Gott zu erwägen, ob er nicht um unsers Bolkes willen, um seiner Familie und um seiner selbst willen auf den Trunk verzichten soll. £>. D.
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Ich fürchtete mich!
„Ich fürchtete mich!" — Ein ernstes Bekenntnis aus dem Munde eines Menschen Gott gegenüber! Es sind die Worte Adams, nachdem er gesündigt hatte. Woher dieses Bekenntnis und diese Furcht? War Gott der Feind des Menschen geworden? Hatte Er sich verändert? O nein. Was war denn geschehen? Wir haben darüber gelesene Der Mensch hatte der verführerischen Stimme Satans sein Ohr geliehen und sein Herz der Sünde und dem Unglauben geöffnet. Die Sünde war in die herrliche Schöpfung Gottes eingedrungen und hatte das Geschöpf seinem Scköpfer entfremdet. Wie schrecklich ist die Sünde! Wie gewaltig ist die Veränderung, die sie hervorgebracht hat! Wie groß ist ihre verwüstende Macht! Der Mensch, der einst rein und ohne Tadel war, stand jetzt verunreinigt und verderbt da, durch die Sünde von Gott getrennt.
Nachdem der Mensch gefallen war, entdeckte er seine Nacktheit und gab sich sofort ans Werk, seinen Zustand zu verbessern, den Schaden zu heilen; und als Gott in den Garten Eden kam, suchte er sich hinter den Bäumen des Gartens vor den Augen Gottes zu verbergen. Ernste Frucht der Sünde! Der Mensch fürchtete sich. Gottes Frage: „Adam, wo bist du?" bringt ihn ans Licht und läßt ihn erkennen, daß er ein armer, gefallener, schuldiger und verderbter Sünder ist. Ja, die Sünde hatte Verderben, Erniedrigung, Entfremdung und Furcht >n ihrem Gefolge, und Gottes Frage: „Wo bist du?" ließ den gefallenen Zustand des ersten Menschenpaares und seine Entfernung von Gott infolge der Sünde nur um so schärfer hervortreten.
Vergeblich suchten Adam und Eva Schutz hinter den Bäumen des Gartens, und umsonst trachteten sie mit ihren „Schürzen von Feigenblättern" ihre Nacktheit zu verdecken. Sie hatten etwas getan, was sie nie wieder ungeschehen, nie wieder gutmachen konnten. Nichts kann den Sünder vor Gott schützen und verbergen; und kein noch so schönes religiöses Gewand, das der Mensch anfertigen mag, kann seinen Zustand verbessern oder ihn vor dem Gericht sicher- stellen. Beachte es wohl, mein lieber Leser, was die Sünde getan hat! — und du bist ein Sünder, magst du jung oder alt, reich oder arm sein.
„Das ist nichts Neues," antwortest du vielleicht. Nein, es ist nichts Neues; es ist die alte, ernste Wahrheit. Aber ich frage dich: Hast du jemals erkannt, wie schrecklich die Sünde ist und wie unerträglich in den Augen Gottes? Fürchtest du dich? Wenn nicht, o möchte dann Gottes Frage:
„Wo bist du?" in dein Herz hineintönen und dir zeigen, wo du bist und was du bist, und dich zittern machen im Blick auf deine Sünden! Einmal mußt du zittern, es sei früher oder später. Das göttliche Urteil lautet: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr umkommen."
Was ist denn Buße? Eine wahre, aufrichtige Umkehr zu Gott, ein Einnehmen des Platzes, der dem Sünder vor Gott gebührt, und zwar nicht nur äußerlich, sondern innerlich, in Herz und Gewissen; ein unumwundenes Anerkennen dessen, was man ist, wie einst Hiob es tat, indem er sagte: „Siehe, zu gering bin ich, was soll ich dir erwidern? Ich lege meine Hand aus meinen Mund;" und später sagte er: „Ich verabscheue mich und bereue in Staub und Asche", oder wie Jesaja, der beim Anblick der Herrlichkeit Gottes ausrief: „Wehe mir, ich bin verloren!" oder wie Petrus, der zu den Füßen des HErrn Jesu niedersank und sprach: „Gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, HErr!"
Hier haben wir ein dreifaches Zeugnis davon, was Buße ist. Wahre Buße besteht darin, daß der Sünder sich verurteilt und Gott rechtfertigt. Buße tat der Räuber am Kreuze, als er zu seinem Genossen sagte: „Wir sind mit Recht in diesem Gericht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser (Jesus) aber hat nichts Ungeziemendes getan." (Vgl. Luk. 23, 41.) Buße ist die rückhaltlose Anerkennung des gerechten Gerichts Gottes über den Sünder, über seinen Zustand und seine Wege. Es ist ein Stehen in der Gegenwart des Gottes, der Licht ist. Das Licht macht offenbar, was der Sünder ist, und die Seele beugt sich vor Gott nieder in demütigem Bekennen alles dessen, was Ihm zuwider ist. Gottes Gerechtigkeit verlangt eine solche Buße von dem Sünder, und der Zustand des Sünders selbst erfordert
sie. „Tut Blitze! - kehrt um von euren
Wegen! — bekehrt euch!" so lautet deshalb die Botschaft des Evangelisten an seine Zuhörer.
Hast du dieser Botschaft schon Gehör geschenkt, mein Leser? Hast du Buße getan und deine Sünden, deine große Schuld, bekannt? Ist dein stolzes Herz zusammengebrochen angesichts dessen, was du vor Gott nach Seinem Urteil bist? Hast du erkannt, daß du sündig, verloren, ja verabsch-mungswürdig bist in den Augen Gottes? Wenn es so ist, dann möchte ich von ganzen Herzen sagen: Gott sei Dank! denn du stehst dann auf dem Platze, auf welchem dir geholfen werden kann. Das ist das Ziel aller Wege Gottes mit dem armen, sündigen Menschenkinde, es zur Butze zu leiten. Darum redet Er so freundlich und oft auch so ernst mit ihm. Tag und Nacht währt Seine Bemühung der Liebe, den Sünder dahin zu bringen, daß er seine Sünden bekenne und seinen verlorenen Zustand einsehe. Denn erst dann, wenn er diesen Platz des


