Ausgabe 
8.4.1917
Seite
4
 
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Wie die Saat, so die tzrnte.

Ein junger Mensch, der im Gefängnis sitzt s ittet den Gefängnisgeistlichen, er möchte einen Stadt- , stssionar zu seinen Eltern senden und deren Ver- -»ihunq für ihn erwirken, es tue ihm von Herzen leid, sie so sehr betrübt zu haben. Der Stadtmisstonar der den Auftrag erhält, die Eltern zu besuchen, geht hin zu ihnen, und bei dem Vater gelingt es chm auch, seine Verzeihung für den Sohn zu erhalten, aber die Mutter bleibt hart, sie will nicht vergeben. Er hat uns zu große Schande gemacht," so kümmerte stc, sich mit der Schürze die Tränen abputzend,ich will ihn nie Wiedersehen." Der Stadtmissionar fragt warum sie so unbarmherzig sei. Sie erwidert:Alles habe ich für den Jungen getan, was ich nur konnte. Als er noch klein war, habe ich ihm Taschengeld gegeben, soviel er begehrte. Wenn ein schönes Stück im Theater gegeben wurde, ich nahm ihn mit hinein. Ich habe ihm nie eine Bitte abgeschlagen, und nun lohnt er es mir so l"

Weiter haben Sie für Ihr Kind nichts getan," fragte" da der Stadtmissionar,als daß Sie ihm Taschengeld gaben, es ins Theater schickten und ihm allen Willen ließen? Haben Sie Ihren Sohn me an Gottes Wort erinnert und zu Christo hmgefuhrt? Haben Sie nie über ihm die Hände gefaltet und für ihn gebetet? Liebe Frau, wissen Sie, daß Sie selbst daran schuld sind, wenn Ihr Sohn im Gefängnis sitzt? Mit Theater und Taschengeld erzieht man leine Kinder, man muß für sie beten."

Da sah die Frau den Stadtmissionar lange an. So hatte noch nie jemand zu ihr gesprochen. Das war ihr eine ganz fremde Sprache. Also ste selbst sollte an allem Unglück schuld sein?Ja, recht hatte der Alaun," so sagte ihr die Stimme ihres Herzens,ich selbst habe den Sohn ms Gefängnis ^bracht." Laut schluchzend brach sie auf dem Stuhle zusammen. Als sie wieder zu sich gekommen war sagte

zu dem Stadtmissionar:Gehen Sie zu u nserem

Sohne und sagen Sie ihm, daß ich ihm vergeben habe, und daß ich zu ihm kommen werde, sobald es geht/

Am anderen Tage machten sich die Eltern aus, und im Gefängnis wurde Versöhnung gefeiert. Für die Mutter würde dies der Anfang zu einem neuen Leben denn sie erkannte nicht nur diese eine Sunde, sondern ihre ganze sündhafte Vergangenheit. Der Stadtmissionar zeigte ihr den Weg zum Heiland, und in Ihm fand sie Frieden und völlige Vergebung.

Wie viele Eltern mag es wohl geben, die wir diese Frau an dem Unglück ihrer Kinder selbst d,e Schuld tragen! Sie lassen ihren Kindern allen Willen und wundern sich dann, wenn das em recht böser Wille wird, der den Eltern tiefen Kummer und unaussprechliches Herzeleid bereitet.

Wun aöer ist Kyristus auferftanden."

Wem diese geschichtliche Tatsache persönliches Er- lebnis geworden ist, der weiß erst, was Leben ist; vorher liegt er im Tode. Daß Christus auferstanden ist, wissen wir freilich von der Schulzeit her, aber damit sind wir noch nicht vom Tode zum Leben ge- kommen. Es kommt daraus an, daß wir aus eigener Erfahrung bezeugen können:Ich weiß, daß menl Er­löser lebt!" Als die Jünger am ersten Osterag den HErrn sahen, wurden sie froh^ Sie freuten s'ck nicht'nur über das Wiedersehen des Totgeglaubten sondern sie erlebten in ihren Herzen Seine Auf- erstehung. Und nun mar ihre Freude vollkommen; sie wurde zur bleibenden Lebensfreude, weil nichts und niemand ihnen das Leben, das ew^e -ebm, nehmen konnte. Daß Jesus auferstanden ist daß Er lebt das ist und bleibt der kostbarste Hellsbesitz der Gläubigen. Damit überwinden sie die tödlichni Un- flüsse der täglichen materiellen Geschäfte und morgen Damit kommen sie in den schwersten Anfechtungen des Lebens durch. Daß Jesus lebt wird m der letzter Todesnot ihr Trost und ihr Halt sem. B.-Th. H.

Versammlungs-Anzeigen.

^ nft,

Bezirk Friedberg.

Stadtmiffion Friedberg, Ul. Uöhlergasse 8.

Jeden Sonntag, nachmittags 2 Uhr: Sonntagsschule;

; Uhr: Jungsrauenverein; abends 87» Uhr: Evangelisations- Versammlung.

Anstatt am Sonntag, den l. April, findet die Brüder­catssitzung und die Gemeinschaftskonferenz am zweiten Ostertag statt.

Sonntag, den 1. April, abends 8 Uhr: Versammlung in Stammheim. Karfreitag, nachmittags 3 Uhr: Ver­

sammlung in Dorheim. Erster Ostertag, morgens 8 Uhr: Andacht in Friedberg; nachmittags 3 Uhr: Leldhecken, abends 8 Uhr: Stammheim. Sonntag, den 1b. Apn, nachmittags 3 Uhr: Versammlung in Assenheim; den 20: Versammlung in Wohnbach; Sonntag, den 22.: Schmalheim und Stammheim; Sonntag, den 29.. nachmittags: Loyn- bach und Dorheim._

Bezirk Cid?.

Ostermontag, nachmittags 3 Uhr:

Gemeinschaftskonferenz in Lich-

Anzeigen für die Aunrinern 1720 lp31 ttens bis zunr 15. April d. Js. erbeten.