Ausgabe 
17.12.1916
Seite
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um bet Größe deiner Schuld und der noch über­schwenglicheren Größe der Gnade willen, um deines zeitlichen und ewigen Wohlseins willen, bei dem Gedanken an deine Sterbestunde und an den Tag, wo du stehen wirst vor den Gerichtsschranken des höchsten Gottes; im Blicke ans die Schrecken des Gotteszornes über denen, die die höchste Gottestat der Sühnung und Tilgung der Sünde durch Christi Kreuzestod verachten und geringschätzen, bitte ich dich und rufe ich dich auf, ergib dich der Herrschaft Christi. G. N.

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Aas Keikmittel.

Hätte ich an einer schrecklichen Krankheit ge' litten, und ein Arzt hätte mir ein Mittel gegeben' das mich geheilt hätte, so würde ich mich nicht scheuem euch davon zu sagen; im Gegenteil, ich würde meinen eigenen Fall anführen, um euch zu überreden, es mit meinem Arzte zu probieren. Vor Jahren, als ich noch ein ganz junger Mensch war, lag meine Sünden­last unbeschreiblich schwer auf mir. Ich war nicht etwa in grobe Laster verfallen, und niemand hätte mich für einen besonderen Übeltäter gehalten; aber ich sah mich als einen solchen an, und das mit Recht. Mein Gewissen war durch Gottes Gnade erwacht, und ich sagte mir, da mich mein gottesfürchtiger Vater und meine fromme Mutter in den Pfaden der Gottseligkeit erzogen hatten, hatte ich gegen bessere Erkenntnis gesündigt und war daher schuldiger als manche meiner Kameraden, die nicht die gleichen Vorteile genossen hatten >vie ich. Ich hatte keine Freude mehr an jugendlichem Zeitvertreib, weil ich fühlte, daß ich meinem Gewissen Gewalt angetan hatte. Stundenlang blieb ich allein in meinem Zimmer, las in meiner Bibel und betete um Ver­gebung, ohne jedoch Frieden zu finden. Des Mor­gens stand ich in aller Frühe auf und studierte die

ernstesten Werke, deren ich habhaft werden konnte, in der Hoffnung, dadurch irdendwie meine Sünden­last los zu werden. Wenn ich mich auch nicht immer in gleicher Weise bedrückt fühlte, war mir das Herz zuzeiten doch zentnerschwer. Die Klage- lieber Jeremiä und das Buch Hiob paßten ganz zu meinem traurigen Zustand Ich suchte nach Kräften das Gute zu tun und richtig zu handeln, wurde aber meiner Ansicht nach immer schlechter, anstatt besser. Meine Niedergeschlagenheit nahm von Tag zu Tag zu. Ich hörte jede Predigt, die ich irgend- wie erreichen konnte; aber nichts, was ich vernahur, gewährte mir dauernden Trost, bis ich einen ganz einfachen Knecht Gottes eines Tages über die Worte predigen hörte:Wendet euch zu Mir, so werdet ihr selig aller Welt Enden." Als er mir sagte, daß ich nichts zu tun habe, als auf Jesum, den Gekreuzigten, zu blicken, konnte ich es kaum fassen.Blicke auf Jesum, junger Mann!" mahnte er immer wieder. Ich gehorchte und blickte auf zu meinem Heiland, und in demselben Augen­blick zog der Friede Gottes ein in mein Herz, und ich empfand eine solche Freude, daß ich am liebsten aufgestanden wäre und ausgerufcn hätte:Halleluja! Gott sei Dank, meine Sündenlast ist von mir ge- nommenl" Seither ist eine lange Zeit verstrichen; aber mein Glaube hat mich aufrecht gehalten und mich gedrungen, anderen die Botschaft vom Sünder- Heiland und Gottes freier Gnade in Christo Jesu mitzuteilen. Ich kann in Wahrheit sagen:

Es ist ein Born, d'raus heil'ges Blut Für arme Sünder quillt.

Ein Born der lauter Wunder tut Und jeden Kummer stillt.

Es quillt für mich dies teure Blut,

Das glaub' und fasse ich!

Es macht auch meinen Schaden gut.

Denn Christus starb für mich!"

Sp.

L

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen, Stadtmifston Gießen, Löberftr. 14.

Jeden Sonntag 17* Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 87* Uhr: Versammlung. 4 1 /« Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 87- Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag 87- Uhr: Gebetsstunde.

3. Dezember, nachmittags Altenbuseck, abends Wißmar und Wiefeck. 10. Dezember, nachmittags Nordeck und Beuern. 17. Dezember, nachm. Alten- buseck, abends Wißmar und Wieseck. 24. Dezember,

nachmittags Nordeck. 25. Dezemher, 1. Christ­tag, abends Beuern und Wißmar. 26. Dezember, 2. Christtag, nachm. Altenbuseck, abends Kleinlinden.

Vom Sonntag, den 14., bis Sonntag, den 21. Januar, findet im Vereinshause der Stadtmission ein Bibelkursus statt. Beginn jeden Nachmittag 27- Uhr, abends 87» Uhr. Ziel unseres'Bibelkursus ist eine gründliche Einführung in die Heilige Schrift.

Wer Nachtquartier wünscht,'wird gebeten, sich bis 7. Januar bei Stadtinissionar Herrmann anzu- Lebensmittel müssen mitgebracht werden.

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Anzeige» für die Nummer» i« Ipätelten» dir rum 17. Dezember d. Ir. erbeten