Ausgabe 
18.2.1917
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Aufwärts!

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Verlag der Buchhandlung der Pilgtrnltslon Kietzen.

Nr. 1 .

Redakteur: Stadlmissionar tzerrmann-Gießen. Mitarbeiter! Pfarrer Sperber-Casiel. Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Truck v. I. G. Oncken Rachs.. G- m. b. £>., Ca siel.

öomtiag, den 18. Februar 1917.

12. 2»hrg.

Im Anfang des Weltkrieges.

Bei Beginn des Weltkrieges hatte man allgemein die Kriegsbereitschaft des russischen Heeres und die Schnelligkeit seiner Mobilmachung unterschätzt. Es war unbekannt geblieben, daß Rußland schon seit langer Zeit im geheimen gerüstet und alle Bor- bcreitungen zum Kriege getroffen hatte, so daß es bald nach der Kriegserklärung mit starken Kräfte» die Grenze über­schreiten konnte.

Damit war die Hoffnung und Ab­sicht der Obersten Heeresleitung, mit verhältnismäßig schwachen Kräften die deutschen Gren­zen so lange schützen zu können, bis ent- scheidende Erfolge

So konnte sie im Vertrauen auf ihre große numerische Überlegenheit auf einen schnellen Erfolg hoffen. Während der Besitznahme Ostpreußens sollten die anderen Teile des Heeres an die deutsche Grenze herangeführt werden, und dann sollte die gewaltige Dampfwalze gegen Berlin und das Herz des Deutschen Reiches herangerollt werden. Deshalb kommt auch den -Ereignissen in Ostpreußen eine weitgehende Be-

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Das Dorf Tannenberg, nach dem die große Schlacht ihren Namen erhalten hat.

>m Westen gegen Frankreich und England erzielt wären, hinfällig geworden. Mitte August über- schritten zwei starke russische Heere die Grenze Ostpreußens und drangen raubend und plündernd in dieses ungünstig gelegene alte deutsche Grenz- land ein. Von zwei Seiten wird es von russischem Gebiet umfaßt, so daß die geographische Lage schon den Feind gewissermaßen zu einem um­fassenden Angriff ausfordert. Schon seit alters her bildet die Eroberung von Ostpreußen das Ziel der russischen Politik. Unvergessen sind noch heute die Kriegszügc russischer Heere zur Zeit Friedrichs des Großen. Und so war cs auch begreiflich, daß die ^ussische Heeresleitung bei Beginn des Weltkrieges bestrebt war, ihre Kriegsbereitschaft zur Eroberung »ss alten deutschen Ordenslandes auszunutzen. Sie ^ußte, daß die Hauptkräfte des deutschen Heeres Mur Kampf auf der Westfront eingesetzt waren.

dcutung zu, die den Rahmen einer örtlichen Provinz- Verteidigung weit übersteigt.

Es ist das unvergängliche Verdienst des am 22 . August mit dem Oberbefehl beauftragten Generals von Hindenburg, daß er trotz der ungünstigen stra- tegischen Lage und trotz der feindlichen Übermacht nicht an einen Rückzug hinter die Weichsel dachte, sondern den Feind an Ort und Stelle zu schlagen und wieder über die Grenze zurückzuwerfen beschloß. Seine Feldherrnkunst. die Tapferkeit der Truppen und ihre bessere taktische Ausbildung sowie eine zweckmäßige Geländeausnutzung, vor allem aber das Eibarmen Gottes ließen es ihm gelingen. Mit scharfem Blick hatte er erkannt, daß gerade in der Trennung des Feindes in zwei Heeresgruppen, die durch schwieriges Gelände ooneinandei geschieden waren, auch für seine Minderheit die Möglichkeit eines entscheidenden Erfolges gegeben war. Neben