Ausgabe 
11.3.1917
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Qemeinscbaftsblatt für Ressen. |

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Aufwärts!

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Nr. 10.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgerm ission. Druck v. I. G. Onckeu Nachf., G. m. b. Cassel.

Sonntag, den 11. März 1917.

10. Iahrg.

Kriegsfürsorge.

Kriegsfürsorge wird nicht nur im gegenwärtigen Kriege getroffen, sondern schon vor 193 Jahren, im Jahre 1724, wurde von König Friedrich Wilhelm I. in seiner alten Resi­denz das Königliche Große Militärwaisen- Haus zu Potsdam er­richtet. Ohne Frage ist es die bedeutendste Einrichtung dieser Art in ganz Deutschland.

Aus allen Teilen unseres Vaterlandes werden die Jungen, denen der furcht- bare Krieg den Bater »ahm, denen Mutter und Verwandt: Er­

ziehung und Ernährung nicht mehr bieten können, dorthin gebracht. Ein neues Vaterhaus soll ihnen gegeben werden,

.ein neues Daheim, wo treusorgende Menschen,

Lehrer und Erzieher, ihnen zur Seite stehen,

»m ihnen nach Möglich- Am Denkmal des Stifters des

keit das Verlorene zu

ersetzen. So wollte es der große Stifter, den die Geschichte heute mit Recht denWaisenvater" nennt.

Viele Leser hörten schon im Frieden von dieser »roßen Stiftung! Viele haben schon bei einem ge­legentlichen Besuch in der alten Havelresidenz jene kleinen Soldaten gesehen, wenn sie an den Nach­mittagen mit Trommel und Pfeifen ihre Spazier- gange machen! Das sind die Nachkommen der Schützlinge jenes fürsorglichen Landesvaters.

Die Anstalt vermittelt Schulunterricht und militärische Ausbildung, die sich, wie einst bei den

alten Griechen, in zweckmäßiger Weise ergänzen. Die Söhne verstorbener Berufssoldaten sollten in erster Linie ein Heim erhalten. Diese Einschränkung konnte jedoch, der Urkunde entsprechend, bedeutend erweitert werden. Heute finden, wie nach jedem Kriege, die

Söhne jedes gefallenen Soldaten Aufnahme, so­weit Platz vorhanden ist Die' Kinder der ge- fallcnen Helden bedürfen der Hilfe, und wir freuen uns, wenn ihnen diese möglichst gut ge­bracht wird. Doch wii denken an den großen Schaden, der durch di« Sünde angerichtet wurd» und wodurch alle Men scheu hilfsbedürftig ge­worden sind.

Die Sünde brachte eine Kluft zwischen Gott und den Menschen. Diese Kluft zu überbrücken, zu beseitigen, dazu ist der gefallene Mensch unfähig. Auch kann nicht ein Mensch den Potsdamer Mtlttärwaijenhauses. ailderen erlösen, es kostet

zuviel, daß er es muß

anstehen lassen ewiglich.

Aber es ist erschienen die heilsame (heilbringende) Gnade Gottes allen Menschen. Alle bedürfen der rettenden Gnade, und alle dürfen zu Jesu, dem

Sünderheiland, kommen, und wie uns das Evan­

gelium der Gnade Gottes bezeugt, werden alle, die da kommen, Vergebung ihrer Sünden, Frieden mit Gott erlangen, da wird jedem Sünder die Hilfe zu­teil, die er bedarf. Für Kriegsfürsorge auf allerlei Art wollen wir Gott und den Menschen, durch welche sie begründet vnd gefördert wird, dankbar sein, aber