Ausgabe 
4.3.1917
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ergriffen haben, stehen noch in ihren Sünden vor Gott; darum liegen Tod und Gericht mit ihren Schrecken noch vor ihnen.

Wie stehst dn, lieber Leser, zu Christo, dem Heiland der Welt? Bist du mit dem Bekenntnis deiner Schuld in Seine Netterarme geeilt? Bei Ihm kannst du noch heute Versöhnung finde», Ver­gebung, Frieden, ewiges Heil unv Leben. O. D.

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Alach der Schkacht.

Die Kanonen donnerten, die Maschinengewehre knatterten. Wir mußten »ns etwas vor dem Feinde zurückziehen. Wir feuerten auf denselben, solange wir konnten. Da erhielt ich einen Schuß"

So berichtet der mutige Vaterland-Verteidiger E. dem ihn besuchenden Prediger und fährt fort:

Was weiter geschehen ist, weiß ich nicht. Auf einmal erwachte ich, vor mir stand ein russischer Soldat.. Derselbe durchschnitt mein Lederzeug. Er faßte mich wohl etwas unsanft an, so daß ich wieder zum Bewußtsein kam. Ich stellte mich, als wäre ich tot. Der Feind durchsuchte meinen Tornister, warf | alles aus demselben hinaus, fand wohl nicht, was er wünschte, nahm sein Geivehr und verschioand. Jetzt erst merkte ich, was mir fehlte. Ich hatte einen .Nopf- und Schulterschuß erhalten. Einige Stunden vergingen. Der Abend brach herein. Da hörte ich i» der Nähe das Stöhnen eines verwundeten Kame­raden. Ich kroch unter Schmerzen zu demselben hin. Er hatte einen Schuß durch die Lunge bekommen. Mit matter Stimme erklärte er mir:

»Ich muß sterben, aber ich fürchte mich nicht vor dem Tode. Christus, mein Heiland, hat meine Lunden getragen, hat meine Strafe erduldet und hat mir auf meine Bitte meine Schuld vergeben. Er wird mich in die ewige Ruhe bringen.«

Dann bat er mich, ihm aus seiner Feldflasche, die er nicht allein zum Munde führen konnte, zu trinken zu geben. Gern und so schnell cs nur mein verwundeter Körper erlaubte, kam ich feinem Wunsche nach. Ein förmlicher Blutsturz erfolgte. Nach einer Pause vernahm ich seine zitternde Stimme noch einmal:

»Mein Vorhaben war, mich dem Missionsdienst zu widmen und meinen Mitmenschen die frohe Bot- lchaft zu bringen, daß Jesus sie liebe, daß sie sich zum Heiland bekehren und von Herzen an Ihn gläubig werden müssen, um selig zu werden. Doch ich bin zufrieden, wenn es nicht sein darf, wenn ich jetzt schon zu Jesu gehen kann!«

Da stöckle seine Stimme. Die Kraft verließ chn wohl. Vielleicht wollte er auch mich noch zu ^esu weisen. Ich aber verstand ihn schon Er hatte bereits durch sein Zeugnis, das von seinen sterbenden >>ppen kam, mir ins Herz geredet. Dazu machten leine Ruhe in der Todesstunde und seine Gewißheit,

selig zu werden, einen tiefen Eindruck auf mich. Ich hatte diese Ruhe und Gewißheit nicht. Ich zitterte und bebte. Darum bat ich den HErrn Jesum aus tiefster Seele, mich noch nicht in einem unbekehrteu Zustande sterben zu lassen, sondern mich noch einmal gesund zu machen, daun wollte ich Ihm mein Herz und Leben weihen.

Noch weitere Verwundete lagen um uns her. Die Dunkelheit der hereiubrechenden Nacht hüllte uns ein. Da kam einer unserer Samariterwagen, nahm uns auf und brachte uns ins Lazarett."

. Ob der gläubige Kämpfer alsdann gestorben ist, weiß der Unterzeichnete nicht; aber das weiß er, daß jeder, der Jesum sucht, Ihn findet. Meyer.

Alöer Mord.

Schon in früher Jugend war ich genötigt, so erzählt ein Matrose, für meinen Unterhalt selbst zu sorgen. Mein Vater und zivei Verwandte von mir die Fischer waren, hatten in einer stürmischen Nacht zusammen ihren Tod in den Wellen gefunden, und meine arme Mutter war nicht imstande, irgend etwas für mich zu tun. Ich wurde, wie mein Vater, See­mann. Nachdem ich einige Jahre als Schiffsjunge mein Brot verdient hatte, kam ich. als Matrose auf ein großes Schiff.

Matrosen sind vielfach rohe, gottlose Menschen, die mit dem heiligen Gott und Seinem kostbaren Worte ihren Spott treiben. Auf dem Schiffe, aiff dem ich Dienste genommen hatte, war es nicht anders. Ich selbst war bald ei» ebenso schlimmer Flucher ,vic alle übrigen.

Lange Zeit blieb ich auf demselben Schiff. Aber endlich wollte ich doch einmal wechseln. So ließ ich mich auf einem Handelsschiff, das hauptsächlich auf Flüssen verkehrte, anheuern.

Meine neuen Kameraden waren nicht besser als die früheren. Es wurde geflucht, getrunken und ge­spielt, geradeso wie anderswo auch. Nur der Kapitän machte einen ruhigen Eindruck.

Eines Sonniagmorgens sagte er zu uns:Nun, Jungen, heute habe ich keine Arbeit für euch. Wenn ihr wollt, könnt ihr an Land und zur Kirche gehen."

Diese Worte trafen mich tief. So etwas hatte ich noch nie auf einem Schiffe gehört. Es lautete so ganz anders als alles, woran ich seit Jahren ge- wöhnt war. Ich beschloß, dem Worte des Kapitäns zu folgen, und ging zur Kirche. Der Prediger sprach über das Wort:Glückselig, die nach der Gerechtig­keit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden." (Matth. 5, 6.)

Dieser Tag bedeutete einen Wendepunkt in meinem Leben. Ich bekam die Gewißheit, daß es anders mit mir werden mußte, und ich begann nach Frieden zu verlangen. Zugleich fühlte ich, daß ich