Ausgabe 
1.10.1916
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

r Gemeinscbaltsblatr für fiessen. t

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»»♦♦♦♦♦♦♦ »♦♦♦♦♦♦♦♦♦-»

Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Poü > : ev!c!i;i!;rl

Verlag der Buchhandlung der Pilgermmien Siehe»

,d).

Redakteur: Stadlmissionar Herrmaun-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. m. b. H., Cassel.

Nr. 40.

Sonntag, den 1. Oktober 1916.

9. Iahrg.

Der Staubbllch- sall bei Lauter­brunnen.

Vor etlichen Jah­ren kamen am 1 August, dem Tage derBuudesfeierin der Schweiz, sechs christliche Freunde nach Lauterbrun- uen, um anderen Tages über die Kleine und Große Scheidegg zu ge­hen nach Grindel­wald und Mei- ringen. Es war ein Abend von unbeschreiblicher Pracht. Ringsum leuchteten die> heufeuer der Hir­ten zur Bundes­feier. Die massi­ven Gipfel der Bergrieseu reckten sich mit klarer Form zum nächt­lichen Himmel, als wollten sie zeugen vom Frie­densbunde ihres Schöpfers. Zu allem das melo­dische Glockenge- läute der Herden auf den Höhen Ruhe und Frieden überall.

An jenem Abend

StaudbachfaL.

standen zwei junge Männer lange am offenen Fenster. Ringsum schlief schon alles; sie aber sahen und sannen, lauschten und schwiegen. Wie war doch al­les so beredt, das Rauschen des na­hen Wasserfalls, das freundliche Blinken des hell­gestirnten Nacht- himmels,dasfeier- liche Schweigen über Berg und Tal!An was denkst du jetzt?" Mit dieser Frage unterbrach der Al­tere die Stille. Ich denke," be- kam er zur Ant- wort,beimTosen des Staubbachfal- les an das Wort in Ofsb. 1, 15: UndSeineStim- me ivar wie ein großes Wasfer- rauschen!" Wie still und klein wird doch der sonst so stolze und lau­te, oft vorlaute Mensch, wenn Gott redet!

Als berühre sie der Flügelschlag