©r zu finden ist! Ruft Ihn an, solange Er nahe ist!"
Was hatte er bis jetzt gesucht? Erwerb, Besitz, Ehre, Ansehen — alles Dinge, die ihm doch tatsäch- !ich keine Befriedigung gewährten. Was er auch fand, cs blieb eine Lücke in seinem Herzen unaus- gefüllt. Ihm fehlte jener wahre Besitz, der im Leben und Sterben das beneidenswerte Glück seiner guten Mutter ausmachte.
Zwei Jahre vergingen. Oft erklang im Innern des Mannes das deutliche Mahnen von oben her: „Suche den HErrn, solange Er zu finden ist!" Aber ebenso oft versuchte er dieses. Locken der Liebe Gottes zu vergessen. „Später, wenn ich mich zur Ruhe setze; jetzt noch nicht!" so dachte er in falscher Berechnung.
Da kamen Tage leiblicher Schwäche und Not- Die Nerven versagten völlig. „Sie müssen an ein stilles Plätzchen in der Schweiz!" so riet der Arzt, und der Patient reiste ab. Er suchte Gesundheit. Ach, in Wirklichkeit suchte er mehr. Keiner wußte so gut wie er um den tiefsten Grund seiner Unruhe.
In der Ferienstille zog es ihn in die Predigt. Jst's Zufall, oder fügt das eine höhere Hand? Auch hier hört er dasselbe Gotteswort: „Sucht den HErrn, solange Er zu finden ist! Ruft Ihn an, solange Er nahe ist!"
Nun war cs vorbei mit allem Widerstand. Innerlich gebrochen, richtete er sich gläubig auf an dem Erlöser, der gesagt: „Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken und Ruhe geben für eure Seelen!" Wie nie zuvor betete der starke Mann, wie ein Kind hing er sich an den guten Hirten, der Verlorene sucht.
Als ein Genesener kehrte er heim. Und oft zeugte er von der erfahrenen Gnade und ermahnte: | „Sucht den HErrn, solange Er zu finden ist! Ruft Ihn an, solange Er nahe ist!
I H.
K
Keute Zöend oder nie.
Am Schlüsse einer Versammlung, die vor einiger Zeit in einer Bergwerkgegend gehalten wurde, kam ein angetrunkener Bergarbeiter, dessen Seele be- unruhigt war, zu dem Prediger und fragte ihn, was er tun müsse, um gerettet zu werden. Gottes Wort hatte sein Gewissen erreicht, und er machte die schreckliche Entdeckung, daß er ein verlorener Sünder sei und auf dem Wege zur ewigen Verdammnis.
Der Diener Gottes zeigte ihm den Weg des Heils, wie Gott in Seiner Gnade und Seiner unendlichen Liebe Seinen Sohn gegeben habe, um
an Stelle des Sünders die Strafe für die Sünden zu tragen. Er erklärte ihm durch die Schrift, daß der HErr Jesus, der geliebte Sohn Gottes, auf die Erde kam, „um zu suchen und zu retten, was ver- loren ist", und daß Er freiwillig Sein Leben gegeben habe, ein Lösegeld für alle. Wer nun an Ihn glaube und sich auf Dessen Werk stütze, der, um Gottes Gerechtigkeit zu befriedigen, für die Sünde den Tod schmeckte, der sei errettet. Alles blieb dem armen Bergarbeiter dunkel. Die Last seiner Sünden lag schwer auf ihm. Während die Zeit verging, bat ihn der Prediger, doch von sich wegzusehen, und auf den HErrn Jesus zu blicken, das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt.
Als es 11 Uhr geworden war, sagte der Prediger zu dem Bergarbeiter, es wäre Zeit, nach Hause zu gehen, und er solle am nächsten Abend wieder in die Versammlung kommen.
„Nein, ich gehe nicht fort," rief der arme Mann angstvoll, „wenn ich heute nicht in Ordnung komme, dann wird es niemals etwas."
Sie blieben zusammen. Die Zeit verging, der Bergarbeiter konnte das Heil nicht erfassen; aber als es 3 Uhr schlug, da erleuchtete das herrliche Licht des Evangeliums plötzlich seine Seele. Er ver- stand die herrliche Tat Christi, der am Kreuze die Gerechtigkeit Gottes auch für seine Sünden befriedigt hatte, und glaubte daran. Die Freude und der Friede Gottes durchströmten ihn. Er erhob sich und rief, die Hände faltend: . „Jetzt ist es geschehen, Christus ist mein."
Er dankte dem Diener Gottes, der das Werkzeug war, ihn zum HErrn zu führen, und ging dann bald nach Hause, voll Freude, daß er gerettet sei.
Am folgenden Tage hörte man einen Knall, und wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, daß das Bergwerk zum Teil eingestürzt sei und einige Arbeiter verschütjet wären.
Eine Arbeiterschar machte sich sofort an die Rettungsarbeiten dieser Unglücklichen. Als sie einige Stunden gearbeitet hatten, hörten sie ein Geräusch. Sie gruben mit neuem Mut weiter in der Richtung, woher das Geräusch kam, und fanden bald den bekehrten Bergarbeiter. Er lebte noch, denn sie hörten ihn sprechen. Sie lauschten aufmerksam und verstanden folgende Worte: „Gott sei gelobt, seit gestern ist alles in Ordnung!" Das waren seine letzten Worte; als man ihn herauszog, hatte er ausgehört zu leben. Die Seele dieses Glücklichen, teuer Erkauften war abgeschieden, um bei Christo zu sein, welches weit besser ist. (Phil. 1, 23.)
Lieber Leser, diese Geschichte spricht zu deiner Seele! Nicht wahr, du willst wohl „einmal" zu Christo kommen, aber warum denn nicht gleich jetzt? Warum willst du diese brennende Frage


