Ausgabe 
4.2.1917
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Aufwärts!

Gcmcinscbattsblatf für Bessern

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Verlag der Buchhandlung der PilgertnH?lon ÖKüen.

Redakteur: Stadtmissionar verrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Truck v. I. G. Oncken Nachs., G. m. b. H., Cassel.

Nr. 5.

Sonntag, den 4. Februar 1917.

10. Iahrg.

Hin demütiger Kekd.

Einer unserer Helden ist Genera lfeldmarsch all August von Mackensen, welcher wegen seiner Liebenswürdigkeit und Herzensgute im persönlichen Umgang, wegen seines war­men Interesses für seine Untergebenen und wegen seiner Frömmigkeit soviel gerühmt wird. Dieser liebe­warme und fromme Mann hat die Russen aus Galizien vertrieben. Ist Hindenburg der Befreier Ostpreußens,

Mackensen ist der Befreier Galiziens. Seit dem 2. Mai 1915, wo ihm der Durch­bruch der russischen Front bei Tarnow und Gorlice gelang, schritt er von Sieg zu Sieg durch Galizien,

Polen, Serbien und Monte­negro, worüber viel Ruhm­reiches zu berichten wäre.

An seine Mutter schrieb der Fcldmarschail am 27 Juni 1915 folgenden schönen Brief:Nun ist Dein Junge Gencralfeldmarschall gewor­den, hat die höchste Würde erlangt, die einem Soldaten in seinem Berufe beschieden sein kann, und hat sie sogar Generalseldmarschall vor dem Feinde, also in Be­tätigung des Zweckes seines Berufes, erworben. Gott hat meine Berufswahl und damit mein Leben sichtbar ge­segnet. Weit über mein Verdienst und mein Erwarten hat Er mich mit Glück überhäuft, von Stufe zu Stufe emvorgckragen und mich zum Werkzeug der Siege gemacht, mit denen Er unser Volk begnadigt. Ich vermag eS oft gar nicht zu fassen, daß das alles

Wirklichkeit ist, und warum gerade ich es bin, her das Soldatenglück so ausgesucht hat. Meine Dankes- schuld ist unermeßlich. Und welch ein weiteret Glück, liebe Mutter, daß Du diesen Aufstieg Deinek Sohnes, diese Erfüllung seines Berufes noch erlebst!

Wenn etwas meiner Freude noch eine besondere Weihe geben kann, so ist es diese ungewöhnliche Tatsache. Ick erblicke in ihr eine ganz be- sondere Gnade Gottes und messe Deinen Gebete« einen großen Anteil an den Erfolgen bei, die sich an meinen Namen knüpfen. Wie wenige Männer in meinem Alter können noch an eine Mutter schreiben, wie wenige sich noch ein Kind nennen hören und damit jung fühlen! Ich glaube, Du bist die erste nichtfürstliche Fra« in unserem Baterlande, die einen Sohn als Generalfeld­marschall auf betendem Herze« durchs Leben tragen kann!"

Und als im Mai 1916 s ine alte Mutter starb, sk zeigte er dies der Öffentlich­keit mit folgenden Worten an:Am 7. d. Mts., kurz vor 6 Uhr morgens, endete August von Mackensen. im 9>> Lebensjahre aus ihrem

Besitz Geglenfelde bei Ham­merstein (Westpr.) ein sanfter Tod das reich gesegnet«, von selbstloser Liebe und Gottvertrauen erfüllte teure Leben meiner innigstgeliebten Mutter, der Fra« Marie Mackensen, geb. Rick. Die Beerdigung findet auf ausdrücklichen Wunsch bei Berewigien >obne Bekannt­gabe der Zeit in aller Einfachheit und Stille« statt " Für solche Feldmarschällc sind wir Gott dankbar.