Gewißheit, daß Gott seine Sünden durch das Opfer i von Golgatha für immer hinweggetan hatte. Seme . Seele kam zum Frieden in dem gesegneten Worte Gottes: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind." (Rom. 8, 1.) Er fühlte nun ein inniges Verlangen, die frohe Botschaft vom Sünderheiland auch anderen zu bringen. Bald darauf hörte er eines Tages wüsten Lärm auf der Straße und sah, daß Schiffer Hans mit einigen Genossen betrunken auf dem Heimwege war. Am Fenster stehend, betete er: „HErr, errette den Armen aus Satans Gewalt und von der Hölle I" Im selben Augenblick durchzuckte ihn der Gedanke: Gehe hin und sprich mit ihm von Jesu I Aber mit der Ein. Wendung: „Wie könnte ich das tun, dazu fehlt mir der Mut" versuchte er, Hans zu vergessen. Er hatte die Flüche und Verwünschungen des trunkeuen Mannes oft genug auf der Straße gehört und fürchtete sich davor, seine Wohnung zu betreten. Aber die Worte: „Geh und sprich mit Hans von Jesu!" verließen ihn nicht mehr, bis er sich endlich aufmachte und in des Schiffers Haus ging. Auf sein Klopfen öffnete die blasse, bekümmerte Frau die Tür; sie wollte den Besuch abweiseu, da ihr Mann krank sei, aber eine Stimme im Hintergründe rief: „Komm herein, ich muß dich sprechen!" Hinter der armseligen Wohnstube lag in einer dunkeln Kammer der Schisser Hans in seinem Bett. Er rief: „Mach die Tür zu, Thomas!" Der junge Besucher sagte: „Ich bin nicht Thomas; darf ich mich hinsetzen?" „Wenn Sie neben einem Betrunkenen sitzen mögen, so setzen Sie sich nur!" „Hans, ich komme nicht zu Ihnen, um mit Ihnen über das Trinken zu sprechen, sondern ich habe eine Botschaft Gottes für Sie." „Ich hasse Gott," erwiderte Hans wild. „Ich weiß das," sagte der Christ, „aber Seine Botschaft für Sie ist trotzdem voll Liebe. Ich soll Ihnen sagen, daß Gott Sie so geliebt hat, daß Er Seinen Sohn für Sie dahin- gab, und daß Er noch heute, auf der Stelle, bevor Sie das Bett verlassen, bevor Sie wieder zur See gehen, Ihre Seele erretten möchte." „Wenn das wahr ist," sagte Hans, „so ist das allerdings die beste Botschaft, die ich je gehört habe; aber es ist kaum glaublich, daß der Gott, den ich seit Jahren schon lästere, Sie zu mir gesandt haben sollte, zu mir, der ich noch halb betrunken hier liege." Als aber der junge Christ davon sprach, wie Gottes Gnade ihn, der auch ein verlorener Sünder, wenn auch kein Trinker war, errettet habe, da rollten Tränen über des alten Seemaniis Wangen. Der Besucher ließ ihm ein Schristchen zurück, betitelt: „Gedenke der Trinker!" Es erzählte die wahre Geschichte eines Trunkenboldes, der aus dem Wirtshaus taumelte und die Vorübergehenden anflehte, ihn von der Hölle zu erretten. Gott benutzte in Seiner Gnade dieses Schristchen in Verbindung mit dem Zeugnis Seines Jüngers, um den armen Haus
zu Jesu zu führen. Schon früh am nächsten Morgen erschien des Seemanns kleiner Junge und bat den Boten Gottes, zum Vater zu kommen. Der Alte empfing oben an der Treppe .den Besucher, schüttelte ihm die Hand und sagte: „Gott segne Siel Ich bin gerettet! Ich habe im Glauben meine Zuflucht zu dem Werk genommen, das Christus für Sünder vollbracht hat. Er gab Sein Leben für mich. Ich aber haßte Ihn und guälte meine Frau und meine armen Kinder zu Tode; aber meine Frau wird auch zu Christo kommen."
Schisser Hans fühlte sich krank, das Trinken hatte seine Gesundheit untergraben, seine Lippen waren blau, seine Gestalt zitterte. „Aber," sagte er, „das ist Nebensache; ich weiß, daß meine Seele errettet ist. Wie aber kann ich der Trunksucht ent- rinnen? Wenn ich wieder ausgehe, werde ich sicher- lich ivieder in mein altes Laster fallen und meinem Heiland Schande machen." Hans legte den Kops auf den Tisch und weinte wie ein Kind, „vsct) wollte," so fuhr er fort, „der HErr nähme mich jetzt hinauf zu Sich. Ich kann Ihm vertrauen, daß Er mein Weib und meine Kinder versorgen würde, aber ich habe kein Vertrauen, daß ich stark genug bin gegenüber der schrecklichen Leidenschaft des Trinkens, die mich an den Rand des Todes und der Hölle gebracht hatte." Da antwortete der andere: „Der HErr, der Ihre Seele errettet hat, kann Lie auch aus dieser Kette erlösen. Wollen Sie Ihm nicht alles anbesehlen?" Die beiden knieten nieder, um die Hilfe des HErrn anzurufen; Hans stehle mit Inbrunst um Errettung von der Macht dieser schrecklichen Versuchung. Als sie vom Gebet aus- g.'standen waren, fagte er: „Nun kann ich dem HErrn beides, Leib und Seele anvertrauen; ich fürchte mich nicht mehr, ich weiß, daß Christus stärker ist als die Macht der Versuchung; aber ich will stündlich flehen, daß Er mich sicher bewahrt!"
Schiffer Hans war und blieb mehrere Wochen krank. Gott segnete ihm diese Zeit, um den HErrn und Sein Wort tiefer kennen zu lernen. Er sagte : oft: „Die armen Trinker! Ich möchte so gern
: bald wieder gesund sein, um ihnen von Dem zu
l erzählen, der sie liebt."
i Hans hatte recht; und wenn es auch wahr ist:
i Die Trunkenbolde werden das Reich Gottes nicht i ererben" (1 Kor. 6, 10), so möchte doch Gott gern z in Seinem Erbarmen alle durch Jesum erretten und i für Seine Herrlichkeit zubereiten. Gott ivill, i daß alle Menschen errettet werden. Alle, r die Seeleute und die auf dem Lande wohnen, die : Trinker wie die Mäßigen, die Hurer nnd Ehebrecher,
e alle mit Sündenketten gebundenen Menschen und !- alle die Stolzen, die sich ihrer Tugend rühmen.
Wer noch nnbekehrt dahergeht, ist auf dem Wege n zur Hölle, wie es einst der Schiffer Hans war; aber t dieselbe Gnade, die ihn fand und errettete, will auch s dich erretten, denn es ist schrecklich, unbekehrt in


