Ausgabe 
21.1.1917
Seite
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,,Nichte ! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit t6(f 61t. ^

Ja/als Ajaph in das Heiligtum Gottes ging, als er das Leben und das Ende der Ruhmredigen und Trotzigen im Lichte Gottes und der Ewigkeit betrachtete, da sah er, wie diese Leute ein Ende mit

Schrecken nahmen. .

Doch jeder unbußfertige Sünder, leder, der noch nicht zu Jesu als dem Sündentilger, dem Er- löser, seine Zuflucht genommen hat, ist auf der breiten Straße, die zur Verdammnis führt.

Erschrickst du nicht bei dem Gedanken daran, mein lieber Leser? Auch du wirst über kurz oder lang dem Tode begegnen müssen.

Bist du bereit, vor den Richter der Lebendigen und der Toten hinzutreten?

Kannst du mit Ruhe denken an den Augenblick, da dein Leben vor den Augen eines heiligen und gerechten Gottes offenbar werden und du emp­fangen wirst, was du getan hast bei Leibesleben, es sei Gutes oder Böses? Und wer kann dir sagen, wann die Zeit der Gnade für dich abläuft und Gott deine Seele von dir fordert?

Nicht umsonst sagt das Wort Gottes:Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!"Heute, wenn dn Seine Stimme hörst, verhärte dein Herz nicht!" Ach, schiebe nicht auf! Wende dich zu Jesu, dem Mittler und Erlv,er, tue es heute, jetzt I Nimm den Platz ein, der dir vor Gott gebührt, den Platz eines bußfertigen. Ver­dammungswürdigen Sünders'. Dann wirst d» noch heute erfahren, daß Gott nicht den Tod des Sünders will, sondern daß der Sünder sich bekehre i:ub lebe und die ewige Seligkeit und Herrlichkeit erlange. ®-

Ks hätte anders sein können.

Folgender Brief wurde vor Jahren bei einem Manne gefunden, der sich auf die Elsenbahnschiene gelegt hatte und auf diese Weise den Tod suchte und fand. Er schrieb:

Ich beendige heute eine empörende, grausame und schmachvolle Existenz. Ich habe alle Gesetze Gottes und der Menschen übertreten und wünsche nur, daß mein Andenken aus jedem Gedächtnis aus­getilgt werden möge. Die Trunksucht hat mich zum Selbstmörder gemacht. Ich sterbe ohne Freuden, ohne Mittel zum Lebensunterhalt, als ein Verworfener, und es hätte so ganz anders sein können."

Ja, so ganz anders konnte es mit vielen sein, die ihr kurzes Erdenleben im Dienste der Lust ver- bringen und es dann wegwersen wje eine wertlose Hülle. Wie ganz anders sollte es sein nach dem Zweck, zu dem Gott den Menschen bestimmt hat! Gott schuf den Menschen Ihm zum Büde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn. Er gab ihm die Herr-

schaft über das Irdische und trug ihm auf, den Garten Eden zu bauen und zu bewahren. Aber ivas ist aus dem Herrn der Welt geworden? Ein armer hilfloser Sklave, der von seinen Leidenschaften getäuscht und getrieben wird, bis er endlich zusammen­bricht und hoffnungslos versinkt in die Tiefe des Abgrundes, aus dem es keine Wiederkehr mehr gibt. Wie ganz anders hätte es sein können, wenn er die kurze Gnadenzeit zu seiner Seelen Heil und Selig- feit verwendet hätte! Gott gab ihm die Gelegenhett, das Wort Gottes zu hören, Er ließ ihm das Heil verkündigen und anbieten, ja Er ließ ihn bitten und mahnen, locken und warnen, daß er doch die Zeit der Gnade nicht versäume, sondern das dargebotene Heil im Glauben ergreifen möge.

Wie ganz anders hätte es sein können, ivenii der oder jener seine Sünde nicht zu verbergen gesucht, sondern sic bekannt und gelassen hätte I Dann iväre ihm zu helfen gewesen, er hätte Vergebung empfangen, und seine Seele wäre selig geworden. Aber nun irrt er umher mit geschlagenem Gewissen, ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt.

Ja, es hätte vieles anders werden können, wenn man zur rechten Zeit Ohren gehabt hätte für die Mahnungen und Lockungen des Evangeliums.

Aber für viele ist es auch heule noch früh genug Roch ist der Tag des Heils, noch wird die Botschaft von der Erlösung in reichem Maße verkündigt. Noch schlägt auch dir die Stunde der Errettung, wenn du bereit bist, dich bedingungslos und rückhaltlos den Gnadenarmen des lebendigen Gottes anzuvertrauen Auch diese Zeilen sollen dich mahnen, warnen und anflehen, daß du das Heil deiner Seele nicht versäumst.

Wenn er will.

Es ist die Bezeugung des Evangeliums, daß der Mensch selig werden kann, wenn er es nur will Nur der Unwille schließt ihn vom Hinimelrelch aus,

> also keine sonstige Sündenschuld, wie groß ste auch sei, und auch keine sündliche Leidenschaft und Ge-

! bundenheit, wie stark sie auch immer sei Denn über dem ganzen Sündenelend gefallener Adamskinder

> steht die Gottesbotschast:Gott will, daß allen

- Menschen geholfen werde." Ter überwältigende Be-

i weis dieses göttlichen Retterwillens ist Chrlstt

Kreuz. Damit Menschen nicht verloren würden, opferte Gott Seinen Eingeborenen und übergab Ihn dem Gericht der Sünde^ Seither leuchtet über dem Kreuze hellauf das Wort von Gottes heiligem Liebeswillen zur Rettung der e Verlorenen. Das Evangelium behandelt die Menschen

i als mit Willen Begabte, die ihre Verantwortung

I selbst zu tragen haben. Daher konnte Jesus mit

it göttlicher Vollmacht Seinen Zeitgenossen das Urteit

> sprechen: Ihr habt nicht gewollt! Das wird das