Ausgabe 
21.1.1917
Seite
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darum kann Er nicht lächeln zu irgend etwas Falschem. Wir irren beständig, erst auf dieser, dann auf jener Seite, denn in uns ist Finsternis. Gott ist wesent­liches Licht, und es ist nicht möglich, daß Sein Wesen irgendwelcher Unreinigkeit oder Verirrung zugänglich wäre. Aus dieser Eigenschaft Seines Wesens entspringt die Tatsache, daß der HErr allen Dingen auf den Grund geht. Der Mensch erfindet Möglich- keiten, Gott aber schafft Tatsachen. Wir fassen die Dinge auf, wie sie uns erscheinen, Gott aber sieht sie an, wie sie sind.Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an." (1 Sam. 16, 7.) Aus uns macht die äußere Erscheinung der Dinge Eindruck, vor Ihm aber ist alles entdeckt und offen­bar. Der HErr trügt nie, noch hat Er mit Trug etwas zu schaffen. Die Menschen sind stets mit Farbe und Firniß und Flitter bereit, das Geringe aufzuputzen, daß es etwas Kostbarem gleichsieht, und wenden alle Mühe auf, damit die Nachahmung an Glanz und Aussehen dem Echten gleichkomme; aber das alles ist der Weise des HErrn entgegengesetzt. In Gott ist alles wahrhaft, und vor Seinem all- durchdringenden Auge erscheint alles in seiner wirklichen Gestalt. Weil Er Licht ist, handelt Er mit den Dingen im Lichte, denn Er sieht sie, wie sie sind. Wenn Gott gnädig mit uns verfahren soll, so muß ein jeder von uns ins Licht kommen und sich vor Ihm darstellen, wie er ist. Ist auf unseren Lippen ein unlauteres Wort oder in unserem Herzen ein falscher Gedanke oder in unserem Gemüt ein wissentlich falsches Urteil, so stehen wir insoweit auch außer­halb des Kreises, in welchem Gott Gemeinschaft mit uns haben kann.So wir sagen, wir haben Ge­meinschaft mit Ihm und wandeln in Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit." Sp.

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Schwierigkeit.

ES gibt suchende Seelen, die, nachdem alle ihre Fragen beantwortet, alle anderen Schwierigkeiten

aus dem Wege geräumt wurden, derart erstaunt sind , über der Einfachheit des Heilsweges, daß ihnen eben aus dieser Einfachheit eine neue Schwierig, keit ersteht.Darf ich denn," so sagt mancher,

der ich der schwärzeste und schlechteste Sünder bin, hoffen, daß Gott mich augenblicklich und bedingungs- los, lediglich um Jesu willen begnadigen werde; wie darf ich, der ich in besonderer Weise Seinen Zorn und Sein Gericht verdient habe, das zu hoffen wagen?" während ein anderer etwa meint, daß er nicht tief genug Gefühle der Reue habe und nicht sta»k genug das Gericht und den Zorn Gottes fürchte, um die , angebotene Gnade sogleich ergreifen zu dürfen. Cs liegt bei allem geistlichen Schein und Klang, den diese Einwendungen haben, doch ein letzter Rest der alten, ungläubigen Art darin, die sich weigert, Gott das Größte sofort zuzutrauen. Man will eher alles andere glauben, empfinden und unternehmen, als in Kindeseinfalt und in vertrauensvoller Dankbarkeit Gottes unaussprechliche Gabe annehmen.

Ich rufe euch, die ihr so zaudert und schwankt,

Jesu Worte zu:Wahrlich, wahrlich. Ich sage euch:

Es sei denn, öatz ihr werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." (Matth. 18, 3.)Wer nicht das Reich Gottes nimmt als ein Kind,derwird nichthineinkommen."(Luk. 18,17.)

Diese Jesusworte stellen euch unkindlich Zaudernde und Schwankende vor ein unbedingtes EntwederOder. Entweder ihr ehrt Gott durch kindliches Vertrauen und traut Ihm um der unendlichen Größe des Opfers Christi willen das Große zu, daß Er euch als Seine Kinderin Gnaden annimmt, oder aber, wenn ihr fortfahrt zu zaudern, zu grübeln und euch zu fürchten, so verschmäht ihr den einzigen Weg, der ins Himmelreich führt. Entweder ihr werdet aus diesem für Kinder und Toren berechneten Heilswege gerettet, oder ihr werdet überhaupt nicht gerettet.

Gott kann den nicht erretten, der Ihm nicht vertraut und Seine reiche Gnadengabe nicht in Kindeseinfalt und Dankbarkeit anerkennt. . G. N.

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Bezirk (Siegen.

Staötnrission Gießen, Löberstraße 14.

In Gießen, Vereinshaus, Löberstraße 14. Jeden Sonntag IV, Ahrr Sonntagsschule, 4 Uhr: Jungfrauenverein, 8 1 /* Uhr: Versammlung. Jeden Mittwoch: Bibelstunde.

A. Januar, nachmittags: Nordeck, abends: Wißmar u. wieseck, Frauenstunde. 28. Januar, nachmittags: Altenbuseck und Beuern.

Anzeigen für die Nummern 58 spätestens bis zum 21. Januar d. Js. erbeten.