zimmer der Eltern vorbei, die von dem schweren Vergehen des Sohnes noch nichts wußten. Als wir die Briefe unter dem Heu hervorgezogen hatten, war es meine Aufgabe, mit dem Sohne vor > die Eltern zu treten, um ihnen die Nachricht von seinem ! Verschulden und seiner Verhaftung zu überbringen. !

Als ich eben anklopfcn wollte, hörte ich, wie der Vater drinnen gerade betete. Ich blieb un­beweglich stehen, denn ich wollte das Gebet nicht stören. Der junge Mensch stand neben mir, und ich merkte, wie er zusammenzuckte und einen Seufzer unterdrückte. Wir entblößten das Haupt und hätten die Hände gefaltet, wenn es nicht geboten gewesen wäre, daß ich das Handgelenk des Verbrechers fest- hielt. Da hörten wir nun, wie der Vater inbrünstig auch für den Sohn, das einzige Kind, betete, wie er flehte, der HErr möchte ihn doch nicht verloren- gehen lassen, sondern ihn in den Versuchungen der bösen Welt bewahren.

'Der Sohn zitterte und bebte, und ein Strom von Tränen ergoß sich aus seinen Augen. Auch ich war aufs tiefste erschüttert. Ich wollte es schon aufgeben, gerade jetzt dem alten Vater die entsetzliche Nachricht zu bringen; aber ich mußte ins Zimmer eintreten. Ich bedurfte gewisser Papiere, die sich dort befanden.

Ich kann es nicht beschreiben, was nun für eine Szene folgte. Die Worte wollten mir nicht über die Lippen. Der Gram der alten Eltern war herzzerreißend. Nun weiß ich, was das für ein Kreuz ist, einen ungernle- nen Sohn zu haben. Ich blieb wohl eine halbe Stunde dort; ich mußte den in den Staub gebeugten Leuten menschliche Teilnahme zeigen. Dabei durfte ich Zeuge sein, wie ein Lichtstrahl der göttlichen Gnade in das Dunkel fiel: Aus dem Schluchzen und Jammern rang sich ein Laut des Glaubens und der Hoffnung empor. Zuerst ließ sich nichts als Klage über Klage vernehmen, dann äußerte sich der greise Vater: »Sei nur still, Frau, Gott wird doch noch unsere Gebete erhören < In jener Stunde hat der HErr, soweit Menschenaugeu sehen können. Sein gutes Werk in dem Herzen des Sohnes angefangen. Ich denke, Er wird es auch vollführen.

Für mich aber hat dies Erlebnis die Wirkung ge­habt, daß ich jetzt die jungen Leute, die ich verhaften muß, mit anderen Augen ansehc als vorher. Ick muß jetzt immer zugleich an die Eltern denken, denen über Die Sünden ihrer Kinder das Herz brechen wiü.

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Frreöberg.

Staötmisston StiiiUsg, KI. Köhlergasse 8.

Jeden Sonntag, nachmittags 2 Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; abends 87» Uhr: Evangelisations- Versammlung.

Anstatt am Sonntag, den t. April, findet die Brüder, ratsfitzung und die Gemeinschaftskonferenz am zweiten Ostertag statt.

Sonntag, den 1. April, abends 8 Uhr: Versammlung in Stammheim. Karfreitag, nachmittags 3 Uhr: Ver­

sammlung in Dorheim. Erster Ostertag, morgens 6 Uhr: Andacht in Friedberg; nachmittags 3 Uhr: Leidhecken; abends 8 Uhr: Stummhelm. Sonntag, den 15. ,

nachmittags 3 Uhr: Versammlung in Assenheim; dm 20.: Versammlung in Wohnbach; Sonntag, den 22.: Schwalheim und Stammheim; Sonntag, den 29., nachmittags: Wohn- bach und Dorheim.

Bezirk Lich.

Ostermontag, nachmittags 3 Uhr: Gemeinschaftskonferenz in Sich.

Anzeigen für die Nummern 1720 lpLt ltens bis zum IS. April d. Is. erbeten.