Ausgabe 
2.1.1916
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laß dir noch bezeugen, daß Jesus, der ewige Sohn Gottes, am Kreuz das schreckliche Gericht für dich erduldet hat. Er kam, zu suchen und zu erretten, was verloren ist. Unter furchtbaren Qualen war Er um unserer Sünden willen von Gott verlassen. Der gerechte Zorn Gottes lastete voll und ganz aus Ihm.

So wende dich denn zu Jesu; Vergebung, ewiges Leben, Frieden mit Gott, dessen viel- geliebtes Kind du durch Jesum wirst, liegen für dich bereit. Seine Gemeinschaft und Nähe wird dich dann auf Erden trösten und aufrechthalten; Tr wird deine Tränen trocknen, dein Freund sein, an dessen H.rz du alles niederlegen kannst: deine Sorgen unv Schmerzen, deine Angst, Kümmernisse und Kämpfe. Er wird dir zurufen:Fürchte dich Nicht, Ich bin mit dir!" Er wird dir täglich neuen Mut, neue Kraft zuwenden, bis du Ihn bald, nach diesen kurzen Erdentagen, schauen wirst von Angesicht zu Angesicht. Dort, in des Vaters vielen Woh­nungen, hat Er für die Seinigen eine Stätte bereitet, und sie werden dort ewig bei Ihm sein. O. D.

Mit dir.

Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." 1 Mose 28, 15.

Ein neues Jahr! Was wird es uns bringen? Was werden wir darin erleben? Viele Fragen be- wegen am Neujahrstage und besonders am Neujahrs- tage 1916 das Herz. Wer kann sie beantworten? Dunkel und unbekannt liegt das neue Jahr vor uns.

So war es einst auch mit Jakob, aus dessen Geschichte unser Textwort genommen ist. Er hatte das Vaterhaus verlassen müssen. Nun war er auf dem Wege nach Mesopotamien. Es war ein unbe- kanntes Land, es war eine dunkle Zukunft, der er rntgegenging. Da gingen auch durch seine Seele allerlei sorgenvolle Fragen. Aber als er in der ersten Nacht, da er auf der Wanderschaft war, unter freiem Himmel sich niedergelegt hatte, das Herz schwer und bekümmert, da erquickte ihn Gott durch den Traum von der Himmelsleiter, an der die Engel Gottes hinauf- und herabstiegen. Und dann kam das Wort der Verheißung:Ich bin mit dir und will dich brüten, wo du hinziehst." Da zog Jakob getrost seine Straße weiter. Er wußte nun: Gott geht mit.

Liebe Seele, wieviel besser haben wir es in unseren Fragen am Neujahrstage I Es ist wohl ein neues Jahr, und der große Krieg ist noch nicht zu Ende, aber es ist der alte Gott. Es liegt wohl ein Dunkel über der Zukunft, aber das Licht der Gnade scheint doch auch in dies Dunkel hinein. Nimm deinen Matz ein zu Füßen der Himmelsleiter, laß deine Gebete yinaufsteigen zu Gott, und Er wird dir die Erhörung und Gewährung herabsenden und

es dich erfahren lassen: Er ist mit dir und will dich behüten.

Und weißt du, von wem die Himmelsleiter ein Bild ist? Von unserm HErrn Jesus. Er ist unsere Himmelsleiter. Er ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Er ist die Brücke, die das Land des Diesseits mit dem Reich des Lichts verbindet. Nimm deinen Platz ein zu den Füßen Jesu. Sage Ihm alles, was dich bedrückt, alles, was du wünschest und auch dir gilt die Verheißung:Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst."

Wo du hinziehst." Was es auch für Wege sein mögen im neuen Jahre, ob es auch durch die Tiefen des Leidens geht wenn es Sein Weg ist, wenn Er bei dir ist, dann ist es immer der rechte Wegl Nur keine eigenen Wege, nur keine selbsterwählten Straßen! Die enden immer im Elend und Herzeleid. Aber gehst du mit Gott, dann geht Gott mit dir. Und der führt uns auf rechter Straße um Seines Namens willen. Nun denn, mit Jesu getrost und froh ins neue Jahr hinein! Was es auch bringt Gott hält denen, die aus Ihn ver­trauen, Sein Wort:Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." E. M.

K

Die Kerzenstür.

Die Sonntagsschule in N- hatte mit Gesang und Gebet begonnen und nun kam die Frage: Wer kann den Wochenspruch aufsagen?" Sofort erhob sich ein Wald von kleinen Händen, unter ihnen die eines kleinen, vierjährigen Mädchens, das auf dem Schoß ihrer blinden Tante saß. Mit einem lächelnden Blick auf sie sagte der Leiter: Käthe soll ihn uns sagen." Klar und deutlich sprach das Kind die Worte:Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand Meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde Ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit Mir." Nach dem Schluß der Sonntagsschule lief die kleine Käthe zu ihrer Mutter, die am Gartentor auf sie wartete.Konntest du denn deinen Spruch?" fragte die Mutter.Ja, Mama, ich mußte ihn aufsagen I" Und wo ist die Tür?" war die weitere Frage. Die Kleine zeigte zum blauen Himmel hinauf.Nein," sagte die Mutter,es ist die Tür zu deinem Herzchen." O, es ist die Tür zu meinem Herzchen," rief die Kleine mit glücklichem Lächeln,dann ist sie schon lange offen, denn der Heiland weiß, daß ich Ihn lieb habe." Diese einfache wahre Geschichte erinnert uns an die Worte unseres HErrn, als Er ein Kind zu Sich rief und sprach:Wahrlicb, Ich sage euch: Es sei denn, daß ihr umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." (Matth. 18, 3.) S. B.

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