! seinen Sünden zu sterben. „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen."
Schiffer Hans, der errettete Trinker, war ein Denkmal der Gnade Gottes geworden. Nach einigen Wochen wiederhergestellt, ging er wieder auf See.
Aber nicht lange danach erhielt seine Frau die Nachricht, daß ihr Mann au Bord gestorben sei. Einer seiner Kameraden erzählte Hansens Sterben wie folgt: Hans saß auf Deck und band seine Schuhe, als er umfiel und ausrief: „Bill, komm schnell her, ich muß sterben, aber ich werde dann bei meinem HErrn sein. Sage meiner Frau, sie solle Christo ihr Herz geben; und sage dem, der mir zuerst vom HErrn erzählte, ich sei glücklich zu Ihm heimgegangen." Er hob dann seine Hand nach oben, lächelte und war daheim. v. V.
Kin Glas Wasser für fünf Wfennig.
Was, soll es soweit kommen, oder ist es schon dazu gekommen, daß ein Glas Wasser fünf Pfennig kostet? Wer ist dieser Wucherer, der sich untersteht, sich das Wasser bezahlen zu lassen und noch zu solch hohem Preis?
Ist das nun auch eine Folge des Krieges?
Nein, eine Folge des Krieges ist es nicht. Es mag fünfzehn Jahre her sein, als ich selbst ein Glas Wasser mit fünf Pfennig bezahlte, und ich habe mich schon damals herzlich über diese Gelegenheit gefreut.
Ich fuhr von Karlsruhe nach Frankfurt a. M. Auf dem Bahnsteig in O. bot ein junger Kellner Getränke an, und als er sein Bier, Kognak usw. offeriert hatte, dann rief er: „Ein Glas Wasser fünf Pfennig!" Das Angebot von Bier und dergleichen interessierte mich nicht, als aber ein Glas Wasser für fünf Pfennig ausgerufen wurde, ging ich sofort an das Fenster und ließ mir ein solches reichen. Ob ich wirklichen Durst hatte, oder ob mich das Angebot so erfreute, daß ich gleich zugrisf, weiß ich.heute nicht mehr.
Oft habe ich nachher an diese schöne Einrichtung gedacht, habe aber nie wieder die Gelegenheit gehabt, ein Glas Wasser für fünf Pfennig kaufen zu können.
In späteren Jahren bin ich noch zwei- oder dreimal über O. gefahren, habe aber auch dort nicht wieder das Angebot von Wasser gehört.
In der Kriegszeit haben wir nun oft in den Blättern gelesen: „Wer Getreide verfüttert, versündigt sich am Bolk;" aber leider wird noch immer viel Getreide zur Herstellung von Bier verwandt.
Bon den Münchener Brauereien sollen allein täglich 2500 bis 2800 Hektoliter Bier mittels Sonderzuges nach den verschiedenen Kriegsschauplätzen abgehen.
Dazu kommen noch die Lieferungen aus Nürnberg, Kulm, Dortmund, Elberfeld, Frankfurt, Berlin usw. Welch traurige Zustände hat doch der Wein, das Bier und der Branntwein schon herbeigeführt I
Da stand eines Sonntagsmorgens eine Gesellschaft lustiger Herren in tadellosen schwarzen Zylindern und Fräcken auf dem Bahnhofe einer Stadt. Es ist ein Berein, stolz hat der Bannerträger seine kost- bare Fahne entrollt, da drängt sich plötzlich ein kleines Mädchen in dünner, fadenscheiniger Kleidung, durch die der Wind pfeift, durch ihre Reihen. Raschen Schrittes tritt sie zu beut Bannerträger mit den Worten: „Mutter läßt dich bitten, du möchtest ihr doch zwanzig Pfennig hier lassen für Brot." Rauh, nein roh tönt es von den Lippen des also Angeredeten: „Ich habe kein Geld!" unü traurig schleicht das'Mädchen davon. Ja, äußerlich so sein und innerlich so faul. Da sieht man so recht, wie arm und unglücklich der Tyrann Alkohol die Menschen macht. Und ist der Alkohol nicht das Mittel, wodurch die Menschen zu anderen Sünden verführt werden? Ach, wie vielen von unseren verlorenen Söhnen und Töchtern unseres Volkes hat der Alkohol seine schauerlichen Dienste getan. Könnten wir sie fragen, die 300000 öffentlichen Dirnen in Deutschland, die mehr als 300000 Säuser auf der Säuferliste, die 400000 Vagabunden, könnten wir sic fragen, wer hat euch so unglücklich gemacht, wir würden von den meisten hören: „Der Alkohol war das Mittel zu meinem Unglück."
Das Wort Gottes sagt:
„Höre, mein Sohn, und sei weise, und richte dein Herz gerade aus auf dem Wege. Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern. Denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muß zerrissene Kleider tragen." (Spr. 23, 19-21.)
„Wehe denen, die des.Morgens früh auf sind, des Saufens sich zu befleißigen, und sitzen bis in die Nacht, daß sie der Wein erhitzt, und haben Harfen und Psalter, Pauken, Pfeif n und Wein in ihrem Wohlleben und sehen nicht auf das Werk des HErrn und schauen nicht auf das Geschäft Seiner Hände." (Jej. 5, 11. 12.)
„Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne Ursach? Wo sind rote Augen? Nämlich, wo man beim Wein liegt und kommt auszusaufen, was eingeschenkt ist. Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön stehet. Er geht glatt ein. Aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter." (Spr. 23, 29—32.)
„Denn es ist genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens zugebracht haben nach heidnischem Willen, da wir wandelten in Unzucht, Lüsten, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und greulichen Abgöttereien." (1 Petri 4, 3.) O. D.
L


