Gottseligkeit.
„Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze." 1 Tim 4. 8.
Wer an Christum glaubt, d. h. wer als verlorener Sünder seine Zuflucht zu Ihm genommen hat und nun weiß, daß das Blut Jesu die Per- söhnung für seine Sünden ist, der ist gerecht, der ist selig. Er ist nicht ein Mensch, der nur auf Seligkeit hoffen darf und vielleicht auf dem Sterbebett froh, wird, in den Himmel zu kommen, sondern er ist selig, weil das Lösegeld für ihn bezahlt ist.
Diejenigen nun, welche das Heil in Christo, dem Gekreuzigten, erlangt haben, trachten danach, Christo ähnlich zu werden aus dem Drang der Liebe zu Jesu. Die Seligkeit ist aus Gnaden, weil der HErr ihr Urheber ist, und nichts als Gnade hat Ihn bewogen, Schuldige selig zu machen.
Gottlose Menschen haben keinen Frieden und sind selbst die größten Feinde ihres Glückes.
Aber der Glaube an Christum vereinigt mit Gott und macht uns in Ihm selig. Mit Gott eins, wie sollte man da nicht selig sein und volles Genüge haben? In Gott selig war Jesus auch unter stärkstem Leid, auch im heißesten Streit. In Gott hat die Seele alles. Mit Gott eins durch Jesum Christum, dies eine ist not, dies eine ist genug. Geiviß tritt erst in der seligen Ewigkeit der volle Reichtum dessen ans Licht, was das heißt: in Gott feltg. Was das in sich schließt, können wir hie- »ieden nur ahnen. Es gibt einen Vorgeschmack des cioigen Lebens für Christen schon während ihrer Pilgerschaft. Der Segen treuer Gottesfurcht und wahrhaftigen Kindesvertrauens auf den himmlischen Vater bricht schon auf Erden durch, oft auch im äußeren Leben. Vollends aber im inneren Leben, im Herzcusfrieden, in Geduld und Seelenruhe wird die auf echter Gottseligkeit ruhende Verheißung offenbar.
Gottseligkeit (selig in Gott sein), den Frieden Gottes schmecken und genießen ist hoch erhaben über olles, was die Menschen Gut und Glück nennen.
Wo Gottseligkeit genossen wird, da ist Zucht, Dankbarkeit und Vertrauen zu Gott.
Denken wir an die Menge Zeugen des Glaubens und der Gottseligkeit, an die wir in Ebräcr 11 erinnert werden I O D
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Leuchtfeuer.
Nähert man sich abends der Kampflinie, so fallen einem bald die hin und her aufflammenden Leuchtkugeln, die den Himmel nach Fliegern und Luftschiffen absuchenden Strahlenbündel der Scheinwerfer auf. So unangenehm, ja lebensgefährlich es sst, im vom Feinde einzusehendem Gelände plötzlich M Lichtschein einer Leuchtkugel zu steheu, so an- lfenehm empfindet man doch den aus der Ferne sanft
herüberdringenden Schein einer Rakete auf schwierig zu begehendem Boden, der vielleicht von Granaten durchfurcht, mit Granatlöchern besät, jedes einen Wassertümpel bildend, und mit zerschossenen Bäumen und Gegenständen verschiedenster Art, Artillerie- und Piouiergerät, auch Drahtverhau bedeckt ist.
• Welcher Infanterist hat sich in derartigem Gelände noch nicht verirrt und beim Scheine einer Leuchtkugel öte für ihn in Betracht kommende Richtnng wieder ausgenommen? So manchen verirrten Kameraden hat eine zur rechten Zeit aufflammende Rakete vor Tod oder Gefangenschaft bewahren können.
Lieber Freund oder Kamerad, hast du nie eine Stunde erlebt, in der du, erfüllt von Unbefriedigtsein, ein heißes Verlangen nach Frieden mit Gott empfunden, wo du das Dunkel in deinem Inneren, auf deinem Lebenspfade erkanntest? Wie dem irrenden Krieger die Leuchtkugel, so leuchtet dir da aus einer anderen Welt ein Licht. Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt; wer Mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh. 8.) Hast du nie einen Ekel vor der Sünde, die auch im jetzigen Weltkriege die Menschen beherrschen kann? Wieder leuchtet dir ein Licht, wunderbar klar und den beglückend, der sich ihm zuwendet. Jesus spricht: „So euch der Sohn (Gottes) freimacht, so seid ihr recht frei." Ein irrender Krieger verfällt gar leicht und bald dem Tode oder der Gefangenschaft. Ein auf Sündenpfaden irrendes Menschenkind sieht wohl zwei- oder dreimal das Rettung iveisende Gnadenlicht Jesu. Folgt es letzterem nicht, so ist es gar leicht endgültig verloren. Entscheide dich, ehe es zu spät ist! (Eingesandt vom westlichen Kriegsschauplatz.) Bk.
Woher der Jamitienzwist kam.
Der „Schweizer Evangelist" berichtet folgende Begebenheit:
In einem hübschen Dorfe wohnten zwei Familien. Die eine lebte im Wohlstand und Reichtum, stand aber dennoch nicht in dem Rufe, glücklich zu sein. Man erzählte sich, daß ihre Mitglieder sich häufig zankten. Von der zweiten Familie dagegen hieß cs, daß in ihrem Schoße Einigkeit und Glück herrschten, obwohl die guten Leute sich nach der Decke strecken mußten.
Der reiche Familienvater vermochte den Zustand der Dinge endlich nicht länger zu ertragen. Er suchte seinen armen Freund auf und fragte ihn, woher es käme, daß ihm, dem Reichen, das Glück versagt wäre. „Ich habe große Ländereien und Geld in Menge, und doch leben wir im Hause in steten, Unfrieden und machen uns gegenseitig das Leben zur Last. Euch fehlt es am Nötigsten, und doch ist euer Leben friedlich und glücklich. Wie geht das zu?"


