söhnt mit Gott durch den Tod Seines Sohnes. (Rom. 5, 10.)
„Jauchz, o Erde, Himmel, tönet,
Rühme, neugeschaff'ue Welt!
Gott und Menschheit sind versöhnet,
Feind und Hölle sind gefällt!"
Der gekreuzigte und begrabene Christus ist auferweckt von den Toten „durch die überschwengliche Givße der Kraft Gottes". (Eph. 1, 19 f.) Darin liegt die göttliche Beglaubigung dafür, daß das Werk der Bersöhnuug ohne Makel, ohne Mangel und Fehl durchgeführt und vollendet ist, daß in ihm die volle Rechtfertigung des Sünders vor Gott bewirkt ist. <Röm 1, 4; 4, 25.) Der zur Rechten Gottes n höhte Christus ist der Träger einer Macht und Majestät, die Geltung hat in allen Gebieten der Schöpfung, in allen Räumen und Bereichen der Zeit und der Ewigkeit. (Eph. 1, 21 f.) In der Krönung und Erhöhung des Versöhners ist es vor dem ganzen Weltall festgestellt und bekräftigt, daß das Werk der Sühne der Menschheitssünde durch das Kreuz vollgültig und allgenugsam ist, daß darin das volle Heil liegt für jeden bußfertigen und willigen Sünder.
Auch für dich ist dieses Heil da, und es wird dir angeboten in dem lebendigen, allmächtigen und allgegenwärtigen Christus. Jesus selbst ist auf Grund dessen, was Er für dich tat, dein Erretter.
Es standen schwere, ungelöste Fragen zwischen dir und Gott. Aber sie sind durch das Kreuz auf Golgrtha gewaltiglich und vollkommen gelöst und beantwortet. Die Fragen der Sündenvergebung, der Erlösung vom Fluch und Gericht, der Versöhnung sind beantwortet durch Christi Opfertod. Deine Errettung ist in Jesu vollbracht; sie ist gegenwärtig für dich da, und du bist ein Erretteter, ein Erlöster und Versöhnter mit dem Augenblick, wo dir daran liegt, es zu sein, mit dem Augenblick, wo du Gottes unaussprechliche Gabe, die Er in Christo dir anbietet, an nimmst, wo du als glaubwürdig und zuverlässig freudig gelten läßt, was Gott in Christo für dich tat. In der Heilstat Christi hast du den Felsengrund, auf dem du stcheu und bestehen kannst vor beut heiligen Gott. Christi Werk ist vollkommen. Es bedarf keiner menschlichen Zutat und Ergänzung. Es bedarf nicht mehr deiner Kämpfe, nachdem Christus für dich gekämpft und überwunden hat. Es bedarf nicht deiner Tränen und deines Geschreis, nachdem Er für dich „Gebet und Flehen mit starkem Geschrei uüd Tränen Gott geopfert hat". (Ebr. 5, 7.) Du brauchst jetzt nicht mehr die erlösende Heilstat vom Himmel herunter zu erflehen Du brauchst sie nicht aus den Tiefen deiner Kämpfe heraufzuholeu. Sie ist da, sie ist für dich da und wird dir angeboten in Christi Blut und Wunden. Das ist, was dir bisher nicht klar geworden ist. Du hast das große Gottesgeschenk der Errettung in Christo bisher nicht erkannt und nicht anerkannt. Daher dein Unglück,
deine Friedlosigkeit, dein Fehlgehen. Nun aber wird dieses Geschenk dir erneut angeboten, und du darfst das freie, vollkommene Heil in Christi Kreuzestod annehmen. G. N.
K.
Kenning von Iagow,
Mitglied des Blankenburger Komitees, ist am 11. März d. Js. als Führer der 9. Komp., Res.-Jnf.-Regt. 7, gefallen. Wir geben hier einen Brief wieder, den er am 12. Februar an die Krankenschwester E. K . . n schrieb. Derselbe lautete:
„Sehr geehrte Schwester!
Ihr Brief vom 31, Januar ist in meinem Besitz, und ich danke Ihnen für Ihre warmen Worte. Wenn ich auch nichts tue als meine Pflicht, so ist es einem doch lieb, zu wissen, daß die Untergebenen das Wenige einem danken, was man für sie tut,' kann. Man sagt sonst: »Undank ist der Welt Lohn.« Aber vom Soldaten kann man das nicht sagen. Er ist rührend dankbar für jede Kleinigkeit, wenn man ein wenig für ihn sorgt. Ich bewundere in manchem unsere Leute, die rührende Selbstverständlichkeit, mit welcher die Mehrzahl alle Entbehrungeü, Anstrengungen, Widrigkeiten erträgt; die, ich möchte es fast nennen »Gleichgültigkeit < gegen die Gefahr, oder sagen wir lieber Gewöhnung daran; die große Kameradschaftlichkeit, mit der sie untereinander alles teilen; die Anhänglichkeit untereinander und an ihre Vorgesetzten. Das alles sind Eigenschaften, die ich schätze. Sollte man da nicht ein Herz haben für die Soldaten und alles tun, ihnen ihr schweres Los zu erleichtern?
Es ist aber noch etwas anderes, was mich treibt, meine Pflicht zu tun und meine Untergebenen zu lieben. Es gab in meinem Leben vor etwa vierzehn Jahren eine große Umwandlung: ich wurde Christ, d. h. im wahren Sinne dieses Wortes. Ich war ein friedeloses Menschenkind, dienend der Welt und der Sünde. Da fand ich den Heiland, Jesus, den Sohn Gottes. Ich kam zu Ihm mit meinem schuldbeladenen Gewisse» und fand bei Ihm Vergebung, Frieden und Gewißheit der ewigen Errettung. Ich begriff, daß Er für meine Sünden auf dem Kreuze gestorben war. Ich erfaßte das Wort: »Durch Seine Wunden sind wir geheilt.«
(Jes 53, 5.) Und wenn man sich von Ihm geliebt weiß, der Sein Leben für uns gab, dann wird unser Herz anders: wir fangen an zu lieben in Wahrheit. So treibt mich die Liebe Jesu, meine Mitmenschen zu lieben. Und da sind mir jetzt im Kriege meine Untergebenen ganz besonders anvertraut. Gott wolle mein schwaches Werk in Gnaden ansehen und Segen darauf legen, daß Frucht daraus erwächst für Zeit und Ewigkeit I Nun wissen Sie, welch' Beweggründe mich treiben.


