oder zu erretten, was verloren ist." (Luk. 19,10.) Nicht das Geschrei oder die Gefühle oder die Anstrengungen haben jene ertrinkenden Männer geretlet. Sobald sie im Rettungsboot waren und sich diesem und dessen Führer anvertrauten, glitten sie dankbar i nd ruhig über dieselben Wellen hin, welche sie kurz vorher zu verschlingen drohten.
Auch unser Schiff ist zertrümmert, unser Zustand ist schlecht. Aber Christus hat eine völlige Errettung für verlorene Sünder vollbracht:. Auf Golgatha ist eS geschehen.
Das heilige Leben Christi kann nicht die Sünde der Welt wegnehm n ohne die Vergießung Seines Blutes, wieviel weniger sind unsere Werke imstande, nur eine einzige Sünde fortzunehmenI Nur in Ihm ist uns die Vergebung der Sünden verkündigt; und nur durch Ihn sind alle, die an Ihn glauben, gerechtfertigt von allen ihren Sünden; „denn durch die Gnade seid ihr errettet durch den Glauben; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken/ damit sich niemand rühme". Der Apostel Paulus sagt: „Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen — der Mensch Jesus Christus. Und es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Naine den Menschen gegeben^ wodurch wir sollen errettet werden." (Apg. 4, 12.)
O möchtest auch du in diesem Rettungsboot, in Christo und Seinem vollendeten Werke, durch den Glauben deine ewige Ruhe und Sicherheit finden! Halte nichts außer Ihm für ei» Rettungsboot; auch nicht gute Werke, noch Ehrbarkeit und äußere Fröm- migkeir. Alle diese Dinge führen nicht hinüber in den Hafen der Ruhe Gottes, bringen nicht zur Herr- ' lichkeit. Wer sich auf sie verläßt, geht sicher und gewiß zugrunde. Dn mußt Jesum haben! Nur in Ihm ist Heil und Rettung; und Er biitet dich, zu Ihm zu kommen. O. D.
In Fiekgien.
Im August 1914 wurden wir in H. in Belgien plötzlich durch Schüsse aus den Häusern überrascht. Schnell wurden die Bewohner auf einen Platz geführt, wo sie näher untersucht werden sollten. Die bei ihnen gefundenen Revolver wurden entladen.
Unter den stark Verdächtigen befanden sich ein schon ziemlich alter Mann und dessen siebzehnjähriger Sohn. Ihr Leben hing an einem seidenen Faden Da kommt plötzlich ein zwölfjähriger Knabe und geht auf die beiden zu. Es war leicht zu erkennen, daß dies noch ein Sohn dieses Vaters war. Nach einigen Worten mit den beiden wendet sich der Knabe, der gut deutsch sprach, an den Herrn Major und fragt, was mit den beiden geschehen soll. Als er erfährt, daß sie untersucht, und falls sie schuldig erfunden,
erschossen werden sollen, fällt er mit einem Schrei erst seinem Vater dann seinem Bruder um den Hals und weint bittere Tränen.
Es war ergreifend anzusehen. Dann plötzlich wendet er sich wieder an unseren Herrn Major und sagt : „Aber Herr Major, wenn ich bezeuge, daß mein Vater nicht geschossen hat, was dann?"
Tränenden Auges hingen seine Blicke an dem Major.
„Weißt du bestimmt, daß er nicht geschossen hat?"
„Ja, das kann ich mit Bestimmtheit bezeugen. Mein Vater ist unschuldig."
Daraufhin bekam er seinen Vater frei. Während der Knabe um das Leben seiner Lieben bat, standen diese hart und fest da. Jetzt aber fiel der Knabe noch einmal seinem Vater um den Hals. Hatte er soeben Tränen der Angst und Not geweint, so waren es nun Freudentränen, die auch dem gerührten Vater reichlich über die Wangen rannen.
Aber stand nicht noch sein Bruder da? War der schon erlöst? Ein Blick genügte, um sich noch einmal an unseren Herrn Major zu wenden mit der Bitte: „Und nun schenkt Herr Major mir doch auch noch meinen Bruder!?" Als er ans ernstes Befragen auch für dessen Schuldlosigkeit einstand, erhielt er auch ihn.
Nun folgte ein ergreifendes Bild! Alle drei weinten ihre Tränen und fielen sich gegenseitig um den Hals. Die benden Alteren verdankten dem Knaben ihr Leben, und der Knabe freute sich, daß sie chm von neuem geschenkt waren, und hängte sich glückstrahlend an sie.
Als die erste Freude vorüber war, ging der Knabe zum Herrn Major und bedankte sich für das Leben seines Vaters und Bruders. Auch dieser Zug durfte in dem schönen Bilde nicht fehlen! Soweit der Bericht des Angeuzeugeu.
Wie rührend ist diese Begebenheit! Doch dieser zwölfjährige Knabe rettete Unschuldige, die zudem eng mit ihm verbunden waren. Deuten wir aber an die Tat, die durch Jesu Errettung geschehen ist. Er hat Schuldige errettet, Sünder erkauft. Nicht waren es solche, die Ihn liebten, die zu Ihm in Beziehung standen, nein, solche die Ihn haßten.
Obengenannter Knabe brauchte nicht sein eigenes Leben für das Leben seines Vaters und seines Bruders zu opfern; seine Worte und seine Tränen genügten, um die Freiheit für diese beiden zu erlangen. Der HErr Jesus hat die Sündenschuld der Menschheit auf Sein schuldloses Haupt genommen und ist für die Sünder gestorben.
Groß und teuer ist die Erlösung und das Heil, das der HErr und Heiland durch Seinen Tod für die schuldigen Menschenkinder erworben hat, und gesegnet ist das Teil aller derer, die zu Jesu ihre Zuflucht genommen und in Ihm Frieden und ewiges Leben gefunden haben. Aber alle, welche noch nicht den Sohn Gottes als ihren Erlöser im Glauben


