zum nächsten Verbandplatz getragen, was in hohen Gebirgsgegenden, wie unser Bild es zeigt, eine oft schwierige und zeitraubende Arbeit bedeutet Von dort bringt man sie ins Feldlazarett oder in die weiter zurückliegenden Etappenlazarette und später in die heimatlichen Lazarette, die fast allerorts durch den Dienst des Roten Kreuzes und die helfende Liebe derer, die daheim bleiben mußten, zu freundlichen Stätten errichtet wurden, in denen uusere braven Krieger gern sich pflegen lassen und die aus- gestandenen Strapazen und Entbehrungen ein Weilchen vergessen, bis sie, genesen, wieder mit Freuden hinausziehen zum Schutze des Vaterlandes
Gesegnet seien die Menschen, die die Not- ivendigkeit der Arbeit des Roten Kreuzes erkannten und sie in den langen Friedensjahren so vorbereiteten, daß die Opfer des Krieges die denkbar schnellste Hilfe und sorgfältigste Pflege genießen! Vor hundert, ja noch vor fünfzig Jahren war es nicht so gut bestellt um die armen Verwundeten, die oft tagelang in ihrem Blute lagen und elend umkommen mußten, wohingegen sie hätten gerettet werden können, wenn rechtzeitig Hilfe gekommen wäre.
Dieser Dienst der Barmherzigkeit möge uns eine ständige Erinnerung sein an die Liebes- und Opfertat dessen, der am Kreuze sei» Leben hingab für eine verlorene Welt und asten, die an Ihn glaub n, die Tür zum himmlischen Vaterlande wieder öffnete und ihnen darinnen die ewige Heimstätte bereitete. Und wohl dem, der nicht nur Heilung seines verwundeten Leibes, sondern dabei auch Genesung seiner Seele findet und nach beendetem Kampfe beimkehrt als einer, der nicht nur den äußeren Feind besiegen half, sondern durch Jesu Gnade und des Heiligen Geistes Kraft auch Sieger ward über sich selbst und die sündigen Lüste seines Herzens und fortan als rechter Gottesstreiter in der Schar der gläubigen Jünger Christi seine Lebensstraße dahinzieht! G. H.
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Gerste — Mier — Wrot!
Die Zeit der Gerstenernte ist gekommen, sagt der „Reichsbote" vom 18. Juli d. Js. Nun aber gilt es auch hauszuhalten mit der Gerste, denn sie ist für die Ernährung unseres Volkes kaum minder wichtig wie Weizen und Roggen. Zu solchem Haushalten gehört aber, daß das Verbrauen der Gerste zu Bier aufhöre und sonst doch auf ein Mindestmaß eingeschränkt werde, denn anerkanntermaßen kommt das Bier als Nahrungsmitiel kaum in Betracht. Wenn über irgendeine Frage der Volksernährung in dieser Kriegszeit es keine Differenz der Meinungen geben kann, so ist es diese.
Man traut seinen Augen nicht, wenn man liest, daß noch immer 42000 Zentner Gerste, sage und
schreibe zweiundvierzigtausend Zentner Gerste, täglich zu Bier verbraut werden, zu einer Zeit, wo wir gezwungen sind, uns empfindliche Einschränkungen aufzuerlegen hinsichtlich der unentbehrlichsten Nahrungsmittel: des Brotes, der Kartoffeln, der Milch, von Fleisch und Eiein ganz zu schweigen. Aste die Maßnahmen, die für die Volksernährung haben getroffen werden müssen, zeigen, wie notwendig ein Haushalten für uns geworden ist. Dann aber ist es das Selbstverständlichste des Selbstverständlichen, daß vor astem eine ernsthafte Einschränkung in dem Biertrinken einzutreten hat, und zwar in ganz anderem Maße, als es bisher geschah Jetzt, wo es gilt, durchzuhalten nicht nur in Worten, sondern mit der Tat, da bedarf der Verzicht aus das Bier gar keiner Erörterung. Nicht um Worte, sondern um Taten der Vaterlandsliebe handelt es sich, und dazu gehört ganz un- zweifelhaft, daß dem Verbrauen der Gerste zu Bier ernsthaft Einhalt getan werde.
Wir schätzen unsere staatlichen Einrichtungen sehr und freuen uns, in Deutschland geboren zu sein und in Deutschland leben zu dürfen. Solchen Herrscher wie wir hat kein anderes Land auf der Erde.
Unser heißer und herzlicher Wunsch ist es aber doch, daß in bezug auf das Verbrauen von Getreide zu Bier unsere Staatsmänner anders denken ruöchten.
Eine Blaukreuzschrift vom 30. Juli d. Js sagt:
„Jetzt ist die Eiumachezeit. Gott hat astes wohlgeraten lassen, und es ist so wichtig, daß jetzt viel eingemacht wird. Der kommende Winter wird schwer, sehr schwer werden.
Wenn nur der Zucker nicht so knapp wäre! Es läßt sich doch vieles nun einmal nicht ohne Zucker einmachen bezw. verwenden. So ist es, trotzdem jetzt immer wieder über »Einmachen ohne Zucker« geschrieben wird.
Trotzastedem hat der > Schutzverband der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft und verwandter Gewerbe« den Mut gehabt, an die Reichszuckersteste das Ersuchen zu richten, 50 000 Tonnen Zucker freizugeben, um damit das vorhandene Malz zurErzeugung g r ö ß e r e r B i e r m e n g e n strecken zu können.
50000 Tonnen sind eine Million Zentner oder 500060 Doppelzentner, gleich einem Eisenbahnzug von rund 50 km, d. h. ohne Lokomotiven. Ein sehr strammer Fußgänger würde bei ununterbrochenem Gang reichlich 10 Stunden gebrauchen, um an dieser Wagenreihe entlang zu gehen.
Und all dieser Zucker soll in die Brauereien, und zwar nur in die Norddeutschlands, wandern! Das Bier wird in dieser Entscheidungszeit des deutschen Volkes gerade zu seineni Verhängnis."
Solche Zahlen sagen doch wahrlich viel.
Wir möchten den lieben Leser herzlich bitten, bevor er das nächste Glas Bier trinkt, ernstlich vor


