Ausgabe 
2.1.1916
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Aufwärts!

Gemeinscbaftsblatt für Ressen.

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Verlag a«r Sucddancllung der Pilsermission Siehe».

Redakteur: Stadtmissionnr Herrmann-Gießen. Mitarbeiter:

Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Ltranß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nächst, G. m. b. H., Cassel.

Nr. 1.

Sonntag, den 2. Januar 191(5.

9. Jahrg.

as neue Jahr liegt vor uns wie ein »nbe- kanntes Land, eine dunkle ungewisse Zu- kunft. Wo wird der 31. Dezember 1916

_ uns finden? Wird der gewaltige Völker-

krieg beendet und der Friede wiederhergestellt sein?

Werden wir im Laufe des Jahres stets das tägliche Brot, Obdach und Kleidung haben? Wer gibt uns Auskunft, wer gibt uns sichere Antwort auf die vielen Fragen, die uns an der Jahreswende auf der Seele lasten?

Was das Jahr 1916 für uns und unser ganzes Volk bringen wird, das wissen wir nicht. Aber das teure Wort Gottes sagt uns Phil. 4, 6:Sorgt nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitte im Hebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden." Wenn uns dieses Wort zuruft:Sorgt nichts", so soll uns das keineswegs ein Anlaß zur Gleichgültigkeit sein, sondern wir sollen »ns mit allen beängstigenden Sorgen und Kümmernissen zu Gott wenden »nd sollen erfahren, baß Er für uns sorgt.

Das alte Jahr ist für viele Leser dieses Blattes recht schwer gewesen. Hat doch der Vater oder der Sohn so mancher Familie sein Leben auf dem Zchlachtf-ld lassen müssen. Andere haben schwere, schmerzhafte Verwundungen, dazu Kälte, Hunger »nd Durst erlitten, und dennoch tvar es ein Jahr von Gottes Erbarmen für unser Volk. Wollen wir n>ch! in Demut und Dankbarkeit Gott die Ehre geben ? Wollen wir nicht Ihm für die Zukunft vertrauen?

Vertrauen ist das Gegenteil vom Sorgen; denn ängstliches Sorgen ist Unglaube. Es ist ein köst­liches Vorrecht für Kinder Gottes, wenn Gott ihnen zuruft:Sorgt nichts!" Welch eine herrliche

S'ärkung ist das! Wir wissen sa nicht, was uns

begegnen wird, und an Versuchungen zum Sorgen wird es nicht fehlen. Wer aber Vergebung seiner Sünden hat, ein Kind Gottes ist und beten kann, darf diesen Versuchungen nicht unterliegen. Durck Jesu Blut haben wir einen Zugang zum Gnaden» thron. Für alle unsere Anliegen, die kleinen und die großen, hat der Vater ein Herz, voll von Treue und Liebe. Er übernimmt es, für uns zu sorgen. Unsere Losung soll sein: Ich will mich täglich an dich meinen Gott halten, mit Gebet und Flehen. Du hast Weisheit, Macht und Liebe die Fülle für mich. So werfe ich alle Sorgen auf Dich, und Du wirst mir Gnade geben, damit ich nie wankend werde in meinem Vertrauen, sondern getrost und dankbar meine Straße ziehen möge.

In dieser ganzen Welt ist nirgends Felsen grund, wo der Pilger festen Fuß fassen kann, nirgends etwas zu finden, was das Herz befriedigen kann.

Aber Gott ruft den Seinen zu:Ich will dich nicht verlassen noch versäumen; Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende; Ich will dich unterweisen; Ich will dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; Ich will dich mit Meinen Augen leiten." Das ist's, was unser Herz beim Eintritt ins neue Jahr bedarf : Der starke, gute Gott mit uns, seine Treue, Gnade, Liebe und Fürsorge mit uns auf dem Wege, da wollen wir den Pilgerstab wieder mutig zur Hand nehmen.

DesHErrn Nahesein sollunser starker Trost sein in den Schwierigkeiten.

Doch nun noch eine Frage, teurer Leser. Bist d» aus der Gottesferne in die Gottesgemeinschaft gekommen? Kannst du diese Frage noch nicht mit einem freudigen, dankbarenJa" beantworten, danK

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Darmstadt