denke, gebenfe! O, welch schreckliches Gedenken dort, an dem Orte der Qual, wo es keine Hoffnung mehr gibt, wo kein Lichtstrahl die dichte Finsternis durch- dringt ein Gedenken an das Gute, das man hienieden genossen, an die vielen Beweise der Freundlichkeit Gottes, die man empfangen, an die vielen Gelegenheiten, die man gehabt hat, um dem kommenden Zorn zu entrinnen; an all das Böse, das man getan, an all die Undankbarkeit und Gleichgültigkeit, die man der Liebe Gottes gegenüber an den Tag gelegt hat! Und dann für immer und ewig zu spät! Keine Umkehr mehr möglich, die Zeit der Gnade für immer dahin!
Mein lieber Leser! Stehe hier einen Augenblick still und bedenke, was du soeben gelesen hastI Es handelt sich um ernste, furchtbar ernste Wahrheiten. Der Sohn Gottes 'selbst redet zu dir durch die bekannte Geschichte von dem reichen Manne und dem armen Lazarus. O höre ans Seine Stimme, damit du nicht auch kommst an jenen Ort.der Qual! „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt ans ihm." (Joh. 3, 36.) „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu- fallen." (Ebr. 10, 31.)
Darum bedenke dein Ende und verachte nicht das Heil, das dir in Christo Jesu, in dem kostbaren Blute des Lammes Gottes, angeboten wird! Heute noch ist die Zeit der Gnade, der Tag des Heils; heute noch ladet die freundliche Stimme des guten Hirten alle Mühseligen und Beladenen ein, zu Ihm zu kommen und Ruhe zu finden für ihre Seelen. Aber der Tag des Heils naht mit Riesenschritten seinem Ende; und dann?!
O mein lieber Leser, gedenke, gedenke!
R. B.
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Jesus und ich.
(Luk. 5, 27—32.)
Jesus und der Sünder, die beiden gehören zusammen. Jesus nimmt die Sünder an. - Das ist eine Tatsache von der allergrößten Bedeutung. Das ist die weltbewegende Botschaft des Christentums. Das ist die Triebkraft aller Rettungsarbeit in Heimat und Heidenwelt. Jesus Christus sah die Sünder und zog sie in Seine Lebensgemeinschaft.. Sein grenzenloses Lieben gilt auch dem armen Opfer des Alkohols in der Gosse, dem Verbreche im Zuchthaus, den verlorenen Töchtern des Volkes, dem irrenden Israel und den wilden Beivohnern der Südseeinseln. Und du? Du wolltest Seinem Liebes- arme dich entziehen! Jesus und du, ihr gehört auch zusammen. Ohne Ihn gehst du ewig verloren.
Auch du bist in der Schuld vor Gott, wenn auch äußerlich ehrbar, gottesfürchtig, unbescholten.
Bei aller Scheinfrommheit ist in uns allen ein Widersprechen und Widerstreben, eine Feindschaft gegen den HErrn und Sein Wort und gegen Sein Kreuz. Denn das verdammt uns alle. Die innere Feindschaft gegen Jesum kommt oft wie bei Sau! von Tarsen zum Ausdruck in der Stellung zu den Seinen. Ist dir, geliebter Mensch, die Jüngerschar des Lammes noch ein Dorn im Auge, dann bist du noch ein Feind des HErrn, trotz aller deiner Religiosität. Aber auch du bist ein Gegenstand der ewigen Liebe. Dich sieht und sucht der Menschensohn. Er nimmt die Sünder an.
Vernimm, wer du auch bist, den Königsruf der Gnade: „Auf, folge Mir!" Oft hörtest du ihn schon) beim Lesen des göttlichen Wortes und auf denm Krankenbett. Bist du gefolgt? Der Zöllner stand auf und folgte. Das war eine Willenstat. Lebendiges Christentum ist nicht Sache frommer Überlieferung oder andachtsvoller Gefühle und religiöser Redensarten, nein, es ist Sache des persönlichen Willens, es ist entschlossene Nachfolge Christi.
Levi war das alte Leben längst schon leid. Es brannte im Gewissen des aufrichtigen Mannes, und oft mag er geseufzt haben: „Könnt' ich die Last nur los werden, die mir das Herz abdrückt I" Da kam der wunderbare Lastenträger, und Levi ließ sich lösen vom alten Joch, besprach sich nicht mit Fleisch und Blut und ging dem unbekannten Heiland nach, von Ihm bezwungen.
Diese Nachfolge bedeutet freilich die Aufgabe des eigenen Ich und des eigenen Willens.' „Mir folge nach!" Nicht mehr dem Ideal, das du dir machtest, nicht mehr den Wünschen,-Plänen und nicht mehr deinem Kopfe! „Mir, Mir!" sagt Jesus. Er das neue, große Ich.
Wer ist Er denn und was hat man an Ihm? Er ist der Sohn Gottes, an dem. wir haben die Erlösung durch Sein Blut, die Vergebung der Sünden. „Ein einziger Liebeskuß vom Sohne — und Meere der Sünde versiegen," das sagt ein Mann, der's selbst erlebt. O herrlicher Jesus! Er hat die Schlüssel des Todes und der Tvtenwelt und hat Gewalt im gegenwärtigen Leben. Und folgst du Ihm, dann hast du teil an allem, was Er hat. Vollkommene Freude, großer Friede, ewiges Leben, göttliche Segensund Siegeskräfte, die Schätze des Himmels, die nie vergehen, das alles ist Sein. Das alles haben die, die Jesu folgen. Wahrlich, es lohnt sich, ein Nachfolger Christi zu sein. Johs. R.
N
Oottes Watten.
Eine Dame verteilte vor einiger Zeit an Bord eines Dampfbootes einige Traktate. Unter anderen gab sie auch einem gewissen Herrn einen solchen. Derselbe nahm das Blatt an, zerriß es aber, sobald


