Ausgabe 
1.4.1917
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gewinnen. Ein Ringen Gottes mit höchsten Kampfes- Mitteln geht durch unsere Zeit. Ein Feuer der Liebe lodert in dem Herzen des Gottes der Liebe, um Menschen in Gericht und Gnade zu Christo zu ziehen. Vom Sohne Gottes redet Gottes Evan­gelium, für den Sohn wirbt cs, zum Sohne zieht es. Groß ist vor Gott allein das Todesopfer Seines Sohnes. In Christo allein ist der Mensch­heitsgegensatz gegen Gott erloschen. In Ihm allein öffnen sich die Tore einer großen Zukunft. In Ihm ersteht eine neue Menschheit, ein neuer Himmel und eine neue Erde, in welcher Ge­rechtigkeit wohnt. (2 Petri 3, 13.)

Es liegt noch eine Zeit vor uns, von welcher das Wort Gottes sagt: Dann werden .,die Schwerter zu Pflugscharen und die Spieße zu Sicheln. Daun wird kein Volk niehr wider das andere das Schwert aufheben und werden den Krieg nicht mehr lernen". (Jej. 2, 4.)

Teurer Leser! Auch du sollst nach dem Willen Gottes Anteil haben an dieser großen, seligen Zu- kunft! Es soll auch dir erstehen aus dem Leid dieser Zeit das nie verklingende neue Lied, aus zeitlicher Not das ewige Heil! Gott ist gnädig gegenwärtig in den großen und furchtbaren Gescheh­nissen dieser Zeit. Er ist gegenwärtig auch in diesem Worte, das als Sein Bote zu dir kommt. Sprich deinJa" zu dem Werben und Ziehen deines großen Gottes! Tritt im Namen Jesu in Sein Licht und weihe Ihm dein durch das Blut des Mittlers erkauftes Leben! Und dann gehe als ein Erretteter de» schmalen Weg zu Gottes- zielen hin! Dann gehe als ein Gesegneter den Weg zu den großen und herrlichen Zielen, die da warten des erlösten und gesegneten Gottesvolkes! Von diesem Volke gilt zu aller Zeit das Lied des prophetischen Sängers (5 Mose 33, 29):Wohl dir, Israel! Wer ist dir gleich? O Volk, das du durch den HErrn selig wirst, der deiner Hilfe Schild und das Schwert deinesSieges ist! Deinen Feinden wird's fehlen; aber du wirst auf ihren Höhen einhertreten." G. Nagel.

K

Warum tust du nicht Wüste?

Du erlebst das dritte Kriegsjahr! Wieviel magst du schon geseufzt haben über diesenschreck­lichen Krieg", der kein Ende nehmen will! Wie magst du schon geklagt haben über die Entbehrungen, die du erleiden mußtest! Ja, wie viele Tränen magst du schon geweint haben über die lange Trennung von deinen Lieben oder gar über die Opfer an Blut, die du hast bringen müssen, über den Tod deiner Lieben, die der entsetzliche Krieg hinweggerafft hat!. Müde des Elendes, beinahe abgestumpft gegen

den Fortgang des Schreckens, möchtest du am liebsten nichts . mehr sehen und hören von dem grausen Weltkrieg. Du wünschest nichts mehr, als daß es doch endlich einmal zum Frieden kommen möchte.

Oder du gerätst in helle Wut, schimpfst auf die vermeintlichen Kriegsanstifter, möchtest selber mit den Fäusten dreinschlagen, bejubelst die rücksichts­loseste Vernichtung der Feinde, nur damit endlich das Entsetzen ein Ende finde.

Oder, was das Schlimmste ist: Du hebst zuletzt die Faust gegen Gott.Warum macht Der da droben kein Ende? Hat Er wohl gar Lust an unserer Qual? Warum hat Er sie kommen lassen? Warum duldet Er die Mor- derei? Warum versagt Seine Macht? Was für ein Gott muß Er sein, der dieses Kriegselend so ruhig mitansehen kann?"

Sag sind das nicht Kriegsgedanken deines Herzens? Ja, Millionen deutscher Herzen sind nicht weiter gekommen, als bis zu diesen gottfeind­lichen Gedanken! Und doch sollen sie viel weiter kommen. Sie sollen nicht zur Anklage vor Gott, sondern zur Buße vor Gott ge- langen. Auch du, auch du! Aber warum tust du nicht Buße?

Erstens, um deiner Unwissenheit willen! Gott gebietet seit bald zweitausend Jahren allen Menschen, Buße zu tun. sApg. 17, 30.) Aber die allermeisten Deutschen wissen weder wer Gott noch was Buße ist. Weißt denn auch du noch nickt, daß der blutige Krieg die entsetzliche Ernte unserer entsetzlichen Sünden ist? Siehe, Selbstsucht und Habsucht hat jeder in Friedeuszeiten gesät, nun hat die Selbstsucht und Habsucht ganzer Völker, an der auch du beteiligt bist, die Völker widerein- audergebracht: nun ist der Krieg des einen wider den anderen zum Krieg der Völker wider die Völker geworden. So hast auch du zum Kriege mitgeholfcn durch den Geist deiner Selbst- und Habsucht, deines Neidens und Hassens und, deiner Sündenlust. Wie murrst du nun wider Gott? Erkenne dich und dein selbstsüchtig kriegerisches Wesen und murre wider dich und deine Sünde und tue Buße!

Was ist aber Buße ? Sie ist erstens Selbsterkenntnis im Lichte der Bibel. Aus, greife in dieser wirren Zeit nach dem allein wahren und klaren Bibelwort, das allein das Dunkel der Zeit und deines Herzens zu erhellen vermag! Zwei- tens ist Buße Selbstbeschämung vor dem An­gesicht Jesu Christi, vor dem du sehen sollst, wie du sein sollst und wie du in Wirklichkeit btft!' Drittens ist Buße Selbstverwersung vor dem gekreuzigten Erlöser, nämlich Preisgabe deines sündigen Selbstwesens und, Annahme der sündenvergebenden, rettenden Gottesgnade im Sühn­opfer Jesu Christi, der am Kreuze für dich und deine Sünde sturb.