»Wer zu Wir kommt."
„Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hiiiauswersen." (jol). 6,37.)
Dies sind Worte Dessen, welcher alles Recht hätte, alle, die gesündigt haben, hinauszuwerfen in ewige N cht und Verdammnis. Wie wunderbar und gnädig deshalb, daß Er, der Heilige und Gerechte, Sünder zu Sich ruft; ja, daß Er ohne Unterschied alle annimnit mib errettet, die zu Ihm ihre Zuflucht nehmenI Hier hören wir die Stimme der Gnade, die Worte des Sohnes Gottes an die Menschenkinder in ihrer Schuld und ihrem Elend'? Er redet nicht von Gericht, sondern ist voller Erbarme»; Er will nicht verwerfen und verdammen, sondern aufnehmen und erretten; Er will nicht dem Sünder die Schuld anrechn n, sondern sie tilgen.
„Wer zu Mir kommt," es sei, wer es wolle! Du sagst vielleicht: Ich habe nie an Ihn gedacht. Aber siehe, Er hat an dich gedacht; Er hat Sein Leben für dich dargelegt am Kreuzesstamm, und setzt ist Er bereit, dich anzunehmen, ivie du bist. Du darfst kommen mit allen deinen Sünden; Er ist bereit, sie zu tilgen durch Sein kostbares Blut, wenn du sie Ihm nur bringst und bekennst. Ja, Er nimmt als Heiland und Retter nur solche an, die mit ihren Sünden kommen. Er ruft: „Kommt her zu Mir alle, ihr Mühseligen und Beladenen, und Ich mcrbe euch Ruhe geben.' (Match. 1 l, 28.)
. Sage mir, hast du dich nicht schon oft nach Ruhe gesehnt, nach wahrer, dauernder Ruhe für dein gequältes Herz und Genüssen, das dich immer wieder an alle und neue Sünden erinnert und dir'keine Ruhe lassen will? Siehe, hier allein ist währe'Ruhe. <u finden.
Das Werk Christi am Kreuze von Golgatha
hat als Lvsegeld allen Ansprüchen der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes genügt. Christi Opfer allein vermag deine Schuld vor Gott zu tilgen.
„Kommt her zu Wir!"
Wie dt t hören wir diesen Gnadenruf des HErrn in Gottes Wort! O heilsverlangende Seele, nimm denn heute im Glauben Zuflucht zu dem vergossenen Blute Christi, cs entfernt deine Sünden für immer aus den Augen Gottes und bringt dich selbst als gerechtfertigt und als glücklichen Anbeter in die unmittelbare Gegenwart Gottes. Das Blut Christi entfernt die Sünden weiter von dir, als der. Osten vom Westen ist, dich selbst aber bringt es Gott nah, ganz nah! Ja, welch ewig gesegnete Folgen hat das vollbrachte Erlösungswerk Christi für jeden, der vor Gott auf dasselbe baut! Ein solches Herz ist durch Christum mit Gott versöhnt, ja, der Sünder ist in Ihm Gottes geliebtes Kind geworden. !
So fasse denn Mut, zagender, schuldbewußter, zitternder Sünder! Dich gerade meint der HErr Jesus mit Seiner Einladung Für dich hat Er dort am Kreuze gelitten; dir bietet Er jetzt frei und umsonst Vergebung und ewiges Leben an. Seine Retter- arme sind geöffnet, um dich zu empfangen. O zögere nicht länger: „Glaube an den HErrn Jesum, und du wirst errettet werden." (Apg. 10, 31.)
Wie aber, wenn manche unserer Leser noch gleichgültig sind einer solchen Gnade gegenüber? Ach, sie kennen nicht die ewig schrecklichen Folgen ihres bisherigen Tuns und Lebens, denen sie täglich näherkomme'n. Sie haben noch nie ihren wahren Zustand vor Gott erkannt, sonst wären sie längst aus ihrer Gleichgültigkeit erwacht; denn: „Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, und danach das Gericht." (Ebr. 9, 27.) Und wer wird dieses Gericht über die Menschen halten? Wem ist es von Gott übertragen? Demselben, der jetzt noch jeden in Gnade,, erretten will, demselben, der jetzt noch die Mühseligen und Beladenen zu Sich ruft: „Kommt her zu Mir alle!"
„Geht von Wir,"
ihr Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel'und seinen Engeln!"
O möchte doch keiner, jung oder alt, Mann oder Weib, reich oder arm, unter unseren Lesern sei», dem der HErr bald im Gericht das entsetzliche „Gehe von Mir!" zurgfen muß! Es wird aber ein jeder dieses Wort hören und diesem furchtbaren Befehl unweigerlich folgen müssen, der die liebliche Einladung der Gnade: das „Kommt her zu Mir!" des HErrn Jeju überhört, gering geachtet oder das Befolgen der Einladung anfgeschoben hat, bis es zu spät >var.
So entscheide dich denn heute, am Tage der Gnade und des Heils, mein Leser. Komm zu Jesu, wir bitten dich, wer du auch seist; mag die Zahl deiner Sünden groß oder klein sein; magst du die Einladung schon oft gehört haben oder heute zum ersten Male in deinem Leben hören. Der HErr Jesus läßt dir heute noch sagen: „Wer zu Mir kommt, den werde Ich n i ch t.hinauswerfen." Ob dir diese gnadenvolle Einladung morgen noch ertönt, ob es nicht morgen schon für eivig zu spät ist, um noch zu Ihm zu kommen, wer weiß es? G. B. d. F.
— Solange der Nebel die Täler erfüllt, kann man unmöglich den blauen Himmel schauen, und solange in der Menschenseele die Lüste herrschen, müssen die süßesten Geheimnisse des Reiches Gottes Torheit bleiben.


