Ausgabe 
15.4.1917
Seite
3
 
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weder Gottes Segnungen noch Gottes Gerichte in der Weltgeschichte sehen, weil sie blind sind für die göttliche Heilsgeschichte von Golgatha! Wehe den Völkern und Einzelnen, die nicht wahrnehmen, wie Gott als der Lenker des Völkergeschicks mit allem Geschehen auf Erden nur zum Sünderheiland und Erlöser Jesus Christus hinlenken, und wie Er als der Erfüller des Völkergeschicks ihr Heil unter der Herrschaft Christi erfüllen willl Bleiben sie in der Verwerfung Christi, so wartet ihrer nur ein fluchbeladenes Ausreisen zum Endgericht, das Gottes endgültige Abrechnung mit den Völkern offenbaren wird. Aber auch mit dem Einzelnen.

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K

Are Erscheinung vor Kott.

Es kommt die Stunde, wo alle, die in den Gräbern sind, werden die Stimme des Sohnes Gottes hören und werden hervorgchen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts." (Joh. 5, 27. 29.)

Du hast vielleicht, lieber Leser, so wie viele deiner Mitmenschen in deinem Leben sorgfältig jede Begegnung mit Gott gemieden, bist deinem Gott innner aus dem Wege gegangen. Nun ist der Augenblick gekommen, wo es mit Posannenschall an dein Ohr dringen wird:Auf und begegne deinem Gott!" Nun trittst du Dem gegenüber, der alle deine Werke gesehen, alle deine Worte ge­bürt, vor dem keiner deiner Gedanken verborgen ! blieb, der nicht urteilt und unterscheidet zwischen großen und kleinen, zwischen erlaubten und uner- j laubten Sünden, sondern der alles wiegt nach der Wage des Heiligtums, der keine Notlüge und Ge- schäftslüge gelten läßt, sondern bei dem Lüge einfach Lüge ist. Was wird das für eine Begeg­nung sein? Muß es dir nicht bange werden, wenn du daran denkst? Wehe dir, wenn du deinem Gott nicht vorher in Seiner Gnade und Barmherzig, keit begegnet bist und Ihm nun begegnen mußt in Seiner Gerechtigkeit und Seinem Gericht!Gnade, Barmherzigkeit und Wabrheit gehen vor Seinem Angesicht her; Gerechtigkeit und Gericht ist Seines Stuhles Festung." (Ps. 89, 14.) Viele Jahre hat dich Gott gesucht, um Barmherzigkeit an dir zu tun, aber du hast dich nicht finden lassen. Nun sucht Er dich noch einmal, aber nicht, um dir Barmherzig­keit zu erzeigen, dafür ist es nun zu spät, sondern um dir zu geben, wie deine Werke sein werden.

Du wirst auferstehen, um in deinem wahren Charakter offenbar zu werden. Du hast mit großer Peinlichkeit alles vermieden, ^as dich zu der Erkenntnis deiner selbst hätte dringen können. Mit Ängstlichkeit warst du darauf bedacht, dich anderen im besten Lichte zu zeigen. !

Nun in deni Augenblick der Auferstehung, wo dein Inneres lesbar ist wie ein aufgeschlagenes Buch, hat alles Verstellen ein Ende. Es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Dessen, mit dem wir es zu tun haben. (Ebr. 4, 13.) In deinem Inneren trägst du ein Buch, es heißt Gewissen. Darin sind alle deine Sünden eingeschrieben, und auch nicht ein unwahres Wort oder ein böser Gedanke ist vergessen. Und dieses Buch wird zu deinem furchtbaren Ent- setzen in der Gegenwart Gottes, der Engel und aller Menschen, die um den Thron stehen, geöffnet und gelesen. Dein Herz möchte dir zerreißen vor Schmerz, und vor Scham und Schande möchtest du in die Erde versinken und wünschen, daß die Berge und Hügel so barmherzig wären, auf dich zu fallen, da- mit du allem enthoben wärst. Aber nichts hat Er- barmen mit dir, weil du. dein Leben lang kein Er­barmen mit dir selbst hattest. Du hast versäumt dich in, Lichte der Gnade und Wahrheit kennen zu lernen, nun aber mußt du dich erkennen im Feuer des Zornes Gottes und in den Worten Seines Gerichts und Urteils über dich. Dort wirst du dein Widerstreben gegen Gott klar sehen, aber du kannst darüber dann keine Buße mehr tun und keine Vergebung suchen; da steht die Hand­schrift deiner Sünden in deinem Gewissen, aber sie kann nicht mehr ausgetilgt werden durch das Blut des Lammes; da sind alle deine Sünden lesbar, die du begangen hast, aber nichts wird diese Schande von dir tun können; da leben mächtiger als in deinem Erdenleben die Lüste und Begierden in deiner Seele ans, aber nie kannst du an die geringste Befriedigung i derselben denken. Da wird dein ' Gedächtnis " wie eine Papierrolle sein, die dir fortwährend immer wieder andere Bilder deiner schuldbefleckten Ver- gangcnheit ^aufrollt. O, welche entsetzliche Oual wird da wie ein Schwert dein Herz durchbohren!

Aber deine Last wird noch schwerer und deine Qual wird noch vermehrt, wenn du all die Güte und Barmherzigkeit Gottes erkennst, die Er dein Leben lang, Stunde um Stunde an dir vergebens erwiesen hat, wenn es dir klar wird: auch für mich starb Jesus, auch meine Sünden trug Er, auch mich erlöste Er durch Sein Blut, auch mir bahnte Er einen Weg aus der Sünde und aus der Hölle in die Herrlichkeit, auch ich könnte ewig selig sein, als Erbe des Himmels triumphieren, aber aber ich habe dies alles verachtet, ich habe nicht gewollt. Sage an, was wird dein Urteil über dich selbst sein? Und dein Urteil über die, die dich von dieser Selig­keit zurückhielten durch Betrug eitler Worte?

Du wirst auferstehen, um das end- gültige Urteil zu hören, wo du die Ewig­keit zubringen wirst.

Du hast in deinem Leben Gott den Gehorsam versagt, du wolltest nicht in dem Gehorsam eines Kindes wandeln, nun mußt du Ihm den Gehorsan,

| eines gefangenen Verbrechers zollen.