Die Heitsame Knade.
(Tit. 2.11 12.)
Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, das ist's, worüber wir uns freuen und wofür wir danken. Wir waren gefallen unter den Mörder von Anfang; aber die Gnade kam wie ein barmherziger Samariter mit Ol und Wein. Nun heißt ■ es nicht mehr: „Ist denn keine Salbe in Gilead? oder ist kein Arzt da?.." (Jer. 8, 22.) Wie groß dein Schade sein mag, wie tödlich deine Wunde, verzagen darfst du nicht, die Gnade ist. heilsam allen Menschen.
Aber es heißt doch auch in demselben Verse der Bibel: „Die Gnade züchtigt uns." Erhebt sich da nicht hinter der Gnade, die sich mildiglich zu unserem Elend neigt, eine andere Gestalt, deren Anblick uns ängstigt, die harte, strenge Zucht? Nicht also! Die Gnade tritt nicht zurück, um der Zucht den Platz zu räumen, sondern die heilsame Gnade selbst ist es, welche uns züchtigt, daß wir sollen ver- leugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste Und darin, daß die Gnade Zucht übt, wird sie sich nicht etwa selber untreu, sondern eben hierin entfaltet sich eine neue Herrlichkeit der Gnade. Wäre uns denn gedient mit einer Gnade, die nicht die Kraft hätte, uns herauszuheben aus unserem alten Wesen in ein neues, die nicht darauf aus wäre, die Ketten des ungöttlichen Wesens, das uns gesangen- hält, zu brechen? Wäre es mehr Liebe, wenn der Vater den einst verlorenen und nun wiedergefundenen Sohn dem alten Jrrsal aufs neue überließe, statt ihn mit väterlicher, aber fester Hand zurückzuleiten auf den Weg der Ordnung? Nein: Gnade ist Zucht, und Zucht ist Gnade.
L
„Ich würde auf meinen Keilaud weisen."
Ein alter Christ ging langsam, auf einen derben Eichenstock gestützt, durch die Straßen seines Wohn- ortes. Man konnte dem Greise anmerken, daß sein Erdeulauf bald beendet sein würde. Das Gehen kostete ihn große Anstrengung.
Unterwegs wurde er von einem jüngeren Bekannten angesprochen. Man blieb stehen, um ein paar Worte miteinander zu wechseln. Das Gespräch kam auf das Leben nach dem Tode, und der Jüngere fragte: „Was würden Sie antworten, wenn Gott die Frage an sie richtete: »Worauf stützest du dich, daß ich dich nicht wegen deiner Sünden ins Gericht bringen muß?«"
Der Alte richtete sich auf, schaute den Fragesteller einen Augenblick voll an und sagte dann ein. fach: „Ich würde auf meinen Heiland weisen."
Das war eine treffliche Antwort. Der liebe Alte kannte einerseits den Wert des Opfers Jesu Christi und wußte andererseits, an wen er geglaubt hatte. Er wußte, daß er, hinter dem vergossenen Blute Christi geborgen, nichts zu fürchten hatte, und daß es nur der Gerechtigkeit Gottes entspricht, wenn Er den rechtfertigt, der des Glaubens an Jesum ist. (Vgl. Röm. 3, 26.) In diesem Bewußtsein konnte er jeden Frager einfach auf seinen Heiland verweisen. Dort war die Antwort auf jede Frage betreffs seiner Sünden zu finden.
Wie steht es mit deinen Sünden, lieber Leser? Kannst du auch aus den im Himmel verherrlichten Sohn Gottes Hinweisen und sagen: „Er ist mein Heiland. Er hat meine Sünden an Seinem Leibe auf dem Holze getragen!"?
K
Vers aininlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen, Stadtinifsion Gießen, Löberftr. 14.
Jeden Sonntag IV* Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8 X A Uhr: Versammlung. 4 l /2 Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 8'A Uhr: Bibelstuude. Jeden Freitag 8 x /n Uhr: Gebetsstunde.
3 Dezember, nachmittags Altenbuseck, abends Wißmar und Wieseck. 10. Dezember, nachmittags Nordeck und Beuern. 17. Dezember, nachm. Alten- buseck, abends Wißmar und Wieseck. 24. Dezember,
Anreizen für die nummern 1—4 Ipätel
nachmittags Nordeck. 25. Dezemher, 1. Christtag, abends Beuern und Wißmar. 26. Dezember, 2. Christtag, nachm. Altenbuseck, abends Kleinlinden.
Vom Sonntag, den 14., bis Sonntag, den 21. Januar, findet im Vereinshause der Stadtmission ein Bibelkursus statt. Beginn jeden Nachmittag 27* Uhr, abends 87* Uhr. Ziel unseres Bibelkursus ist eine gründliche Einführung in die Heilige Schrift.
Wer Nachtquartier wünscht, wird gebeten, sich bis 7. Januar bei Stadtmissionar Herrmann anzumelden. Lebensmittel müssen mitgebracht werden.
ns vir zum ,7. Dezember a. 3s. erbeten.


