Das Staunen der Wenschen.
Wenn schon die Engel überrascht waren von dem Gedanken der Menschiverdung Christi, kann man sich nicht wundern, daß auch die Menschen mit großer Freude über dieses gottselige Geheimnis erfüllt wurden. Daß Gott Seinen gefallenen Geschöpfen soviel Beachtung schenken sollte, statt sie mit dem Besen des Verderbens auszukehren, daß Er einen wunderbaren Plan zu ihrer Erlösung machen und daß Er sich selbst bereitfinden sollte, ihr Erlöser zu sein, der für sie das Lösegeld bezahlt, das ist in der Tat etwas äußerst Wunderbares.
Wahrscheinlich wird es dir noch besonders wunderbar Vorkommen, wenn du dabei den Blick auf dich selbst wirfst. Daß Gott einen Menschen wie dich durch das teure Blut Jesu Christi er- lösen sollte, daß Jesus den Thron und die Fürstentümer dahintenlassen sollte, um eines so schmählichen Todes zu sterben — für dich, das kannst du kaum begreifen. Wenn du dich ein wenig kennst, wirst du nie etwas in dir finden, das Ihn zu solcher Tat veranlassen konnte. „Wie kann es nur möglich sein, daß Gott soviel Liebe an mich verschwenden konnte?" fragst du erstaunt.
Als der HErr David zeigte, was Er alles mit seinem Hause beabsichtige und wie viele Segnungen Er demselben noch spenden wolle, da brach David überwältigt in die Worte aus: „Wer bin ich, HErr, HErr, und was ist mein Haus, daß Du mich bis hierher gebracht hast?"
Was sollen wir aber erst sagen I Wären wir die verdienstvollsten Geschöpfe und hätten wir unaufhörlich die Gebote des HErrn gehalten, so hätten wir doch nicht solche unaussprechliche Gnade wie die Menschwerdung und den Opfertod Christi ver- dient. Nun aber sind wir Sünder, Übertreter, Rebellen, wir haben uns empört und haben uns schrittweise weiter und weiter von Gott entfernt; was wollen wir nun zu der Botschaft sagen, daß Gott Seinen Sohn dahingab, daß Er für uns am Fluchholz stürbe? Aber seht: „Darin steht die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß Er uns geliebt hat und gesandt Seinen Sohn zur Vergebung für unsere Sünden." (1 Joh. 4, 10.)
Laß sich deine Seele in Staunen verlieren; de n dieses Staunen wird eine praktische Folge haben, es wird dich zu dankbarer Anbetung bringen. Bei dem Gedanken, was Gott für dich getan hat, wird es dir Bedürfnis werden, dich am Fuße des goldenen Thrones niederzuwerfen und in heiligem Entzücken zu jubeln: „Das Lamm, das er- würgt ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob von nun an bis in Ewigkeit."
&
Wem gilt das Evangeliums
Das Evangelium, die frohe Botschaft Gottes an die Menschheit, faßt sich bündig zusammen in dem Schristwort: „Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus ge kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen." (1 Tim. 1, 15.) So galt das Kommen des Sohnes Gottes in die Welt den Sündern; Sein blutiger Opfertod ist die die Sünder rettende Tat. Er selbst und die Botschaft Seiner Zeugen wenden sich an solche, die Sünder sind, und auch dieses Blatt ist geschrieben für Leser, die bereit sind, den Namen und Titel eines Sünders für sich anzunehmen, die bereit sind, sich unter das Wort und Urteil der Schrift zu stellen, das sie als Sünder bezeichnet und behandelt. Zwar stimmen ja viele rasch und eilfertig zu: „O ja, Sünder, fehlbare, irrende Menschen sind wir ja freilich alle." Aber gerade das Schnelle und Leichte ihrer Rede zeigt deutlich, wie fern diese Leute von aller wahren Sünden- erkenntnis sind. Noch niemals ist das göttliche Urteil, das sie als Sünder bezeichnet, für sie zu einem Schwerte geworden, das ihre Herzen durchbohrte. Ja, Jesus Christus ist in die Welt ge- kommen, um wirklichen Sündern ein wahrhaftiger Heiland zu sein. Als Arzt kam Er zu den Kranken und Schwachen, und als der gute Hirt sucht Er die verlorenen Schafe. Jesus Christus und Seine Apostel haben in Worten, die daherfahren gleich Donnerschlägen, gesagt, daß die auf eigene Kraft und Weisheit und Gerechtigkeit Pochenden und Trotzenden dem Gericht und der Verdammnis nicht entrinnen würden; daß Gott zunichte und zuschanden machen werde die Weisen und Starken, um an den Schwachen, Törichten und Elenden vor der Welt Seine rettende Gottesmacht und Weisheit zu offenbaren. (Matth. 23, 33;
1 Kor. 1, 23 ff.) G. N
K
Bekanntmachung.
Wie unseren Lesern bekannt ist, sind die Papierpreise ganz enorm gestiegen, und wir müssen vom 1. Januar 1917 ab erbfblid) höhere Preise bezahlen.
Wir konnten uns aber zu einer Verteurung des Blattes nicht entschließen, und ein kleiner Teil des Preisaufschlages wird dadurch ausgeglichen, daß wir den breiten Rand des Blattes schmäler machen. Den größten Teil der Mehrkosten nehmen wir auf uns.
Das Format des Blattes wird etwas länglicher, aber die bedruckte Fläche bleibt genau so groß wie sie jetzt ist.
Weil dieses Jahr 53 Sonntage hat, aber nur 52 Exemplare berechnet werden, so erscheint die nächste Nummer am Sonntag, den 7. Januar 1917.
%


