Wort sein, das jeder verlorengebliebene Sünder einst in seine ewige Gottserne mitnehmen muh.
Wollen — das drückt den ganzen Ernst aus, der dem Glauben eignet. Alan kann den Glauben nicht ererben, so wie man eine Uhr oder einen Lehnstuhl ererbt. Er läßt sich auch nicht mit einem Bibel- spruch bloß nachsprcchen. Alan findet ihn nicht im Traume oder Schlafe. Der Glaubensweg ist auch nicht ein Spaziergang dem Himmel zu. Der Glaube muß mit Ernst gesucht und gewollt werden, sonst beeinflußt er unser Leben nicht, trennt uns nicht von der Welt und ihrer vergänglichen Lust und vereinigt uns nicht mit dem lebendigen Gott. Er bleibt ein bloßes Gefühl, ein bloßer fruchtloser Grundsatz, eine religiöse Meinung und eine fromme Form.
Wollen — das heißt wählen, handeln.
Wer ipill, hat überlegt und gewählt. Der Wollende hat seines Herzens Unschlüsfigkeit überwunden. Wollen ist mehr als ohnmächtiges Wünschen, es ist Einschluß und Tat. Es gibt viele Hunderte, die im Banne der Unschlüssigkeit stecken. Mit Absicht nenne ich die Unschlüssigkeit einen Bann. Sie macht ein so harmloses Gesicht und tut, als ob sie noch gar nichts verschuldet hätte. Der Unschlüssige hat ja Gott noch nicht die Tür gewiesen. Er hat sich ja die Glaubenssrage noch offen gelassen und tut daher so, als ob er doch noch vorhabe, die rechte Wahl zu treffen. Aber der Unentschlossene befindet sich aus einem äußerst gefahrvollen Wege. Denn aus der Unschlüsfigkeit wird schließlich die Unfähigteil. Zuerst wollte man der Aufforderung zum Glauben keine endgültige Absage geben, um sich gegebenfalls doch noch eine Möglichkeit zum Handeln offen zu lassen. Zwischendurch lebte man nach seiner allen Manier weiter. Heute spöttelte man über die Frommen und ihren Glauben, und morgen tat's einem wieder halb leid, daß man sich so vergessen konnte. Das eine Mal, als man wieder eine ernste Predigt gehört oder- einen Todesfall miterlcbt hatte, waren wieder alle guten Vorsätze zur Bekehrung wach; das andere Mal siegte der Leichtsinn wieder So tändelte man zwischen Wollen und Ntchtwollen ständig herum und mußte schließlich erleben, daß die Seele ihre Spannkraft eingebüßt hatte. Nun kann sie sich zu Heiligem, Göttlichem nicht mehr emporarbeiten. Und nun tritt der tragische Fall ein, daß man selbst über solche seelische Lähmung keinen Schmerz mehr ewpfindet. Der innere Mensch hat schließlich so völlig seine Fähigkeiten verloren, daß er nicht einmal Kraft zur Reue findet. Und das unbeschreiblich Ernste dabei ist daß man sich auch an solchen Zustand des geistlichen Todes gewöhnen kann, ohne das Gefühl eines besonderen Verlustes zu haben. Man hat Gott verloren, wie wenn man kinc Kleinigkeit verloren hätte. Das ist der Fluch der Unschlüsfigkeit Darum bedenke: Du hast wohl den Entschluß zum Aufschub der Bekehrung in deiner
Hand; nicht aber ist dir Freiheit und Macht gewährt, dir auch den Willen und die Fähigkeit zum Glauben zu erhalten und dir die Zeit zur Buße zu wählen. Dein ist das Heute, nicht das Morgen. Es muß daher zum Entschluß, zum Wollen kommen, solange du Gottes Stimme noch hörst. Vor mir saß ein vom Worte Gottes getroffener und erweckter Mann. Aber die vielen Rätselfragen in seinem Kopse, wer sollte die lösen? Es war ein heißer Kampf, der in jener halben Stunde ausgefochten wurde. Da plötzlich springt er auf und spricht erregt: Wir wollen der Sache ein Ende machen! Im ersten Augenblick verstand ich seine Worte so, als ob er, unbefriedigt von dem Ergebnis unserer Unterredung, sich fortbegeben wolle. Im nächsten Augenblick aber faltete er die Hände zum Gebet; er machte seinem Zweifeln ein Ende. Der wollte.
Wollen heißt auch immer können. Wie sehr auch alles dagegen spräche, daß gerade dir ein ent- schlossener Glaubensschritt zugemutet wird, dennoch ist dir der Glaube ermöglicht. Es wird ja gar nicht von dir gefordert, daß du eine fertige Gottes- und Christuserkenntnis mitbringst. Der Glaube bedarf ja gar nicht erst der Lösung aller schwereil Fragen, an denen der Geist sich zerarbeitet. Du sollst init deinem Glauben da einsetzen, wo es dir möglich ist. Ein andeies wird nicht von dir erwartet. Oder findest du nirgend einen festen Punkt, wo du Anker werfen könntest? Steht das nicht ff st, daß Gott heilig ist und du ein Sünder bist? Diese Erkenntnis ist für deinen Glauben völlig ausreichend. Auch ivird dir nicht zugcmutet, daß du eine Glaubensstimmung aufweisen müßtest. Nur sich nicht künstlich in eine fromme Stimmung hineinarbeiten wollen! Das wäre Lüge, und der Glaube ist der Lüge größter Feind. Nirgend steht geschrieben, daß man die Buße fühlen und den Glauben in sich empfinden müsse. Wäre dein Herz auch aller religiösen Gefühle bar, so sollst du doch glauben. Denn Glauben heißt Wollen. Es gibt ein Wort in der Offenbarung Johannis, das so heißt: „Wen dürstet, der komme !" Dürstende, Verlangende find eingeladen, zur Lebensguelle zu kommen und zu trinken. L. H.
K
In das Licht kommen.
„Gott ist Licht, und in Ihm ist keine Finster- nis," und darum kann Er keine Gemeinschaft haben mit der Finsternis.
Gott ist Licht, das ist Reinheit, und als der dreimal Heilige kann Er keine Gemeinschaft haben mit der Gottlosigkeit.
Gott ist Licht, das ist Erkenntnis, denn dem HErrn sind alle Dinge bekannt, und mit der Unwisfen- heit kann Er nichts zu schaffen haben.
Gott ist Licht, das ist Wahrheit, denn Er kann nimmermehr irren noch Sein Wort brechen, und


