Ausgabe 
8.10.1916
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Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter:

Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachs., G. m. b. H., Cassel.

Nr. 41.

Sonntag, den 8. Oktober 1916.

9. Iahrg.

War fünfundvierzig Jahren.

Eine Erinnerung an die Besetzung Frankreichs nach dem Kriege von 1870/71.

Ein großer Teil des heutigen Kriegsschauplatzes in Frankreich wird manchem Mitkämpfer von 1870/71 noch in Erinnerung sein, namentlich die Ufer der Maas, an de­nen jetzt wieder heftige Kämpfe stattfanden.

Gemäß des Frankfurter Friedensschlus­ses vom 10. Mai 1871 war ver­einbart, daß die Räumung der okkupierten Ge­biete nach Maß­stab und Fort­schritt der Kriegskontribu- tionszahlungen seitens der fran­zösischen Regie­rung erfolgen sollte. Insbesondere sollten nach Zahlung der ersten zwei Milliarden nur noch die Departements Marne, Ardennes, Haute Marne, Meuse (Maas), Vosges, Meurthe und das Gebiet der Festung Belfort als Pfand für die weiteren Zahlungen verbleiben und mit deutschen Truppen bis zu 50000 Mann belegt werden. Unter diesen Truppen befand sich auch das brandenburgische Husarenregiment, Zietensche Husaren Nr. 3, wie es damals hieß, das nach Commercy verlegt wurde, einem schön gelegenen Städtchen an der Maas von etwa 15000 Einwohnern und Bahn­station der Linie CommercyVerdunSedya, über St. Mihiel. Die hübsche und geräumige Kaserne in Commercy war bis dahin von französischer Gen­darmerie belegt gewesen; die Ställe waren gut ein­

gerichtet, alles war in bestem Zustande, nur der unglaubliche Schmutz, den die Franzosen zurückgelassen hatten, mußte vor dem Einzug unserer Truppen gründlich fortgeschafft werden, um ein angenehmes Quartier zu bieten.

Vielen deutschen Soldaten ist der Schmutz und

die Unsauber­keit etwas Pein­liches. Bei ihnen muß alles blank, durchsichtig und klar sein. Doch wir wollen nicht bei der äußeren Reinlichkeit ste­henbleiben, wie sehr wir diese auch schätzen, sondern wirwol- len uns selbst prüfen, ob wir innerlich rein geworden sind, ob der Schmutz der Sünde hin­weggefegt ist. Vor Menschen läßt sich manches verheimlichen; aber das Flammenauge Gottes durchschaut uns. Vor dem heiligen und gerechten Gott kann nur der Mensch bestehen, welcher durch Jesu Blut von seinen Sünden gewaschen, gereinigt ist. Gott selbst hat einen Weg gefunden zur Versöhnung: Jesus starb am Kreuze aus Golgatha für deine und meine Sünden. Darum komm zu Ihm. Was du selbst nicht vermagst, dein Herz reinzuwaschen, das will Er tun; denn das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde. Nimmst du es im Glauben an, so bist du gerettet, sonst bist du ewig verloren. Noch kannst du dich entscheiden! Wo willst du die Ewigkeit zubringen? O. D.

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