* genaueren Zeichenübermittelung. Und wiederum gaben die kriegerischen Ereignisse jener Zeit den Anlaß Die Bewegung großer Truppenmassen, wie sie die französischen Revolutionsheere zum erstenmal leisteten, forderte solche Hilfsmittel geradezu heraus, die über die Stimmgewalt des einzelnen und die Fähigkeit der reitenden Boten hinausreichten. Es entstand denn auch eine wahre Telegraphenmanie, nachdem die Sache erst angeregt war. Zu nennen ist hier vor allem der Hanauer Professor Bergstraßer, der Signale ans Feuer und Rauch, Kanonen- und Flintenschüssen, Pulverexplosionen, Trommel-, Glocken- und Trompetenklängen unermüdlich znsammenstellte. Uhrzeiger, Flaggen, ausfließendes Wasser und Musikinstrumente wollte er zur Telegraphie verwenden und sogar die Depeschen mit Hilfe von Spiegeln auf Wolkenwände oder — auf die Mondscheibe werfen, von wo sie einem ganzen Bruchteil aller Erdbewohner zugleich sichtbar werden mußten! Auch lebendige Telegraphen schlug er vor: Soldaten, in Gruppen aufgestellt, die eine ganze Depesche nacheinander mit Armen herüberwinken konnten! Sein Verdienst ist hauptsächlich, daß er zahlenmäßig feststellte, wie viele verschiedene Zeichen man aus einer gegebenen kleinen Zahl von Elementen kombinieren kann.
Aus diesem Bericht sehen wir, daß sich in der Telegraphie manches verändert hat. Gibt es denn, so kann man fragen, überhaupt irgend etwas auf dieser Welt, was bei seinem Entstehen schon so gut gelingt, so vollkommen wird, daß es nicht schon recht bald einer Verbesserung bedarf?
Lesen wir, auch bei Bücheranzeigen, nicht immer wieder, daß ein Buch in zweiter verbesserter Auf- läge erschienen ist?
Und doch,» es gibt etwas, es gibt ein Buch, das keine Verbesserung zuläßt. Es ist dieses das teure Bibelbuch, das ewige Wort Gottes. Wir lesen -
„Ihr sollt nichts dazu tun, das Ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun; auf daß ihr bewahren mögt die Gebote desHErrn, euresGottes, dieJcheuch gebiete." (5 Mose 4, 2.)
„Alle Worte Gottes sind durchläutert; Er ist ein Schild denen, die aufJhn trauen. Tue nichts zu Seinen Worten, daß Er dich nicht strafe, und werdest lügenhaft erfunden." (Spr. 30, 5. 6.)
„So jemand dazusetzt, so wird Gott zu setzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buche geschrieben stehen. Und so jemand davon tut . . . so wird Gott abtun sein Teil..., von welchem in diesem Buche geschrieben ist." (Offb. 22, 18. 19.)
Aber das Wort Gottes behält nicht nur denselben Buchstaben, sondern auch denselben Geist, dieselbe Kraft.
Was das Wort Gottes vor vielen Hunderten von Jahren ausrichtete, das kann und muß es auch heute noch an uns tun. Das Wort des HErrn Jesu: „Was aus dem Fleische geboren wird, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren wird, ist Geist" gilt für alle Zeiten und alle Völker.
Vergebung der Sünden und ewiges Leben erlangst du, teurer Leser, durch das Wort Gottes. Es sagt dir, daß du durch die Buße zu Gott und durch den Glauben an Jesum Christum, Seinen Sohn, beides empfängst. Das Wort Gottes verkündigt dir, daß du ohne Vergebung der Sünden und ohne das neue und ewige Leben nicht in das Reich Gottes eingehen, nicht selig werden kannst. Das Wort Gottes verkündigt dir aber auch, „daß Gott Seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir durch Ihn leben möchten, und daß Er uns geliebt und Seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden." (1 Joh. 4, 9. 10) O. D.
N
Muß ich Kultes Kristenz verneinen, wenn ich Sein gerechtes Merhalten nicht verstehe?
Auf politischem Gebiet drängt die Zeit, in reicher wir leben, stark zu Entscheidungen. Neutral, für oder wider uns, so lautet die Frage der Großmächte. Wie wichtig und folgenreich stellt sich dem Auge die Entscheidung dar, welche in dieser Kriegszeit viele Staaten treffen müssen I Es fallen politische Entscheidungen. Es fallen aber auch Entscheidungen auf religiösem Gebiet. Eine solche Ent- scheidung stellt folgendes Bekenntnis dar: „Ich
glaube an keinen Gott mehr; denn wenn es einen Gott gäbe, dann hätte er diesem blutigen Kriege ein Ende gemacht!"
Diese Entscheidung ist inhaltsreich und schwer. Der Bekenner desselben hält die Schicksalsfügung dieses langen blutigen Krieges unvereinbar mit einer von Gott in Gerechtigkeit geführten Weltregierung. Da der Krieg mit seinem traurigen Elend wirklich ist, so ist ihm Gott unwirklich. Weil kein Gott dem furchtbaren Elend steuert, so scheint ihm die Tatsache gegeben, daß es überhaupt keinen Gott gibt, welcher die Macht hat, es zu tun.
Ist es nun richtig, die Existenz Gottes zu ver- neinen, wenn man die Praxis Seines gerechten Verhaltens nicht versteht und nicht begreift? Nein! Das wird an einem Beispiel klar: Ernst und sinnend steht der Arzt am Bett des Kindes. Ein harter Entschluß wird in ihm reif. Der rechte Arm des Kindes muß abgenommen werden. Das Messer ist scharf. Der Schnitt ist gut. Einarmig liegt nun das Kind im Bett. Weinend steht die Mutter vor


