schließen ohne uns die Frage vorgelegt zu haben, ob wir wirklich zu denen gehören, die selbst mit Gott versöhnt sind, die Frieden mit Ihm suchten und fanden, denn nur die vermögen in Wirklichkeit fürbittend für andere, mithin auch für Kaiser und Reich einzutreten.
Was die von den feurigen Schlangen gebifsenen Israeliten nach Gottes wunderbarer Anordnung zu tun hatten, war, auf die erhöhte eherne Schlange zu blicken. Wenn sie es taten, wurden sie gesund. Und was der unbekehrte Sünder zu tun hat, ist, im Glauben auf den am Kreuze erhöhten Heiland zu blicken, den Gott für uns zur Sünde gemacht hat, auf daß wir würden die Gerechtigkeit Gottes in Ihm. Durch den Blick des Glaubens verbindet sich der sündige Mensch mit dem unschuldigen Gotteslamm. Denn Gott hat alle unsere Sünde auf Ihn geworfen. Christus hat unsere Sünden hinaufgetragen an Seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben sollten. (1 Petri 2, 24.)
„Wer Jesum am Kreuze im Glauben erblickt,
Wird heil zu derselbigen Stund'."
O. D.
Das Ende Wapoleons I.
Aus der unendlichen Salzflnt des Atlantischen Ozeans steigt mit senkrechten Felswänden die hochragende Insel Sankt Helena ^empor. Dort landete am 18. Oktober 1815 das englische Linienschiff „Northumberland"; ein kleiner, ffnsterer Mann in französischer Uniform ohne Degen wurde an Land geleitet. Es war Napoleon I., der noch vor wenigen Monaten als Kaiser von Frankreich sein mächtiges Heer in die Schlachten von Ligny und Waterloo geführt hatte. Nun betrat er als Englands Gefangener, begleitet von wenigen Getreuen, den Strand seines letzten Wohnortes auf Erden. Er bezog das hochgelegene Landhaus von Longwood. Dasselbe wurde in weitem Umkreise mit einer Postenkette umstellt; innerhalb derselben konnte Napoleon sich frei bewegen; überschritt er zu Pferde oder zu Wagen diesen Bereich, so folgte ihm ein englischer Offizier. Dieser hatte den Befehl, täglich dreimal Napoleon mit eigenen Augen zu sehen und dies dem Gouverneur zu melden. Kamen Schiffe in Sicht der Küste, so durfte Napoleon die Postenkette nicht überschreiten, auch durfte für diese Zeit weder er noch irgend jemand seines Gefolges mit den Einwohnern verkehren. Alle Briefe, die nach Long- wood gerichtet oder von dort abgesendet wurden, unterlagen der Durchsicht des Gouverneurs. Dieser versagte Napoleon den Kaisertitel, er ließ ihm nur den Rang eines Generals Man hatte das Haus behaglich eingerichtet. Dienerschaft und Pferde standen zu Napoleons Verfügung. Er spielte viel Billard
und Schach. Aber die meiste Zeit benutzte er, um seine Erinnerungen zu diktieren; hierbei war er bemüht, die Beweggründe seiner Handlungen als edel zu schildern, Fehler und Mißlingen auf andere zu schieben. Er wollte groß und rein dastehen vor der Welt; so war er bis an das Ende seiner Tage beschäftigt mit dem, was er verloren hatte.
Am 15. Mai 1821 starb Napoleon nach längerem Leiden am Magenkrebs. Er ward an dem von ihm bestimmten Platze in der Nähe einer Quelle begraben. Später wurde sein Leichnam nach Frankreich gebracht.
Auch hinter jedem von uns liegt eine Vergangenheit, die niemals wiederkommt. Es mögen ähnliche Ereignisse wiederkehreu, aber der gestrige Tag kommt nicht wieder.
Dort, wo es weder gestern noch heute gibt, sondern nur die ewige Ewigkeit, die Zeit ohne Zeit, werden die Menschen nicht eine trügerische Darstellung ihres Lebens niederschreiben, wie Napoleon auf Sankt Helena, sondern sie werden eine vollkommen genaue, zutreffende Geschichte ihres Lebens ausgeschrieben finden in den Büchern des Gerichts. Nach dieser Schrift werden sie gerichtet werden und ihr ewiges Urteil empfangen.
Dann kann nichts mehr ausgelöscht werden von dem, was da ausgezeichnet steht. Aber heute kann alles noch ausgelöscht werden! Gott will aus dem „Heute" für alle Menschen, die es erleben, einen Tag der Gnade machen I „Es sind die Gütigkeiten Jehovahs, daß wir nicht aufgerieben sind, daß Seine Erbarmungen nicht zu Ende sind; sie sind alle Morgen neu." (Klagl. 3, 22. 23.) Du kannst nicht eine einzige Sünde deines vergangenen Lebens ungeschehen machen, aber Jesus ist heute bereit, alle deine Sünden ins Meer der unendlichen Gnade Gottes zu werfen. Deshalb ist das „Heute" der wichtigste Tag des Lebens, weil Jesus heute die verlorenen Sünder sucht. Morgen kann der Tag des Sterbens sein, und der Tod führt den unbekehrten Menschen ins Gericht. Dann wird derselbe Jesus, der den Sünder gestern und heute in nie ermüdender Liebe suchte, als sein heiliger und gerechter Richter ihm begegnen. Wer aber heute Gnade findet, der findet ewige Gnade. Für ihn ist auch morgen und in Ewigkeit Gnadentag. Er findet jenseits des Todes nicht den Thron des Richters, sondern den Thron der Gnade. Er findet dort dieselbe Liebe, die ihn hier gesucht, gefunden, getragen und errettet hat.
v. V. f.
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Kin einzig dastehender Werl.
Ein gläubiger Arzt fragte einst eine alte Patientin, ob ihre Sachen mit Gott geordnet seien. Die Kranke blickte mit glücklichem Lächeln auf »nd


